Anke’s Irrsinn …

… nein, du bist nicht allein damit. Gestern postete Anke den Artikel „Rituale & Gewohnheiten“. Schon beim Lesen begann ich gedanklich unseren Tag durchzuspielen.

Haben wir Rituale, gibt es Dinge, die sich täglich wiederholen … ? Spielorgien, Frühsport und Teppich rocken gibt es bei uns nicht. Warum eigentlich nicht?? Es kann nur daran liegen, dass Cosma beim Einzug der Welpen bereits sehr früh klar gestellt hat, was sie von sowas hält. ABSTAND! Und so beschränken sich wilde Tobeorgien auf Hannes und Fiene und natürlich auf draußen.

Trotzdem hat jeder hier im Haus seine Eigenarten. Nehmen wir zum Beispiel Cosma. Während alle übrigen Bewohner, ob zwei- oder vierbeinig um 04:25 Uhr den Teufel tun um mir beim Frühstücken vor dem Frühdienst Gesellschaft zu leisten. Steht Cosma, zuverlässig wie ein Uhrwerk an der Treppe, und wedelt mir freudig entgegen, wenn ich aus dem Bad komme. Jeden Morgen setze ich mich dann auf die vorletzte Stufe und dann, ungestört, genießen wir beiden zwei – drei Minuten Zweisamkeit. Es ist natürlich nur verständlich, dass für Cosma auch jeden Morgen ein kleines Stückchen Wurst, Käse oder ein Tröpfchen Honig abfällt… Wärend ich das schreibe frage ich mich „Steht sie für mich auf oder ist ihr Primärziel meine Brotdose?“ :-0

Über den Tag verteilt gibt es natürlich einige Sachen, die sich wiederholen. Warten vor den Futternäpfen, an der Haustür, im Auto dies geschieht aber nur deshalb, weil Hannes sonst die Weltherrschaft an sich reißen würde. Einige Male geschlampt, drängelt er sich an allen vorbei durch die Haustür oder springt aus dem Auto ohne Rücksicht auf Verluste, geschweige denn auf Cosma.

Tja, da wären wir schon bei dem nächsten Protagonisten der Familie… Hannes. Sein tägliches Programm scheint darin zu bestehen zu testen, ob wir das, was wir gestern sagten, auch heute noch ernst meinen. Der Küchentest… Die Grundregeln sind einfach. Keine Hunde in der Küche außer auf dem kleinen Deckchen neben dem Kühlschrank. Dieses Deckchen liegt nicht in „exponierter Lage“ so dass es für die beiden Labbis völlig uninteressant ist. Fiene hingegen, froh einfach in meiner Nähe zu sein, legt sich dort sofort nieder und entspannt…. Undenkbarer Zustand – Hannes in der Nähe von Nahrung – entspannt 🙂

Zuerst liegt er im Flur, Herd, Arbeitsplatte und Frauchen fest im Blick. Langsam aber stetig robbt er sich wie ein US-Marine näher an die Nahrungsquelle und jedes mal aufs Neue ertönt mein Ruf „Hannes, ….. RAUS!“ Sofort bezieht er wieder den Platz auf dem Läufer im Flur und das Spiel beginnt von vorne. Ich habe aufgehört mich zu fragen, warum dieser Hund derartig beratungsresistent ist denn…. die selbe Situation endet mit einem anderen Zweibeiner in der Küche meistens damit, dass dem Vierbeiner etwas essbares in den Rachen fliegt…. „Das ist runtergefallen…. !“ höre ich dann auf mein erbostes Nachfragen.

Hannes hat noch andere Rituale, die sich aber üblicherweise im Freien abspielen. Dieser große, schwarze Hund hat wenig bis keinen „Will to please“ gleichwohl bedeutet dies aber nicht, dass er nicht vorzügliche, jagdliche Anlagen hat. Fangen wir mal mit seiner Nasenleistung an…. sensationell!! Allerdings nur dann wenn die Geruchsquelle etwas eklig stinkendes, verwesendes, vor sich hingammelndes, sehr lange verstorbenes etwas ist. Dann kann man seinen Style und Drive gut beurteilen. Er streckt die Nase in den Wind, nimmt Witterung auf, läuft zielstrebig ins Zielgebiet um sich dann, nach allen regeln der Kunst, in diesem Haufen *urgs* zu wälzen…. STOP… vor dem Wälzen, kommt unser Ritual 🙂 ….

  • Er rennt in das Stinkegebiet
  • Nimmt mit mir Blickkontakt auf
  • Ich habe bereits antizipiert und stehe wild kreischend und fuchtelnd auf dem Feldweg … manchmal habe ich auch die illusorische Vorstellung ihn von seinem Vorhaben abzubringen indem ich auf ihn zurenne … als ob ich jemals schneller sein könnte *mitHandvorKopfklatsch“
  • Er beobachtet mich bei meinem Tun, lächelt mich an (ja genau, er lächelt ne, er grinst mich an) hat ein Blitzen in den Augen und …. taucht ab.
  • Dann folgt eine bühnenreife Koreographie von Sprüngen, seitwärts Eintauchen und Labbibeinen die in der Luft strampeln.
  • Wärend sich das abspielt stehe ich wie ein Depp da … und frage mich wie übel dieser Hund gleich stinken wird.

Kommen wir nun zu Fiene. Bei ihr kann man sagen das sie keine Rituale pflegt, sondern eher Zwangshandlungen. Grundsätzlich ist dieser kleine. goldene Hund nicht nur mit reichlich Jagdverstand und Will to please ausgestattet sondern auch mit einem speziellen „Körperkontakt-Gen“. Sie braucht am besten ständig und überall – Kontakt!
Aber halt, ein Ritual wiederholt sich täglich und wenn ich so darüber nachdenke, spielt es sich fast …. so ab……

Wir liegen noch auf der Couch und sagen „Ach komm, wir gehen ins Bett!“ Die tief schlafenden Hunde stehen wie ferngesteuert auf und begeben sich auf ihre Schlafplätze. Hannes rumpelt in seine Box, Cosma geht in ihr Körbchen…. nur Jimbob Fiene schnarch weiter unter ihrem Tischchen. Wir löschen das Licht und gehen nach oben. „Fiiiiiiiieeeeenemaus“ Schnell kommt sie nach oben gestürmt und setzt sich auf ihr Deckchen neben dem Bett. Ich krabbel unter die Decke, hebe diese kurz an und sie… hüpft zu mir. Für ca. 5 Minuten liegt sie still neben mir, fast ist unsere Atemfrequenz gleich. Sie streckt ihren Kopf um mit ihrer Nase mein Gesicht oder den Hals zu berühren. Dann liegen wir ganz ruhig. Sie schnauft tief… manchmal habe ich das Gefühl, sie wartet darauf, dass mein Betriebssystem runterfährt. Wenn ich dann fast eingeschlafen bin… schlüpft sie aus dem Bett, rollt sich auf ihrem Bettchen zusammen und schläft ein.

Gute Nacht … alle meinen Schwarznasen …… ♥

Siehst du Anke, bei uns spielen sich auch komische Sachen ab …. also keine Sorge …. und übrigens „Normal sein, das ist doch eh für die anderen, oder?!“

3 Tage…

und von heute noch ein bisschen übrig.

Die Temperaturen waren heute zu warm … und darum waren wir …. planschen!

Grundsätzlich ist es ein großer Spaß den dreien beim Wasserwatzen zuzusehen allerdings gibt es einen, der es immer übertreiben muss. So ganz und gar nicht Kavalier will Hannes natürlich jedes Dummy und jedes Spielzeug, was ich in die Fluten werfe und damit die beiden Damen nicht auf jede Beute verzichten müssen ….

wartet Hannes etwas abseits bis er wieder mitspielen darf … und der Herr war nicht begeistert!

So kamen die Mädels zu einem ungestörten Badevergnügen.

Warten….
… reinhüpfen …
… einsammeln …
… bei Frauchen abliefern ♥

In der Zeit sich Cosma um die Ente kümmerte, gönnte sich Delphin ein

Sonnenbad

Natürlich nicht ohne Cosma bei ihrem Tun genau zu beobachten. Und was macht Hannes in der Zwischenzeit? Na, Hannes wäre ja nicht Hannes, wenn er nicht irgend einen Unsinn verzapfen würde. Er glaubte sich unbeobachtet und so, habe ich ihn – mal wieder – beim Grimassen schneiden erwischt.

Fiene fand das alles sehr

… lustig 🙂

Die Oma ist natürlich längst darüber hinweg sich über den „Dicken“ auch nur ein bisschen zu wundern und so blickte sie, ganz Queen Mum

streng auf das sich bietende Geschehen. Als nun alle ihr Bespaßungsprogramm beendet hatten und wir auf dem Rückweg waren passierte es dann…. und jetzt ist mir endlich klar, für welche Art von hündischen Job Hannes vorzüglich geeignet wäre … Als Leichenspürhund !!!!

Mit untrüglicher Sicherheit findet er auch noch so gut verborgene, verstorbene Tiere. Immer! Wenn in seinem „Dunstkreis“  ein verendetes Etwas rumliegt, er spürt es auf. Außerdem hat er noch die natürliche Veranlagung des „Verweisens“ ! Da wir dieses Verhalten ja nie trainiert haben, hat Hannes sich seine ganz eigene Art des Verweisens ausgesucht. Er „verbellt“ nicht, er arbeitet nicht mit einem „Bringsel“ und er hat sich auch nicht das „Freiverweisen“ zu eigen gemacht….. Nein, seine Art einen Fund anzuzeigen sieht wie folgt aus:

Er stellt sich direkt vor die Leiche, senkt den Kopf und gekonnt, wie bei einer Judorolle kullert er sich über die Seite, bis er auf dem Rücken liegt. Dann strampelt er wie verrückt mit den Beinen in der Luft. Da ich meinen Hund sehr gut lesen kann weiß ich inzwischen, je heftiger er mit den Beinen zappelt, desto toter ist die Leiche 😉

Heute zeigte mir Hannes mal wieder, das er ein Supertalent in seinem Spezialfach ist. Wir befanden uns gerade auf dem Rückweg vom See zum Auto als er plötzlich den Kopf hochriß, und mit einem Satz im Unterholz verschwunden war. Ich hörte es im Gestrüpp krachen und rascheln und dann, ja dann sah ich ihn „verweisen“. Nachdem er meinte ich hätte Zeit genug gehabt zu raffen, dass er was gefunden hatte, öffnete er sein Maul um zur „Beweismittelvernichtung“ anzusetzen.

Zum Glück hatte ich Hannes an der Schleppleine. So konnte ich ihn wenigstens vom Fundort wegführenzerren. Ohne Hilfsmittel wäre mir das bestimmt nicht so schnell gelungen. Allerdings war es eh wurscht! Der Hund dünstete einen derartig fiesen Gestank aus, dass ich kurz versucht war ihn neben dem Auto herlaufen zu lassen. Zu Hause angekommen habe ich direkt das Hundeshampoo rausgeholt und den Gartenschlauch scharf gemacht. Wie ein Häufchen Elend stand er da, guckte ganz traurig …. „Mensch Frauchen, ich war extra für Dich bei Douglas… und so dankst Du es mir!“

Man hört und liest ja immer wieder, dass man Hunde in ihrer natürlichen Begabung fördern und beschäftigen soll…. Ich sage aber strickt „NEIN“ Ich möchte nicht, dass mein Hund einen derartigen Mief mit nach Hause bringt. Mir würde es völlig reichen, wenn er zuverlässig Dummys apportieren würde….

… ♥ …

Ach ja, für alle die es wissen möchten …. es war ein seit vielen Monden verstorbene Ente…. die Hannes „verwiesen“ hatte! Dann gabs noch ein wenig Natur für die „Linse“

Und noch ein paar Fiene-Bilder

Tschüsssssiiiiiiiii !!!!