Angepirscht {04|26}

Bei „Angepirscht“ könnt ihr meinen Weg bis zur hoffentlich erfolgreich bestandenen Jagdprüfung verfolgen.

Das erste „Angepirscht“ im neuen Jahr. Es ist Halbzeit in der Ausbildung und es geht in großen Schritten auf die Prüfung zu. Wer den Start, der Reihe verpasst hat, findet die Beiträge HIER.

Meine große Hass-Liebe ist das Schießen. Es gibt vier Disziplinen und bei allen geht es um Treffsicherheit.

Der Schuss mit einer Büchse (Kugel) auf eine Rehbockscheibe stehend angestrichen auf eine Distanz von ca. 100 Meter.
Stehend angestrichen ist eine Schießtechnik, bei der man die Waffe zum Beispiel an einem Baum oder Zielstock anlehnt (anstreicht), während man selbst aufrecht steht, um mehr Stabilität zu gewinnen und die Zielgenauigkeit zu erhöhen.

Mit drei Schuss muss man mindestens 16 Ringe erreichen.

Als Nächstes folgt der Büchsenschuss auf den Überläufer sitzend auf einem Rundholz aufgelegt. Diese Disziplin stellt den klassischen Ansitz auf einem Hochsitz dar.
Auf eine Distanz von 100 Meter hat man 3 Schuss um erneut 16 Ringe zu erreichen.

Diese beiden Disziplinen kann ich richtig gut. Selten habe ich weniger als 27 Ringe und sowohl Trefferlage und Trefferbild sind sehr gut.

Jetzt kommen wir mal zu dem, was so gar nicht klappen wollte bei den ersten drei Schießterminen.

Der Büchsenschuss auf den laufenden Keiler in einer Distanz von 50 Meter stehend freihändig.
Um zu bestehen, muss man mit 5 Schuss mindestens 25 Ringe erreichen.
Das habe ich bisher kein einziges Mal geschafft.
Was die Schwierigkeit ist, könnt ihr euch sicher denken. Das Ziel kommt von rechts auf einer Schiene herausgefahren, dann darf ich in den Anschlag gehen, muss mit dem Keiler mitziehen und abdrücken. Ich habe an den ersten beiden Terminen alles getroffen, bloß nicht den Schwarzkittel. Beim letzten Mal waren die Schüsse zumindest mal auf der Scheibe, aber bestanden hätte ich noch nicht.

Zum guten Schluss kommt noch er hier:


Den Kipphasen beschießt man mit der Schrotflinte stehend freihändig. Mit 8 Doppelschuss aus einer Distanz von ca. 30 Meter muss man mindestens 5 Elemente des Hasen treffen.

Auch bei dieser Disziplin hatte ich enorme Probleme. An den ersten beiden Schießtagen habe ich nicht ein Schrotkörnchen auf diesen Hasen bekommen, geschweige denn, dass ein Element gekippt wäre.
Zu hoch, zu tief, die Backe muss an die Wange … das hörte ich ständig von meiner Schießaufsicht, aber weitergebracht hat mich das nicht. Ich suchte das Gespräch mit einem anderen Ausbilder. Er ist seit vielen Jahren Jäger und außerdem auch ambitionierter Schütze.
Er ließ sich zeigen, wie ich in jagdlicher Erwartungshaltung stehe und von da aus in den Anschlag gehe und bereits nach dem ersten Mal kam der Kommentar „So wird das Nix!“.

Nach einigen Erklärungen, kleinen Veränderungen und einigen Versuchen war er zufrieden und gab mir den Arbeitsauftrag den Ablauf zu Hause zu üben. Das habe ich getan und beim letzten Schießen habe ich mit jedem Schuss diesen…. entschuldigt bitte …. Dreckshasen getroffen.

Als ich also das letzte Mal vom Schießen kam, war ich überaus erleichtert und zuversichtlicher, dass ich das schaffen kann.

Der theoretische Unterricht läuft weiter und es kommen immer mehr Themengebiete dazu. Keiner der Ausbilder sagte bisher … „So, wir sind durch – Wir wiederholen jetzt mal ein bisschen.“ Also arbeite ich jeden Tag etwas durch, damit nicht zu viel wieder aus dem Hirnkasterl rausfällt.

An einem Samstag im Dezember hatten wir dann den Lehrgang zu kundigen Person. Dieser Kurs vermittelt Jägern die notwendige Sachkunde für die Trichinenprobenentnahme und Wildbrethygiene. Dieser Nachweis berechtigt mich später zur selbstständigen Entnahme und Einreichung von Proben.

Weitere 50 Euro trage ich in die Kostenliste ein. 25 Euro waren fällig für die Schießstandnutzung (Kurzwaffe) und die anderen 25 Euro habe ich in ein Paar richtig warme Handschuhe investiert.

Willkommen 2026!

Foto von mir – bearbeitet mit KI

Der Jahresanfang fühlt sich jedes Mal wie ein innerer Neustart an. Diesen Moment möchte ich ganz bewusst nutzen und meine Ziele für dieses Jahr formulieren.
Das größte Ziel steht bereits fest: die Jägerprüfung in 2026 bestehen.

Ein weiteres Ziel, dass ich erreichen möchte ist die erneute Teilnahme am Fulda Marathon. Diesmal soll es die 10 km Strecke sein.

Noch liegen Prüfungstermin und Lauf-Event in der Zukunft aber der Weg dorthin hat bereits begonnen.

Der Entschluss zum Neuanfang

Zwischen den letzten Tagen des alten Jahres habe ich mir eine einfache Frage gestellt:

Was will ich in einem Jahr über mich sagen können?

Die Antwort war klar. Ich möchte sagen, dass ich drangeblieben bin. Dass ich mir große Ziele gesetzt und die Verantwortung dafür übernommen habe. Der Jagdschein ist dabei mehr als ein Dokument – er steht für Wissen, Disziplin und Naturverbundenheit.

Auch die 10 km sind nicht einfach eine Strecke – hier geht es um Durchhaltevermögen und die Tatsache, dass nicht nur das Laufen sondern auch andere Übungen und die Ernährung für den Erfolg wichtig sind.

Warum der Jahresanfang der richtige Zeitpunkt ist

Der Start ins neue Jahr ist kein magischer Schalter. Aber er bietet einen Moment von Klarheit. Alte Gewohnheiten verlieren ihre Macht, neue Routinen haben Platz zu entstehen. Genau diesen Moment nutze ich, um die Vorbereitung auf die Jägerprüfung auszubauen und auch das Lauftraining weiter zu absolvieren – ruhig, strukturiert und langfristig.

Kein hektisches Lernen auf den letzten Drücker. Kein planloses durch den Wald hetzten um irgendwie die 10km zu schaffen.

Sondern ein stabiler Weg.

Konsequenz statt Motivation

Motivation kommt und geht. Was bleibt, sind die Entscheidungen.

Die Struktur für die Woche steht. Feste Lern- und Laufzeiten sind geplant. Rückblick am Samstag, Lernplan erstellen am Sonntag, tägliche Wiederholungen und auch die Zeiten für den Sport sind geblockt.

Nicht perfekt – aber konstant. Das Perfekte ist der Feind des Guten und darum kommt es viel mehr auf die Kontinuität an als auf die Perfektion. Genau das wird mich meine Ziele erreichen lassen.

Was mir dieses Ziel jetzt schon gibt

Obwohl die Prüfung und der Lauf noch vor mir liegen, hat sich bereits vieles verändert. Ich gehe strukturierter durch den Alltag, treffe bewusstere Entscheidungen und halte meine Versprechen mir selbst gegenüber.

Die Vorbereitung auf die Jägerprüfung ist längst Teil meiner persönlichen Entwicklung geworden und auch die regelmäßigen Läufe im vergangenen Jahr haben eine gute Basis gelegt.

Geduld ist Teil des Erfolgs

Fazit: Mein neues Jahr beginnt nicht mit Vorsätzen – sondern mit Verantwortung

Der Jahreswechsel schenkt uns keinen Erfolg. Aber er gibt uns die Gelegenheit, Verantwortung zu übernehmen. Für unsere Träume. Für unsere Entwicklung. Für die Person, die wir in einem Jahr sein wollen.

Ein großes Ziel braucht Zeit. Und Geduld. Es wird Tage geben, an denen alles schwerfällt. Aber jeder kleine Schritt zählt. Nicht die Geschwindigkeit entscheidet, sondern die Richtung.

Für mich heißt das: Jägerprüfung 2026 und 10km Läuferin

Und ich bin unterwegs.

Angepirscht {03|25}

Bei „Angepirscht“ könnt ihr meinen Weg bis zur hoffentlich erfolgreich bestandenen Jagdprüfung verfolgen.

„Angepirscht“ wird ab jetzt mit Erfahrungen gefüllt. Der Unterricht hat begonnen. Wer den Start, der Reihe verpasst hat, findet die Beiträge HIER.

Inzwischen hatten wir Unterrichtseinheiten in Wildtierkunde, Land- und Waldbau, Waffenkunde, Jagdrecht, Hundewesen, Brauchtum und Praxis.
Es ist so unfassbar viel Stoff und während ich mich damit beschäftige, wechseln die Gedanken zwischen „Wow, ist das spannend!“ und „Bist du eigentlich völlig irre?“
Derzeit ist es mir noch schleierhaft, wie ich mir das alles merken soll, aber …. jetzt wird durchgezogen.

Damit das Lernziel auf jeden Fall erreicht wird, habe ich einen Lernplan, den ich wöchentlich anpasse. Er berücksichtigt die Wiederholung des Unterrichts sowie die Vorbereitung auf das, was noch kommt. Von diesem Plan weiche ich so gut wie nie ab.

Jeden Morgen beim ersten Kaffee arbeite ich 40 Fragen auf der App durch. Täglich ein wechselndes Thema. Je nach Tagesplanung werden am späten Vormittag oder am Nachmittag 1,5 Stunden Stoff durchgearbeitet. Themen werden gelesen, Punkte nachgeschlagen und Karteikarten mit Fragen erstellt.
Am Abend fragt mich der Gatte dann zu einem anderen Thema mit den Karteikarten ab.
Irgendwann kommen dann noch Termine mit der Lerngruppe dazu.

Auf Autofahrten oder auch mal auf einer Gassirunde höre ich kleine Kapitel mit dem Audiotrainer der Lern-APP. Ich nutze also tatsächlich fast jede Möglichkeit, um ein wenig Wissen in meinen Kopf zu bekommen.

Das September-Highlight war sicher der Besuch im Wildpark Knüll. Wir durften dort bis spät am Abend (23:00 Uhr) außerhalb der eigentlichen Öffnungszeiten der Rotwildbrunft zusehen und zuhören. Es war ein tolles Erlebnis!
Im Oktober hat dann das Training mit der Waffe begonnen. Nicht ganz leicht, besonders der „laufende Keiler“ ist eine Herausforderung.

Seit diesem Monat bin ich auch stolze Besitzerin eines Fernglases und dieses Schätzchen begleitet mich nun ganz oft auf meinen Hunderunden. Der Anschaffungspreis steht jetzt auf der „Kostenauflistung“ für den Jagdschein, denn ich möchte am Ende aufzeigen, was es mich gekostet hat, das grüne Abitur zu machen.