Meine Mädels

Meine Mädels könnten unterschiedlicher nicht sein. Das wird mir wirklich täglich bewusst, wenn ich mit den beiden unterwegs bin. Oft werde ich gefragt, was ist dir lieber, die Ruhe von Fiene oder die Power von Hetty.
Ich habe immer gesagt, dass mir der Trieb wichtiger wäre. Heute sage ich, Trieb allein ist nicht alles.

Hetty ist im achten Lebensjahr. Viele Trainings laufen wirklich richtig gut allerdings verzichte ich meist auf zu viel Aufregung. Ich trainiere so, dass Hetty das mental schaffen kann. Es ist mir nicht wichtig „high end“ Aufgaben zu lösen, sondern den Hund so auszulasten, dass sie nach dem Training zwar müde ist aber nicht mental auf der letzten Rille läuft.

Ich habe wirklich nie aufgegeben Hetty und mich besser machen zu wollen aber der Stand, auf dem wir uns jetzt befinden, scheint unser „Endzustand“ zu sein.
Ich spreche jetzt hier nicht über „technische“ Aspekte, daran kann man immer arbeiten, ich rede von ihrer mentalen Kraft bestimmte Reize auszuhalten.

Im Moment helfe ich einem jungen Team sich auf die Dummy A Prüfung vorzubereiten. Ich erinnere mich noch gut, als ich mit Fiene für diese Prüfung trainiert habe. Mit Hetty habe ich relativ schnell jede Ambition Prüfungen zu laufen zur Seite gelegt. Ich habe einfach keinen Sinn darin gesehen – in meinen Augen waren wir in elementaren Punkten einfach nicht gut genug.

Immer wieder frage ich mich, und das bis heute, was ich falsch gemacht habe. Warum ist Hetty wie sie ist? An welchem Punkt habe ich den falschen Abzweig im Training genommen. Natürlich sind mir einige Punkte eingefallen, die ich mit dem Wissen von heute wohl anders angehen würde.

Woher kommen diese Überlegungen? Natürlich trage ich mich mit dem Gedanken, dass irgendwann wieder ein Welpe bei uns einziehen wird. Es kann nicht schaden sich selbst und auch das Training immer wieder mal zu überprüfen… bis es so weit ist, werde ich es genießen, mit den beiden Goldstücken zu arbeiten und anderen Teams helfen ihren gemeinsamen Weg gut zu beginnen.



Trainingsbericht [03 | 21]

Achtung: Beitrag kann Spuren von begeisterter Werbung enthalten. Diese erfolgt ohne Auftrag und ohne Bezahlung. Das neue Equipment habe ich selbst bezahlt.

Heute klage ich euch mal mein Leid. Ganz oft und nicht nur in Corona-Zeiten trainiere ich meine Hunde allein. Das funktioniert so lange gut, bis man den Hund eine Markierung arbeiten lassen möchte.

Dafür braucht man einen Helfer. Jemanden, der in der Lage ist ein Dummy in einer möglichst schönen Flugbahn zu werfen. Bis ich Dummys gut werfen konnte, hat es wirklich gedauert und noch heute schaffe ich tolle Fehlwürfe.

Helfer / Werfer sind wirklich Mangelware und ein kostbares Gut. Was also tun, wenn man sich nicht treffen darf oder kein Trainingspartner greifbar ist?

Jetzt freue ich mich gerade wie ein Schnitzel … denn …. das Geld aus dem „wirfahrenandeinemGeburtstagirgendwohin Budget“ wurde in einen Air&Go Dummy Launcher investiert.

Dieser tolle Kasten schießt Dummys mit Druckluft. Gesteuert wird der Air&Go mit einer Fernbedienung. Großartig!

Heute wurde das gute Stück eingeweiht. Ich hatte den Air&Go an einer Stelle platziert, die wir schon oft zum Voranschicken genutzt hatten. Damit wollte ich erreichen, dass die Hunde von sich aus in diese Richtung schauen.

Heute wollte ich euch einfach mal zeigen, wie er funktioniert.

Wir haben dann eine schöne Kombinationsaufgabe gearbeitet. Voran in ein Suchengebiet, Voran auf einen alten Memorypunkt und eben Markierungen. Hach, das war ein Tag nach unserem Geschmack.

Begrifflichkeiten aus dem Dummy-Training:

Voran – Der Hund läuft auf ein Kommando in einer vom Hundeführer angezeigten geraden Linie, und zwar genau so lange, bis ihm durch ein Signal etwas anderes gesagt wird.

Große Suche / Verlorensuche – Ein Gebiet wird vom Hunde eigenständig abgesucht. Weder Hundeführer noch Hunde wissen die Liegestellen der Dummys

Memory-Punkt – Ein Ort im Gelände, an dem der Hund bereits ein Dummy gefunden hat.

Markierung – Ein Dummy von dem der Hund die Flugbahn und / oder die Fallstelle gesehen hat. Je erfahrender der Hund, desto schwieriger können die Dummys geworfen werden.

Besonders bedanken möchte ich mich bei Andreas Kupfner und seinem Shop. Ein sehr netter Kontakt und eine blitzschnelle Lieferung.

Trainingsbericht [02 | 21]

Die Aufgabe:

Für eine große Suche wurden 7 Pocket-Dummys im vorderen Bereich des Suchengebietes so versteckt, dass die Hunde sie nicht eräugen konnten.

Da sowohl Fiene als auch Hetty die Tiefe eines Suchengebietes gut annehmen und eher dazu neigen die vorderen Dummys zu überlaufen, wurde dieses Auslegemuster gewählt.

Ziel war, 6 von 8 Dummys zügig zu finden.

Manöverkritik Fiene:
Fiene sucht konzentriert und selbstständig. Das Wegdrehen vom Suchengebiet und die Fußarbeit sind kein Problem.

Memo an mich: Bei der nächsten Suche die Dummys weit nach hinten legen bzw. die Suche mit Rückenwind arbeiten lassen.

Manöverkritik Hetty:
Obwohl wieder ein Helferlein an der Kamera stand, hat Hetty dieses Mal konzentriert gesucht und nicht zwischendurch zum Helfer geschaut. Sie hat ausdauern gesucht. Bei der Abgabe wurde sie etwas fahrig (um schneller wieder in die Suche zu können) daher wurden kleine Strecken Fußarbeit eingebaut.
Es ist zu sehen, dass sich die Fußarbeit auch „in der Nähe von Dummys“ schon deutlich verbessert hat – solange diese nicht „fliegen“.

Memo an mich: Auch für Hetty gibt es beim nächsten Mal eine große Suche mit dem Schwerpunkt Rückenwind.

Begrifflichkeiten aus dem Dummy-Training:

Pocket Dummy – Kleiner Gegenstand zum Apportieren (ca. 80g)

Große Suche / Verlorensuche – Ein Gebiet wird vom Hunde eigenständig abgesucht. Weder Hundeführer noch Hunde wissen die Liegestellen der Dummys

Fußarbeit – Der Hund geht dicht und konzentriert am Bein und folgt dem Hundeführer auf ein einmaliges Kommando. Auch bei Drehungen und Wendungen folgt der Hund selbstständig.

Abgabe – Der Hund „präsentiert“ das Dummy ruhig, damit der Hundeführer es gut entgegennehmen kann.