Dr. Jecylline

Kaum 24 Stunden nach dem kleinen Versuch von Miss Hyde die Weltherrschaft an sich zu reißen, hatte Dr. Jecylline wieder die Oberhand gewonnen.

Ich bin zu einem Gelände gefahren, welches wir letztmalig am 06.11.2011 aufgesucht hatten. Den Rat von Angelika im Ohr, dass das Training für Fiene jetzt schwieriger werden müsse, damit sie an den Erfolgserlebnissen wachsen könne, standen Kombinationsaufgaben auf dem Programm. Der Voranpunkt wurde nicht wie in letzter Zeit üblich mit einem Vertrauensweg angelegt. Fiene konnte beim Auslegen der Dummys am Fixpunkt zugucken dann sind wir zu unserem Startpunkt gelaufen.

Laufweg

Und so sah dann die Aufgabe aus

Laufweg

Als erstes schicke ich Fiene über die lange Distanz zu P1. Ohne Leitlinie lief sie wie an der Schnur gezogen.

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Bevor ich sie auf das Voran P2 schicke, werfe ich die Verleitmarkierung P3. Die Entfernung zu P2 ist kurz (ca. 25 Meter) aber es liegt viel Gestrüpp und etwas Totholz auf ihrem Weg.

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Ich richtet Fiene erneut auf P1 aus um sie dann aus vollem Lauf zu stoppen. Sie drehte über die richtige Schulter und schnappte sich ihr Dummy.  In der Zwischenzeit warf ich unbemerkt ein Blind auf den Laufweg Richtung P2.

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Zwischendurch wurde die Verleitmarkierung gearbeitet

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Tue das Unerwartete …Kurz nachdem die Kleine in Richtung P2 düste…. ertönte der Suchenpfiff. Sie fing sofort an zu suchen und fand ihr Dummy und ich … macht ein Freudentänzchen.

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Jetzt wieder Durchschicken auf P2

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Bevor es in die kurze Pause geht lasse ich Fiene am Startpunkt sitzen, laufe zu P2 und hole dieses Dummy selbst. Dann schicke ich sie auf die Verleitung P3 (hatte ich nochmals geworfen) um mich dann erneut mit ihr auf P1 auszurichten. Auch das letzte Dummy wurde perfekt reingeholt.

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Jetzt stand Pause auf dem Plan. Ich holte Cosma und Hannes aus dem Auto und wir gingen eine gemütliche Runde um das Wassergelände vom Spaß-WT der Working Mudpaws. Über den Gewässern lag noch eine dünne Eisschicht aber ich hoffe, dass sich diese bis zum Teamtraining der D-chen verflüssigt haben. Zurück am Auto ließ ich die beiden Labbis einsteigen um nochmals für Fiene Dummys auszulegen.

Zuerst warf ich zwei Dummys in den Graben bei P1. Meine „vermeintliche“ Schwierigkeit war die Nähe des Fixpunktes zu dem Hochsitz, den sie ja in den Übungen zuvor angelaufen war. Dann liefen wir am Waldrand entlang und ich warf noch ein Dummy in eine Schneise auf P2. Dann nahmen wir unsere Startposition ein und ich schickt sie auf P1. Sowohl die Nähe des Dummys an P2 als auch der Geländeübergang (Weg) und der alte Fixpunkt stellten kein Problem dar.

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Beim nächsten Durchgang stoppte ich sie und schickte sie „Out“ auf P2

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Zum wirklich guten Schluß …. noch einmal durch auf P1 und dann bekam sie ihren heiß geliebten Dummyball.

 

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Ich war sehr, sehr zufrieden. Sie hat nicht ein Mal gefragt. Hat die Richtung schön angenommen und ein Tempo vorgelegt… super! Meine kleine, große Dr. Jecylline ♥

Das Wetter

nun ja, was soll ich sagen. Eigentlich finde ich den Winter wirklich toll. Die weiße Pracht versetzt die Umwelt in eine angenehme Stille. Man kann ganz einfach Tierspuren verfolgen und bei Sonnenschein glitzert die ganze Welt. Das Beste ist aber, dass die Hunde einfach nur nass sind und nicht schmutzig :-). Aber leider hat der Winter auch einen großen Nachteil. Frau und Hund kommen einfach nicht so zum trainieren wie sie es gerne möchten.

Es ist einfach zu kalt um die Maus lange auf ihrem Popo sitzen lassen zu können. Sie hatte ja diesen Winter schon mal Husten und da bin ich natürlich jetzt vorsichtig. Markierungen sind fast unmöglich, da die Dummys im Schnee versinken und Delphin in eine Suche verfällt. Das ist überhaupt nicht erwünscht und so muss das Training für Markierung wirklich warten bis die weiße Pracht wieder verschwunden ist.

Weiter an der Suche arbeiten geht auch schlecht, da wir mit unserem Auto einfach nicht bis an den Wald kommen der Schnee und dessen Verwehungen machen es unmöglich die Feldwege zu nutzen und zu Fuß wäre ich fast 40 Min. unterwegs … zu lang um danach noch zu Arbeiten.

Außerdem will ich der Maus mit total panierten und vereisten Dummys nicht den Spaß an der gemeinsamen Arbeit vermiesen und so verstreicht die Zeit, ohne dass wir weiter gezielt arbeiten. Alle wichtigen Bereiche scheinen zu ruhen aber und hier muss ich mich Katrin anschließen …. Viele Aufgaben bestehen aus winzig kleinen Teilschritten, so wie eine Perlenkette aus vielen kleinen Perlen besteht. Eine wunderschöne Kette besteht also aus vielen, perfekten Perlen.

Verhaltenskette nennt man das im Training. Zum Beispiel eine Markierung. Für den nicht wissenden Beobachter rennt der Hund zu einem Gegenstand, schnappt ihn und bringt ihn zu seinem Frauchen um ihn dort abzuliefern. Fertig!

Wir, die wir mit unseren Hunden arbeiten wissen, dass es etwas ganz anderes ist:

  1. Der Hund sitzt ruhig am Bein und beobachtet, wie ein Dummy fliegt und fällt.
  2. Er merkt sich die Fallstelle
  3. Erst auf Kommando geht der Hund schnell und freudig raus und rennt direkt zur Fallstelle.
  4. Ohne zu zögern nimmt er das Dummy auf und trägt es mittig, ohne zu knautschen.
  5. Er kommt sofort, schnell und freudig zu seinem Frauchen zurück.
  6. Das Dummy wir erst auf Kommando „Aus“ oder „Danke“ in die Hand des Hundeführers abgegeben.
  7. Der Hund sitzt ruhig während das Dummy wieder in der Weste verschwindet.

Einige dieser Verhalten kann man oder sollte man einzeln üben und erst zum Schluß das gesamte Verhalten zusammenfügen. So kann man zum Beispiel das Tragen des Dummys üben oder auch das Halten oder das sogenannte „einparken“.

Delphin hat in diesen schneereichen Wochen wirklich wenig mit dem Dummy gearbeitet und im Haus haben wir einfach nur Kunststückchen gecklickert… das aber reicht der Maus nicht! Also habe ich auf den Spaziergängen immer ein Dummy mit und lasse sie auf den Feldwegen auf denen ein gerader Trampelpfad entstanden ist lange Strecken voran laufen …. 40 – 70 Meter sind da kein Problem. Das Dummy sieht sie ja gut liegen und ich erhoffe mir so eine gute Kondition und auch das Vertrauen in lange Strecken gut ausbauen zu können. Das geht allerdings nur zwei bis drei Mal und auch nicht jeden Tag … wird dann zu eintönig. Was also tun??

Der Sitzpfiff, genau! Schnell umdrehen, auf den Popo setzten und ….. der Ball flieeeeeeegt! Gut, kann die Maus. Auch auf Entfernungen zwischen 15 und 20 Metern. Ja, auch wenn Cosma dabei ist. Für die nächsten Schritte bräuchte ich nun wieder einen Helfer…. Eine Perle an der wir später weiterarbeiten müssen.

Suchenpfiff … Hmmm… da war doch was… ja, genau da setzten wir an. In den letzten Wochen haben wir den Suchenpfiff natürlich bei den gearbeiteten „Vorans“ gegeben. Immer wenn Fienchen kurz vor dem Dummy war habe ich unseren „Tüt Tüüüt Tüt Tüüüüt“ Pfiff abgegeben. Aber hat sie auch wirklich verstanden was dies Pfeifsignal bedeutet?

Heute kam der Test. Zuerst habe ich sie abgesetzt und um sie rum einige Leckerchen verstreut. Dann habe ich mich einige Schritte entfernt und den Suchenpfiff gegeben. „Tüt Tüüüüüüt Tüt Tüüüüüt“ sie sitzt da und schaut mich an ….. „Tüt Tüüüüüt Tüt“ Sie hüpft auf, nimmt die Nase runter und sucht!!! JA! STRIKE!!! Nun war das ja nicht sonderlich schwierig, hatte sie ja doch gesehen, das ich die Leckerchen ausgelegt hatte.

Unser Spaziergang setzte sich fort und am Wegrand war ein kleineres Gestrüpp. Nächster Test. Ich setzte Fienchen auf dem Weg ab und gehe ca. 5 Meter weiter… Dann tue ich so, als ob ich an einigen Stellen etwas hinlege und tatsächlich lege ich auch an einem Plätzchen ihren geliebten Tennisball aus.

Ich rufe sie zu mir und als sie auf der Höhe des Gestrüpps ist gebe ich den Suchenpfiff und weise mit der linken Hand nach links … logisch oder … und sie springt nach links und sucht. Sie findet das Bällchen und die Party ist groß! Das macht ihr richtig Spaß. Erst jetzt merkt man, wie sehr ihr richtige „Erfolgserlebnisse“ fehlen. Das Clickern ist für das Arbeiten mit Dummy und dem „mir zutragen“ definitiv kein Ersatz.

Bei meiner letzten Übung läuft Fienchen einige Meter vor mir her. Von ihr unbemerkt werfe ich den Ball ein eine niedrige Deckung und bleibe stehen. Sie sieht sich zu mir um und ich rufe sie…. In Höhe der Deckung bekommt sie wieder den Suchenpfiff mit einer richtungsweisenden Handbewegung…. Sie sucht und findet! Yep, das wars für heute.

Anti-Tausch Training

Heute haben wir ein kleines aber sehr feines Training gemacht. Zuerst sind wir einfach nur ein bisschen über die Wiese geschlendert. Dann habe ich die Maus in der Wartezone abgelegt (wieder mit Stühlchen, Tasche und Handtuch … wie immer) und mit Dummys einen großen Kreis gelegt.

Übung 1

Um die Dummys rum, über die Dummy drüber schön „Heelwork“. Sie durfte keins aufnehmen. Zur Belohnung gabs „click & lecker“.

* Wartezone *

Übung 2

Um die Dummys rum, über die Dummys drüber und als die Schnulle schon die Hoffnung aufgegeben hatte ein Dummy schnappen zu dürfen…. „Fetch it“

Dann gings wieder an den Dummys vorbei und sie hat das Dummy ruhig getragen. Hmmmm, wie definiert man eigentlich ruhig tragen? Das Dummy hält sie schon ruhig …. nur sich selber nicht 🙂

Beweisfoto – ruhig tragen!

Übung 3

Nachdem das „über andere Dummys laufen mit Dummy im Fang“ sehr gut gefunzt hat. Beim Seminar hat sie ja wirklich oft versucht das andere Dummy zu schnappen… habe ich eine neue Übung aufgebaut….

Eine Reihe Dummys ausgelegt. Ich stelle mich mit Fienchen vor die Linie und werfe eine Markierung. Dann schicke ich sie mit „Fetch it“. Während sie zum Dummy läuft gehe ich schnell ein paar Schritte rückwärts, so dass Fiene beim Zurückkommen über die ausgelegten Dummys laufen muss.

Was soll ich sagen. Sie hat einen irritierten Blick riskiert ich habe – zur Vorsicht – nochmal den Hier-Pfiff gegeben und zack war sie da.

** SEHR STOLZ  BIN **

Danach gabs ein ausgelassenes Rennspiel mit Frauchen über den Haufen rennen, Gesicht abschlecken und im Dreck balgen … wie gut dass mich ja keiner sieht …

* Wartezone *

Übung 4

Fiene bekommt ein Sitz Kommando und ich entferne mich. Ich werfe die Markierung etwa 3 Meter neben die ausgelegte Dummy-Linie.

Ich rufe Fiene zu mir und schicke sie dann zum Dummy dabei musste sie knapp an dem letzten Dummy der ausgelegten Linie vorbei laufen.

Im Nachhinein finde ich diese Übung nicht so gelungen und werde sie so auch nicht mehr machen. Die Gefahr, dass sie das erste Dummy nimmt, dass sie findet ist zu groß und bei den wenigen Markierungen, die sie tatsächlich arbeiten darf soll sie ja lernen, die Entfernungen richtig einzuschätzen.

* Wartezone*

Während Fiene brav auf ihrem Handtuch liegt sammel ich die ganzen Dummys ein. Dann baue ich unsere letzte Übung auf.

Ich platziere einen unserer Einweisestäbchen und mache Fiene (die in der Wartezone liegt) auf ein Dummy aufmerksam, welches ich dort auslege. Dann nehme ich noch 3 Pocketdummys  und verteile sie in einem Gebiet ca.2 Meter Durchmesser um das Stäbchen. Zu letzt lege ich nochmal für Fiene sichtbar ein zweites Dummy aus. Die zwei „sichtigen“ Dummys habe ich so ausgebracht, dass sie nicht direkt nebeneinander liegen (TAUSCHGEFAHR).

Übung 5 (Rückenwind!! – keine Führerfährte! – )

Ich hole Fiene aus der Wartezone und frei bei Fuß geht es zum Startpunkt (ca. 25 Meter bis zum Stäbchen). Ich gehe in Position, „Get Out“, Suchenpfiff, Pick up, und zurück. Super!! Ohne große Party hat sie wieder das Sitz Kommando bekommen und ich habe das zweite sichtig ausgelegt Dummy geholt. Dieses durfte sie dann halten und wurde dabei gestreichelt.

und nun die Abschlußübung 6

Jetzt lagen ja noch die drei Pocketdummys rund um das Stäbchen. Fiene sollte jetzt eigentlich denken …. hmmm eins hab ich geholt, eins Frauchen…..

Position, „Get Out“, ….. Suchen-Pfiff, ein Blick zu dem weißen Stab, ich mache weiter Suchen-Pfiff, die Nase geht runter und SCHNAPP sie hat eins.

Jetzt hatte sie sich natürlich die mega Belohnung verdient. Der Futterbeutel wurde gezückt und es gab die Hälfte ihrer Ration direkt nach der Arbeit.