Am Kerkerbach ’21 | Fiene | V

Am 03.10. machten Anke und ich uns auf den Weg nach Fussingen, um mit den beiden Mädels auf einem Team WoT zu starten.
Lange ist es her, dass ich mit Fiene eine Prüfung gelaufen bin und inzwischen lasse ich sie im Training fast immer Dinge tun, die sie gerne macht. Langes Handling fällt da schon mal aus.
Da das bei Anker und ihrer Biscuit ähnlich aussieht, konnten wir nicht wirklich einschätzen, wie die beiden Hundedamen sich präsentieren würden. Wie immer war alles möglich zwischen Genie und Wahnsinn.

Wie immer, wenn ich zu so einer Prüfung fahre, sah es in meinem Auto aus, als würde ich ausziehen. Frau will ja schließlich auf alles vorbereitet sein. Regenklamotten Handtücher, Verpflegung, die Meldeunterlagen, Wechselkleidung usw… besser etwas zu viel, als was vergessen.

Die Fahrt verlief ohne Zwischenfälle und wir kamen pünktlich an der Meldestelle an. Alle Unterlagen vorzeigen, Auto parken und noch eine Runde durchs Wäldchen gedreht.
Als sich die Teilnehmer sammelten, war das „Hallo“ groß. So viele bekannte Gesichter, die man so lange nicht gesehen hat. Pünktlich um 13:00 Uhr wurden wir durch die Sonderleitung und die Richter begrüßt und dann ging es auch schon los.

Anke und ich starteten unsere Prüfung an Station 2 bei Michael Hahn

Das Team steht mit dem Richter am Startpunkt (rotes Kreuz) im Wald. Bei D1 wird ein Blind beschossen. In einem Winkel von 90° fällt eine Markierung (D2).
Als Erstes sollte das Blind gearbeitet werden, danach die Markierung. Der Weg zum Blind war ein Wiesenweg, am Ende ein wenig höherer Bewuchs. Die Markierung fiel hinter Totholz und die Fallstelle war nicht zu sehen. Die Entfernungen lassen sich schwer schätzen. Blind ca. 40m, Markierung vielleicht 30m. Die Schwierigkeit lag eindeutig im Gelände.
Biscuit arbeitet das Blind, Fiene die Markierung und wir erarbeitet jeweils 17 Punkte.
Fiene nahm nicht den schnurgeraden Weg und ich ließ sie auch machen. In ihrem Alter muss sie nicht mit Volldampf durchs Totholz brettern. Im Fallbereich habe ich darum zur Sicherheit den Suchenpfiff gegeben …. schließlich fangen die Hoffenden die Null *zwinker

Selber Startpunkt nur um 180° gedreht. Wieder ein beschossenes Blind und eine Markierung. Dieses Mal durften wir wählen, welcher Hund welches Dummy holt und auch die Reihenfolge durften wir bestimmen.
Never change a running System … Anke mit Biscuit als Erstes das Blind, Fiene und ich die Markierung.
Leider haben wir beide den Richter etwas missverstanden als es um die Liegestelle des Blinds ging und so brauchten die beiden ein paar Pfiffe mehr bis das Dummy in Ankes Hand landete (12 Punkte).
Fiene hatte ihr Dummy auf den Punkt und so gingen wir mit 20 Punkten raus.

Anke und ich strahlten uns an. Die Damen hatten offensichtlich Laune und wir beide hatten so viel Freude, keine Spur von Nervenflattern (bei mir) und das machte es wohl auch für Fiene viel, viel einfacher.
Da wir uns im Vorfeld nicht abgesprochen hatten, entschuldigte ich mich dafür, dass der Keks am besten auch weiter für die Blinds zuständig sein sollte und damit den schwereren Part übernehmen würde. Aber Anke wäre nicht Anke, wenn das für sie nicht selbstverständlich gewesen wäre. O-Ton: Wir waren in der O … wir machen das! Dafür bin ich dir richtig dankbar ♥

Die nächste Station für uns war bei Thomas Kühn (Aufgabe 3)

Das Team steht auf der Wiese. In etwa 10 Meter Entfernung verläuft ein kleiner Graben mit etwas höheren Bewuchs. Danach wieder Wiese mit kurzem Gras (aber hoch genug, dass die Dummys nicht offen liegen). In ca. 50 Metern wird eine Doublette geworfen.
Fiene arbeitet als erste und legte erneut eine Punktlandung hin (20 Punkte). Der Keks brauchte ein wenig Hilfe (13 Punkte).

Wir drehten uns um 90°. In ca. 25m Entfernung verläuft ein kleiner Graben. Hinter dem Graben, auf der linken Seite eine größer Bereich mit hohem Bewuchs. Direkt am Beginn sitzt ein Helfer. In direkter Linie auf der Wiese liegt eine Strohrolle. Dahinter verbirgt sich ein weiterer Helfer.
Helfer 1 beschießt das erste Blind, dass bei D1 tief im Graben liegt. Helfer 2 gibt einen Schuss in Richtung eines kleinen Bäumchens am Ende des hohen Bewuchses ab. Wir entscheiden uns für D1 Biscuit, D2 Fiene.
Das war tricky aber wir konnten die Aufgabe lösen und gingen mit Biscuit 15 und Fiene 17 Punke zu unserer letzten Station.
Ehrlich, ich habe mich so gefreut. Thomas kann sich da sicher nicht mehr dran erinnern, aber vor Jahren (bei der „Little Forest Trophy“) haben Fiene und ich in einer seiner Aufgaben eine wirklich unterirdische Leistung gezeigt. Dieses Mal bekamen wir für ein perfektes Marking ein „WOW“ und für einen schnellen Rückweg ein „die ist aber noch richtig flott unterwegs“.

Unsere letzte Aufgabe führte uns zu Norbert Theuerkauf. (Aufgabe 1)

Das Team steht mit dem Richter und dem Steward auf einer langgezogenen Wiese. Auf der linken Seite verläuft eine Wildhecke, rechts stehen in unregelmäßigen Abständen Obstbäume.
Der Richter erklärt, dass ein WalkUp durchgeführt wird und das Team einfach beobachten soll, was passiert.
Auf das Kommando „WalkOn“ gehen wir los (grauer Pfeil) am Kreuzchen ertönt der Richtungswechsel „Behind“ und wir drehen. Ein Helfer beschiesst ein Blind am letzten Obstbäumchen und danach wirft er eine Markierung in Richtung der Hecke. Norbert legt fest: Fiene das Blind, Biscuit die Markierung.
Fiene geht schön raus, braucht aber zwischen den beiden letzten Bäumen ein „Stop und ein such links“ und bekommt für ihren Retriev 19 Punkte. Biscuit hatte wohl kurz die Brille abgenommen. Sie blieb zu kurz (ich vermute, dass dort alte Fallstellen waren) und wollte auch immer mal wieder in der Hecke auf Suche gehen. Beim Einweisen hatte sie dann die Idee zum Baum mit dem Blind zu laufen. Aber irgendwann war sie tief genug und das verdammte Mark endlich drin. 11 Punkte (Auf der Ergebnisliste sind da die Punkte vertauscht).

Der WalkUp geht weiter und es ertönt erneut ein „Behind“ Erneut wird ein Blind beschossen und eine Markierung fliegt. Diese landet einige Meter in der Verlängerung des Blinds.
Biscuit Blind, Fiene das Mark (D2). Wir brauchten beide einige Pfiffe bis wir unsere Dummys in Händen hielten. Fiene wollte sich an der Stelle des Blinds festsuchen, ließ sich dann aber doch noch überzeugen und ging „back“. Biscuit 16 Punkte, Fiene 15 Punkte.

ALLE DUMMYS DRIN! Yipppiiee

Als ob der Wettergott es uns Teilnehmern und unseren Hunden angenehm machen wollte, blieb es trocken. Als wir auf die Ergebnisse warteten, zog auf einmal ein heftiger Wind auf und es krachten Äste von den Bäumen. Dadurch wurde die Siegerehrung im Schnelldurchlauf durchgeführt. Die Platzierten bekamen schöne Trophäen aus Holz und alle Teilnehmer ein schönes Präsent.

Allein der Tag mit Anke und nochmal mit den beiden älteren Ladys einen WoT zu laufen war einfach toll und als Zugabe konnten wir an diesem Tag auch noch ein Familientreffen feiern.

Norbert hatte Tyra, die Mutter von meiner Fiene mitgebracht und Petra und Heike waren mit den Brüdern Dundee und Colin am Start.

v.l. Golden Worker Discovery Dundee, GWD Delphin, GW Angels Tyra und GWD Colin
Tyra ist inzwischen 16 Jahre und 4 Monate ♥ und ich hoffe sehr, dass Fiene ihrer Mama nacheifern wird in Alter und Fitness

Ich möchte mich bei den Organisatoren der Bezirksgruppe 5 Main-Taunus, den Richtern, Helfern und Sponsoren für diesen wunderbaren Tag bedanken. Die Richter haben sehr schöne Aufgaben gestellt. Angemessene Entfernungen für die Senioren gewählt aber dennoch tricky. Ich danke auch allen Teilnehmern für die tolle und gelöste Stimmung. So sollte ein Tag sein, wenn man mit seinem alten Kumpel nochmal loszieht.

Ich wünsche euch allen noch eine lange und gute Zeit mit euren Senioren und wer weiß, vielleicht wagen wir ja nochmal einen V-Start … es hat so großen Spaß gemacht.

Glückliche Gesichter schon bevor es überhaupt losging.
Rechte am Bild: Sandra Wirth BZG 5

Meine Mädels

Meine Mädels könnten unterschiedlicher nicht sein. Das wird mir wirklich täglich bewusst, wenn ich mit den beiden unterwegs bin. Oft werde ich gefragt, was ist dir lieber, die Ruhe von Fiene oder die Power von Hetty.
Ich habe immer gesagt, dass mir der Trieb wichtiger wäre. Heute sage ich, Trieb allein ist nicht alles.

Hetty ist im achten Lebensjahr. Viele Trainings laufen wirklich richtig gut allerdings verzichte ich meist auf zu viel Aufregung. Ich trainiere so, dass Hetty das mental schaffen kann. Es ist mir nicht wichtig „high end“ Aufgaben zu lösen, sondern den Hund so auszulasten, dass sie nach dem Training zwar müde ist aber nicht mental auf der letzten Rille läuft.

Ich habe wirklich nie aufgegeben Hetty und mich besser machen zu wollen aber der Stand, auf dem wir uns jetzt befinden, scheint unser „Endzustand“ zu sein.
Ich spreche jetzt hier nicht über „technische“ Aspekte, daran kann man immer arbeiten, ich rede von ihrer mentalen Kraft bestimmte Reize auszuhalten.

Im Moment helfe ich einem jungen Team sich auf die Dummy A Prüfung vorzubereiten. Ich erinnere mich noch gut, als ich mit Fiene für diese Prüfung trainiert habe. Mit Hetty habe ich relativ schnell jede Ambition Prüfungen zu laufen zur Seite gelegt. Ich habe einfach keinen Sinn darin gesehen – in meinen Augen waren wir in elementaren Punkten einfach nicht gut genug.

Immer wieder frage ich mich, und das bis heute, was ich falsch gemacht habe. Warum ist Hetty wie sie ist? An welchem Punkt habe ich den falschen Abzweig im Training genommen. Natürlich sind mir einige Punkte eingefallen, die ich mit dem Wissen von heute wohl anders angehen würde.

Woher kommen diese Überlegungen? Natürlich trage ich mich mit dem Gedanken, dass irgendwann wieder ein Welpe bei uns einziehen wird. Es kann nicht schaden sich selbst und auch das Training immer wieder mal zu überprüfen… bis es so weit ist, werde ich es genießen, mit den beiden Goldstücken zu arbeiten und anderen Teams helfen ihren gemeinsamen Weg gut zu beginnen.



Trainingsbericht [03 | 21]

Achtung: Beitrag kann Spuren von begeisterter Werbung enthalten. Diese erfolgt ohne Auftrag und ohne Bezahlung. Das neue Equipment habe ich selbst bezahlt.

Heute klage ich euch mal mein Leid. Ganz oft und nicht nur in Corona-Zeiten trainiere ich meine Hunde allein. Das funktioniert so lange gut, bis man den Hund eine Markierung arbeiten lassen möchte.

Dafür braucht man einen Helfer. Jemanden, der in der Lage ist ein Dummy in einer möglichst schönen Flugbahn zu werfen. Bis ich Dummys gut werfen konnte, hat es wirklich gedauert und noch heute schaffe ich tolle Fehlwürfe.

Helfer / Werfer sind wirklich Mangelware und ein kostbares Gut. Was also tun, wenn man sich nicht treffen darf oder kein Trainingspartner greifbar ist?

Jetzt freue ich mich gerade wie ein Schnitzel … denn …. das Geld aus dem „wirfahrenandeinemGeburtstagirgendwohin Budget“ wurde in einen Air&Go Dummy Launcher investiert.

Dieser tolle Kasten schießt Dummys mit Druckluft. Gesteuert wird der Air&Go mit einer Fernbedienung. Großartig!

Heute wurde das gute Stück eingeweiht. Ich hatte den Air&Go an einer Stelle platziert, die wir schon oft zum Voranschicken genutzt hatten. Damit wollte ich erreichen, dass die Hunde von sich aus in diese Richtung schauen.

Heute wollte ich euch einfach mal zeigen, wie er funktioniert.

Wir haben dann eine schöne Kombinationsaufgabe gearbeitet. Voran in ein Suchengebiet, Voran auf einen alten Memorypunkt und eben Markierungen. Hach, das war ein Tag nach unserem Geschmack.

Begrifflichkeiten aus dem Dummy-Training:

Voran – Der Hund läuft auf ein Kommando in einer vom Hundeführer angezeigten geraden Linie, und zwar genau so lange, bis ihm durch ein Signal etwas anderes gesagt wird.

Große Suche / Verlorensuche – Ein Gebiet wird vom Hunde eigenständig abgesucht. Weder Hundeführer noch Hunde wissen die Liegestellen der Dummys

Memory-Punkt – Ein Ort im Gelände, an dem der Hund bereits ein Dummy gefunden hat.

Markierung – Ein Dummy von dem der Hund die Flugbahn und / oder die Fallstelle gesehen hat. Je erfahrender der Hund, desto schwieriger können die Dummys geworfen werden.

Besonders bedanken möchte ich mich bei Andreas Kupfner und seinem Shop. Ein sehr netter Kontakt und eine blitzschnelle Lieferung.