Jahresprojekt | 05.22

Hier im Hause ist es Tradition, dass mit dem Beginn des Dummytrainings, also quasi zur Einschulung, jeder Hund seine Pfeife und auch seine Moxonleine bekommt. Den Hunden ist das sicher völlig wurscht, aber irgendeine Erklärung braucht es ja, wenn Frauchen mal wieder shoppen möchte.

Mac ist auch in diesem Monat mehr in die Höhe als in die Breite gewachsen. Liebevoll nennen wir ihn hier „Rippchen“ oder auch „Spargelchen“. Aber kommt Zeit, kommt auch Muskelmasse.

Im letzten Jahresprojekt-Betrag hatte ich ja angekündigt, dass wir uns im Training auf den Suchenpfiff konzentrieren werden.
Außerdem haben wir uns mit der großen Suche, der Fußarbeit und auch dem Schwimmen beschäftigt.

Fangen wir mal mit dem Schwimmen an. Mir ist es wichtig, dass Mac das Schwimmen völlig frei und ohne eine Erwartungshaltung auf geworfene Dinge lernt. Zusätzlich möchte ich, dass er das Element alleine erkundet und sich nicht nur Dinge zutraut, wenn die „Großen“ dabei sind und ihn „mitziehen“.
Später, wenn es an das Arbeiten am Wasser geht, soll Mac das Apportel direkt, also ohne es am Ufer abzulegen und sich zu schütteln, bei mir abliefern. Um für dieses Verhalten eine Basis zu legen, habe ich heute besonders gute Leckerchen mitgenommen und habe ihn aus dem Wasser abgerufen.

An Land habe ich ihn sofort angefangen zu loben und zu füttern. Dann habe ich das Futter entfernt und „Schütteln“ gesagt. Schüttelt er sich, bekommt er einen Jackpot an Leckerchen und darf danach wieder ins Wasser.

Das hat ja schon ganz super geklappt.

Ein weiterer wichtiger Teil der Dummyarbeit ist eine sehr gute Fußarbeit. Ich verlege unsere Einheiten inzwischen schon an Orte, an denen Mac bereits etwas erlebt hat. Das stellt höhere Anforderungen an seine Konzentration.

Ohne die Ablenkung eines anderen Hundes und ohne, dass etwas geworfen wurde, klappt die Fußarbeit in diesem Gelände schon sehr gut. Neben uns im Tümpel hüpfen Frösche und der Boden ist voller Wildspuren, das ist für den jungen Mann bereits Ablenkung genug.

In der Dummyarbeit gibt es verschiedene Arten von Suche. Eines haben sie alle gemein … der Hund muss seine Nase gebrauchen und auch das, muss er lernen. Jetzt fragt ihr euch vielleicht – „Wieso lernen? Macht er das nicht automatisch?“ Ja und Nein, natürlich „riecht“ der Hund, aber er soll ja lernen gezielt zu suchen. Er soll lernen, den Wind zu nutzen, um sich Witterung zu holen. Dann hat er die Chance auf größtmöglichen Erfolg.
Bei der kleinen Suche bekommt der Hunde durch einen Pfiff gesagt, dass er dort wo er ist suchen soll. Es bedeutet, dass Mac großes Vertrauen entwickeln muss. Er muss sich sicher sein, dass er nur gründlich genug suchen muss – dann wird er finden. Er lernt, dass ich ihm sage … „Da bist du richtig!“ „Such dort“ Darum lasse ich ihn derzeit fast immer zuschauen, wenn ich die Bällchen im hohen Gras verstecke. Diese Verknüpfung und das Vertrauen entsteht nur durch viele, viel Wiederholungen.

Im Gegensatz zur kleinen Suche, weiß bei der großen Suche weder Mac noch ich, wo die Dummys liegen. Er soll auf ein Suchenkommando eine große Fläche oder auch eine Dickung absuchen. Dabei soll er im besten Fall in den Wind laufen und sich so die Witterung holen.
Damit er das lernt, schicke ich ihn derzeit mit Seitenwind in das Suchengebiet, er läuft also automatisch in die Witterung. Das kann man schön beobachten. Manchmal reißt es ihn richtig herum, wenn ihn der Geruch der Dummys in die Nase kommt.

Ihr seht, es kommt immer ein bisschen was dazu, was es zu üben gibt. Immer wieder ein paar Minuten mit Spaß und Freude. So gestalten wir unser Training.

Vorschau: Im nächsten Monat will ich mich etwas weiter von Mac entfernen, bevor ich den Suchenpfiff gebe. Dabei trainieren wir gleich das „Sitz und Bleib“. Die große Suche wird in verschiedenen Gelände geübt und auch die Fußarbeit gilt es weiter zu festigen.
Sitzpfiff und Hierpfiff unter mäßiger Ablenkung und auch die Leinenführigkeit darf nicht zu kurz kommen.

Vielleicht noch ein Wort zum Abschluss – Ich bin keine Hundetrainerin. Das Wissen, was ich mir bis hierher angeeignet habe, habe ich in erster Linie durch die Erfahrungen mit meinen Hunden erworben. Ich habe viele Kurse und Seminare besucht und natürlich Literatur in rauen Mengen verschlungen. Darauf werde ich auch immer wieder verweisen. Dies ist ein privater Blog – Wer sich hier Inspiration holt, tut dies auf eigene „Gefahr“ und ich übernehme keinerlei Haftung, wenn die hier vorgestellten Übungen / Rezepte nachgemacht werden.
Alle Bücher und Produkte, die ich verwende, habe ich selbst gekauft. Sollte dies einmal anders sein, werde ich das im Post kennzeichnen.

Danke Andrea, dass du auch in 2022 die Aktion Jahresprojekt weiterführst. Ich bin schon sehr gespannt, was es in diesem Jahr alles zu verfolgen gibt. Besonders freue ich mich natürlich auf deine Beiträge über Flint.

Ein Projekt für ein Jahr verfolgen. Es dokumentieren und teilen. Erfolge feiern, sich motivieren lassen. Sich Rat oder Lösungsvorschläge einholen oder auch mal trösten lassen, wenn es nicht so klappt. So sollen die Teilnehmer die Aktion von Andrea der Zitronenfalterin verstehen. Jeder werkelt an seinem eigenen Wunschprojekt und zeigt jeweils am 1. das eigene Tun.

5 Gedanken zu „Jahresprojekt | 05.22

    1. Ich danke dir 🙂
      Ich versuche halt, möglichst viel Verhalten schon ohne Dummy zu üben. Ich finde es sehr unglücklich, wenn ich den Hund mit Dummy im Fang korrigieren muss. Ich habe mir da durchaus viele Gedanken drum gemacht seit Hannes hier eingezogen war.
      Ich bin schon gespannt, wie es nun weitergeht, da das Testosteron sich breit macht.
      Liebe Grüße
      Ivonne

      Gefällt 1 Person

  1. Hihi.. schön zu sehen, wie viel Spass Mac beim Training hat.
    Tolles Projekt und gelehriger Schüler.
    Und auch tolle Videos dazu. Vielen Dank für die Einblicke und Deinen Einsatz uns daran teilhaben zu lassen.
    Grüße von hier
    illy

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