Hast du einen Plan #2

Wer hätte gedacht, dass sich aus dem Blog-Post für die Schreibzeit eine solch rege Konversation ergeben würde?
Spannend, sich so auf Entfernung mit einem Problem und einer Lösung dafür auseinander zu setzen. Sich selbst genau zu beobachten, wie mache ich das oder, was tue ich gegen etwas?

Wir haben momentan zwei große Baustellen:

Zum einen habe ich einen Spinger (Spaniel, mit eingebautem Sprungmechanismus), der nach der Abgabe gerne an mir rumhüpft und versucht, wieder an das Dummy zu kommen.

Aaaaaalsssoooooo… genaugenommen haben wir dieses „Problem“ ja auch. Ich lasse es Hetty derzeit durchgehen weil ich ihr „am Bein“ nicht noch mehr Druck machen will. Sie kommt ja noch nicht lange mit Beute zurück.

Die Ruhe am Dummy würde ich losgelöst von den anderen Übungen machen. Stell dir einfach mal vor, wie es aussieht, wenn ein Hund auf ein Mark läuft (also der perfekte Apport) und nun, lässt du diesen Film rückwärts laufen…

* Du steckst das Dummy in die Weste / Tasche

* Du hast das Dummy in der Hand (kurz vor dem Fang)

* Der Hund hat das Dummy im Fang (deine Hand kurz vor dem Fang des Hundes)

* Der Hund setzt sich mit Dummy im Fang

…. usw….

Ich möchte nun erreichen, dass der Hund ein Dummy genauso ruhig ausgibt, wie er es auch aus meiner Hand bekommt… Da fängt es meist schon an. Der Hund schnappt nach Spielzeug, Leckerchen, Dummy und Co. und kann sich kaum beherrschen. Darum übe ich  das Kommando „Nimms“.

Geübt wird zuerst mit Leckerchen und einem heiß begehrten Spielzeug. Man zieht es aus der Weste, der Hund sitzt…. Klick! oder Markerwort – je nachdem wie man das gewünschte Verhalten markieren möchte. Spielzeug ruhig wegstecken und das Leckerchen geben.

Bei diesen Übungen lege ich viel Wert auf Ruhe. Dieses Schnappen nach Beute und Rumhüpfen ist oft einem hohen Beutetrieb aber noch mehr einer niedrigen Frustrationsgrenze geschuldet. Daher ist es ein Tanz auf dem Drahtseil den Hund nicht zu sehr zu „drücken“.

Ich gebe zu, es fordert ein gewisses Maß an Koordination sich nicht zu verzetteln. Das erste Ziel ist, dass das Spielzeug vor der Hundenase „schwebt“ und er ruhig sitzen bleibt. Erst nur Sekunden, dann immer länger.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass oft der Fehler gemacht wird anzunehmen, dass mit der Abgabe des Dummys die Aufgabe beendet sei. NEIN!
Das Dummy wird ausgegeben, in die Weste / Tasche gesteckt, die Leine wird aus der Tasche geholt, der Hund angeleint. Um es noch auszuweiten geht man einige Schrittchen „bei Fuß“, legt den Hund nochmal ab…. So bleibt der Vierbeiner in Konzentration und denkt nicht Dummy weg = Party!

Auch beim beenden dieser Trainingseinheiten folgt kein wildes Spiel oder Rennen. Die Erwartungshaltung soll bewußt gar nicht erst geweckt werden. Besser nochmal auf die Wiese setzten und eine Schmuserunde einlegen oder den Hund einige Leckerchen suchen lassen.

 

 

 

Hinterm Gartenzaun

Da üben das Stürmchen und ich…

Sitz = Da wo du bist, setzt dich hin und guck mich an

Sitz … und bleib sitzen … bis wir was anderes machen

Sitz … so lange bei Fuß … bis es weiter geht

Sitz … und komm bei Fuß wenn ich dich rufe

Sitz … und bell nicht die Leute an, die vorbei laufen

Heute habe ich eine dieser Einheiten gefilmt:

Alles, was wir hier üben wiederholen wir natürlich auch auf unseren Pipi-Runden oder mit etwas Ablenkung bei den Mudpaws-Trainings.

Sie macht so viel Spaß und wenn sie vor Übermut über die Wiese kullert, statt sich zu konzentrieren, kann ich mich einfach nur mit ihr freuen.

♥

„In die Box“ – Teil 4

Manchmal geht es schneller als gedacht. Ursprünglich war heute einfach nur eine weitere „15 Leckerchen Einheit“ geplant.

Belohnt werden sollte diesmal das Betreten der Box mit:

1. beiden Vorderpfoten

2. mit allen vier Pfoten

Aber dann hat die Maus mich beim ersten Mal Clicken total verblüfft.

Darum habe ich schnell die Kamera aufgebaut und ab dem zweiten Leckerchen dann gefilmt:

Damit hätte ich nun wirklich nicht gerechnet. Zwischen dem letzten Video und diesem liegen gerade mal 5 Tage und eine Clicker-Einheit. Das bestärkt mich in meiner Annahme, dass die Hunde wirklich in ihren Ruhephasen und Pausen verarbeiten und lernen.

In der nächsten Einheit werde ich nun nur noch belohnen wenn sie wirklich liegt, also der Bauch auf dem Kissen ist. Außerdem werde ich anfangen meinen Standpunkt zu verändern. Bisher habe ich ja immer direkt neben dem Kennel gestanden. Wichtig: Es wird immer noch kein Kommando gegeben!

Ich bin heute echt hin und weg von meinem Stürmchen.

Falls ihr das erste Mal hier seid… diese Teile habt ihr bisher verpasst:

Teil 1

Teil 2

Teil 3