Trainingsbericht [02 | 21]

Die Aufgabe:

Für eine große Suche wurden 7 Pocket-Dummys im vorderen Bereich des Suchengebietes so versteckt, dass die Hunde sie nicht eräugen konnten.

Da sowohl Fiene als auch Hetty die Tiefe eines Suchengebietes gut annehmen und eher dazu neigen die vorderen Dummys zu überlaufen, wurde dieses Auslegemuster gewählt.

Ziel war, 6 von 8 Dummys zügig zu finden.

Manöverkritik Fiene:
Fiene sucht konzentriert und selbstständig. Das Wegdrehen vom Suchengebiet und die Fußarbeit sind kein Problem.

Memo an mich: Bei der nächsten Suche die Dummys weit nach hinten legen bzw. die Suche mit Rückenwind arbeiten lassen.

Manöverkritik Hetty:
Obwohl wieder ein Helferlein an der Kamera stand, hat Hetty dieses Mal konzentriert gesucht und nicht zwischendurch zum Helfer geschaut. Sie hat ausdauern gesucht. Bei der Abgabe wurde sie etwas fahrig (um schneller wieder in die Suche zu können) daher wurden kleine Strecken Fußarbeit eingebaut.
Es ist zu sehen, dass sich die Fußarbeit auch „in der Nähe von Dummys“ schon deutlich verbessert hat – solange diese nicht „fliegen“.

Memo an mich: Auch für Hetty gibt es beim nächsten Mal eine große Suche mit dem Schwerpunkt Rückenwind.

Begrifflichkeiten aus dem Dummy-Training:

Pocket Dummy – Kleiner Gegenstand zum Apportieren (ca. 80g)

Große Suche / Verlorensuche – Ein Gebiet wird vom Hunde eigenständig abgesucht. Weder Hundeführer noch Hunde wissen die Liegestellen der Dummys

Fußarbeit – Der Hund geht dicht und konzentriert am Bein und folgt dem Hundeführer auf ein einmaliges Kommando. Auch bei Drehungen und Wendungen folgt der Hund selbstständig.

Abgabe – Der Hund „präsentiert“ das Dummy ruhig, damit der Hundeführer es gut entgegennehmen kann.

Trainingsbericht [01 | 21]

Vorbereitung: Ohne die Hunde wurden drei Dummys für eine Suche ausgelegt (das weiße Kästchen).

Vom Auto bis zur Aufgabe (x1) habe ich von Fiene Fußarbeit und von Hetty Leinenführigkeit gefordert. Das Team steht mit dem Rücken zum Suchengebiet. Der Helfer wirft eine Markierung.

Nachdem das Dummy gefallen ist, dreht sich das Team wieder zurück und der Hund holt 2 Dummys aus der Suche (Hetty suchte alle 3).

Nach der Suche geht das Team „frei bei Fuß“ zu x2

Der Hund arbeitet das Memory.

Die Entfernungen habe ich in Google Earth gemessen und sind „ca“ Angaben. Hier nochmal ein Eindruck vom Gelände. Unter dem Schilfgras waren die Dummys gut versteckt und beim Arbeiten der Markierung mussten die Hunde auch den Feldweg überqueren.

Manöverkritik Fiene:
Fiene hat richtig toll gesucht und ist schön dran geblieben. Die Fußarbeit zum neuen Startpunkt war ein Kinderspiel. Bei der Markierung ist sie ein bisschen übers Gebiet geschossen und ich habe sie gestoppt und den Suchenpfiff gegeben. Sie war gehorsam und hat schnell gefunden.

Memo an mich: Mit Fiene kurze Markierungen üben und auf saubere Markierleistung achten. Nicht den Suchenpfiff geben.

Manöverkritik Hetty:
Hetty war nach der Markierung sehr aufgeregt. Sie ließ sich zwar problemlos in die Suche schicken. Hielt aber immer kurz inne, um nach dem Helfer zu schauen (der hätte ja das Dummy klauen können). Zuerst etwas fahrig hat sie dann aber doch alle drei Dummys aus der Suche geholt.
Zu dem neuen Startpunkt (x2) wollte ich sie dann locken, dabei zeigte sich wieder, dass sie sich in der Arbeit mit Futter davon nicht ablenken lässt.
Die Markierung hatte sie zwar nicht auf den Punkt, hat aber kleinräumig im Fallbereich gesucht und schnell gefunden.

Memo an mich: Mit Hetty im nächsten Training große Suche ohne Verleitung arbeiten, damit sie sich aufs Suchen richtig konzentriert.

Begrifflichkeiten aus dem Dummy-Training:

Pocket Dummy – Kleiner Gegenstand zum Apportieren (ca. 80g)

Große Suche / Verlorensuche – Ein Gebiet wird vom Hunde eigenständig abgesucht. Weder Hundeführer noch Hunde wissen die Liegestellen der Dummys

Fußarbeit – Der Hund geht dicht und konzentriert am Bein und folgt dem Hundeführer auf ein einmaliges Kommando. Auch bei Drehungen und Wendungen folgt der Hund selbstständig.

Abgabe – Der Hund „präsentiert“ das Dummy ruhig, damit der Hundeführer es gut entgegennehmen kann.

Mir ist da etwas …

aufgefallen.

Der Fiene Blog hat sich ja in den letzten Jahren sehr verändert. Zu Beginn war er das Tagebuch für Fiene. Ein Ort an dem Platz war für unsere Erlebnisse und Geschichten rund um den kleinen Golden Retriever.

Als sie dann in das richtige Alter kam, konnte man hier oft Trainings- oder Seminarberichte finden. Immer aufgepeppt mit diversen Grafiken.

Beim Click auf das Bild gelangt ihr zu einem Prüfungsbericht.

2014 hielt dann Hetty Einzug und von da an, teilten sich die beiden Damen diese Plattform.

In dem Post „Alles eine Frage der Perspektive“ wird aufgezeigt, wie der Einzug des Hundebabys von der Hausgemeinschaft aufgenommen wurde.

In den folgenden Jahren passierten zwei Dinge. In mir reifte die Erkenntnis, dass mit Hetty auf Prüfungen zu laufen eher schwierig werden würde. Sie ist einfach ein Knallfrosch und das macht mich extrem nervös. So haben wir uns auf das gemeinsame Training konzentriert und genießen Seminare. Dort dürfen bestimmte Fehler passieren, ohne dass man „nicht besteht“. Das macht den Umgang mit ihren Special Effekts einfacher.

Außerdem nahm auch meine Krankheit rasant an Fahrt auf und bremste mein Leben deutlich ein. Die Zeit in den vielen Wartezimmern, von Arzt zu Arzt bis zur Diagnose und später dem Ergebnis „sie sind austherapiert“ war lang und nicht immer einfach. In dieser Phase war oft deutlich weniger Training. Viel mehr haben die Hunde mir einen geregelten Tagesablauf „aufgezwungen“ und dafür gesorgt, dass ich nicht in ein tiefes Loch falle.

Die Veränderungen auf dem Blog gingen weiter, andere Hobbys kamen dazu. Häkeln, Nähen, Stricken, auch das Probieren von neuen Rezepten und am Schluss das Wandern und die Fotografie. Dadurch änderte sich nicht nur meine Leseliste von „Hundeblogs“ zu „Handarbeits-, Foto-, Foodblogs“ sondern es kamen auch immer mehr Leser hierher zu uns. Leser, die mit dem Thema Hund und im Speziellen mit dem Apportieren gar nichts am Hut haben.

So richtig aufgefallen ist mir das in einem meiner letzten Artikel. Ich berichtete über unsere Teilnahme an einem Webinar über „Fußarbeit“ und stellte verschiedene Videos ein die unsere Fortschritte dokumentieren sollten.
Ich erhielt liebe Kommentare in denen die Worte „gut erzogen“ und „Manieren“ vorkamen und ich begriff, dass ein Teil meiner Leserschaft nicht wirklich weiß, was wir genau da üben.

Wenn mich jemand fragt, ob meine Hunde gut erzogen sind und Manieren haben sage ich sofort „Ja!“ Sie hören wirklich zuverlässig, sodass sie viel Freilauf genießen dürfen. Sie jagen keine Radfahrer oder Jogger, im Lokal liegen sie brav unter dem Tisch und mucksen sich nicht, sie kommen mit mir zum Frisör und liegen dort auf ihrer Decke bis ich fertig bin. Beim Wandern laufen sie brav neben mir und sie zerren nicht an der Leine. Sie zerstören keine Dinge im Haus, buddeln nicht im Garten und klauen nichts vom Tisch – also ja, sie sind gut erzogen.

Nehmen wir jetzt den Punkt… sie zerren nicht an der Leine. Im Alltag möchte ich einfach, dass meine Hunde an lockerer Leine neben mir herlaufen. Sie dürfen im Vorbeigehen mal eben schnuppern, dürfen einige Schritte vorlaufen – nur die Leine darf eben nicht spannen.

Wenn wir uns aber im Training befinden, dann sollen sie eng an meinem linken Bein laufen. Sie sollen aufmerksam sein und die Umwelt beobachten, damit sie sehen, wenn jemand ein Dummy wirft. Auch wenn es sehr aufregend wird, sollen sie ruhig bleiben und sich an mir orientieren. Sie sollen nicht vorprellen oder hibbeln.

Aus dem Hundesport kennt man die Fußarbeit ja sehr zackig und die Hunde schauen ständig zu ihrem Hundeführer hoch. Das ist in unserem Sport nicht nötig – sogar eher hinderlich. Beim Apportieren werden Situationen der Jagd nachgestellt und das Dummy ersetzt sozusagen die Ente. Darum soll der Hund auch das Geschehen beobachten, damit er sich merken kann, wo die Ente / das Dummy gefallen ist.

Hetty hat damit große Schwierigkeiten und trotz wirklich vielen, vielen Kilometern (nein, ich übertreibe da nicht) Fußarbeit bin ich bis heute mit ihrer Geisteshaltung nicht immer glücklich. Darum und auch weil man durch Fortbildung einfach nicht dümmer wird, besuche ich dieses Webinar. Ich möchte sehen, ob wir unsere Fußarbeit noch ein wenig verbessern können und ich glaube, dass können wir.

Hier seht ihr unser letztes Video.