Angepirscht {08|26}

Bei „Angepirscht“ könnt ihr meinen Weg als Jungjäger in die aktive Jagd verfolgen.

Jetzt beginnt das Lernen erst so richtig und ich bin sehr gespannt, wo mich dieser Weg hinführen wird.

Wer den Start, der Reihe verpasst hat, findet die Beiträge HIER.

In den letzten Monaten habe ich viele Stunden im Revier verbracht. Eine meiner Hauptaufgaben ist es die Kirrungen regelmäßig zu bestücken.
Dabei versuche ich die Wechsel des Wildes zu beobachten und auch festzustellen, ob sich diese verändern.

Eine große Hilfe ist dabei auch der Einsatz von Wildkameras. Zu sehen, wer sich so alles an einer Kirrung aufhält oder einen bestimmten Wechsel nutzt ist wirklich spannend.

Neben dem Ausbringen von Kirrgut, habe ich in der heißen Jahreszeit viele Kanister Wasser an die Suhlen getragen und gemeinsam mit dem Revierpächter künstliche Tränken angelegt. Immer mit dabei ist Mac, der beste Begleiter, den ich mir nur wünschen kann.

Es wurden Hochsitze kontrolliert, neue gebaut und aufgestellt und wieder andere versetzt. Ganz wichtig war auch, die Pflege der Schussschneisen mit dem Freischneider.

Natürlich habe ich auch aktiv gejagt. Im Rahmen der Niederwildhege habe ich zwei Füchse erlegt und gerade letzte Woche ein weibliches Stück Rehwild für die Pfefferbeißerproduktion.

Immer wenn sich mir die Möglichkeit ergibt, helfe ich beim Aufbrechen, schlage Stücke aus der Decke und zerwirke. Ich bin der Meinung, man darf die Jagd nicht auf den Schuß reduzieren. Wer das eine tut, darf sich vor der Gewinnung des Lebensmittels nicht „drücken“.

Und ich kann euch sagen … Wild ist einfach ein herausragendes Lebensmittel. Gerade letzte Woche gab es bei uns Wildschweinfilet mit einer Jus aus roten Zwiebeln und Steinpilzravioli.
Auch Rehleber mit Apfelspalten und Zwiebel, Wildschweinbratwurst und Rehpfefferbeißer gibt es inzwischenregelmäßig.
Der Gatte war zuerst ein bisschen skeptisch aber inzwischen ist auch er „wild auf Wild“.

Geduld ist wohl eine der wichtigsten Eigenschaften, die die Jagd mich lehrt. Viele Stunden sitzt man und beobachtet aber das passende Stück ist nicht dabei. Manchmal kann man das Wild nur hören, ein anderes Mal ist es einfach zu weit weg. Jagderfolg kann man nicht erzwingen und das ist auch gut so. Die Natur entschädigt einen dann eben auf andere Weise.

Wenn ihr Fragen zur Jagd habe, wie ich sie erlebe oder auch zur Ausbildung schreibt mir gerne einen Kommentar.