🥾 Cotswold Way [ 4 | 4 ]

Ich passiere den Schiffsfriedhof Purton Ship Graveyard und folge dem Wanderweg mit der Eichel weiter nach Wotton-under-Edge von wo ich erneut eine Postkarte erhalte.

Immer weiter wandere ich nach Süden und mache Pause in dem Städtchen Tormaton.

Wieder kommt mit der Karte ein Begleittext:

Auf der Weiterfahrt durch eine flache Landschaft passierte ich das Dorf Wortley und durchquerte diagonal eine Weide mit grasenden Schafen. Im Vereinigten Königreich gibt es zahlreiche Schafsrassen, aber eine Rasse, die in dieser Gegend besonders verbreitet ist, ist das Cotswold-Schaf. Sie sind für ihre lange Wolle bekannt und stammen vermutlich von Schafen mit langer Wolle ab, die von den Römern im ersten Jahrhundert nach Christus eingeführt wurden. Sie wurden im frühen 19. Jahrhundert zu einem wichtigen Bestandteil der amerikanischen Landwirtschaft, bis sie von den australischen Merinoschafen verdrängt wurden. Die Rasse war im Niedergang begriffen und wurde auf die Liste der seltenen Rassen gesetzt, bis das Interesse der Spinner in jüngster Zeit wieder erwachte. Mit einem Ertrag von 7 kg (15 lb) Wolle pro Schur und bis zu 50 cm (20 inches) langen Fasern hat sich die Zahl der Schafe wieder erhöht. Das Vlies wird als glänzend beschrieben und manchmal auch als „Mohair des armen Mannes“ bezeichnet.

Ich betrat einen schmalen, dicht bewaldeten Abschnitt, durch den nur wenig Licht fiel, der aber sehr reizvoll war, und kam am Rande des kleinen Dorfes Alderley heraus. Während sich der Weg die Hügel hinauf und hinunter schlängelte, genoss ich die Kombination aus schmalen Erdwegen mit schattenspendenden Bäumen und einspurigen, von Hecken gesäumten Straßen mit vereinzelten Häusern.

Etwa eine Meile vor Hawkesbury stieß ich auf das Somerset Monument, ein 30 m hohes, spitz zulaufendes Steingebäude mit einer Aussichtsplattform an der Spitze, von der aus man die Umgebung, Bristol und an einem guten Tag sogar die walisische Grenze über den Fluss Severn und das Tal überblicken kann. Der 1846 erbaute Turm wurde Robert E. Somerset gewidmet, einem britischen Soldaten, der in der Schlacht von Waterloo kämpfte.

Hawkesbury ist ein kleiner Weiler mit der St. Mary’s Church im Zentrum. Die schlichte Kirche normannischen Ursprungs wurde an der Stelle einer früheren sächsischen Kirche erbaut, deren Inhaber, Wulfstan, ein zum Bischof von Worcester erhobener Pfarrer, der letzte überlebende Bischof aus der Zeit vor der normannischen Eroberung war. Als Sozialreformer war Wulfstan ein entschiedener Gegner des Sklavenhandels und hätte es beinahe geschafft, den Handel zwischen dem nahe gelegenen Bristol und Irland zu unterbinden. Im Jahr 2021 installierte die St. Mary’s Church im Turm ein Geläut mit acht Glocken, von denen die größte 600 kg wiegt, und benannte sie zu Ehren Wolfstans.

Auf der anderen Straßenseite der Kirche, auf einem Hügel, stehen zwei alte Walnussbäume, die den Standort des verlassenen Hawkesbury Manor House markieren. Das Haus gehörte Charles Jenkinson, dem 1. Earl of Liverpool, und war der Geburtsort seines Sohnes Robert Jenkinson, dem 2. Robert sollte von 1812 bis 1827 Premierminister des Vereinigten Königreichs werden.

Eine Meile weiter von Hawkesbury stieß ich auf Horton Court, ein Anwesen des National Trust, dessen Geschichte bis ins 12. Jahrhundert zurückreicht und von dem man annimmt, dass es das älteste Pfarrhaus in England ist. Neben dem Haus steht die St. James‘ Church, die um 1300 aus Cotswold-Stein gebaut wurde.

Durch die Dörfer Horton und Old Sodbury wanderte ich durch den Dodington Park, der im 18. Jahrhundert von Lancelot „Capability“ Brown angelegt wurde, einem Landschaftsarchitekten, der maßgeblich an der Entwicklung des englischen Landschaftsgartenstils mit sanften Hügeln, Seen und Baumgruppen beteiligt war.

Ich beendete diesen Abschnitt meiner Reise in Tormarton. Ich habe Lust auf eine Kanne Tee mit hausgemachten Scones, Marmelade und Sahne und mache mich auf die Suche nach einem Café, das diesen Tee serviert.

(Copyright: The Conquorer Challenges)

Meine Reise geht langsam zu Ende. In der Zwischenzeit wurden erneut 2 Bäume gepflanzt. Bei 60 und 80 % des Weges. In Bath angekommen erhalte ich die letzte Postkarte und auch noch Hinweise zu lokal Spots. Sofort finde ich in meinem Postfach auch die Finisher Urkunde, jetzt warte ich sehnsüchtig auf meine Medaille, die ich euch natürlich sofort präsentiere, wenn sie angekommen ist.

Ich hoffe, ich konnte euch einen kleinen Einblick geben, wie es ist, virtuell zu wandern. Für mich steht fest, das war erst der Anfang. Absichtlich habe ich nicht alle Bilder und Postkarten gezeigt – falls jemand diese Challenge annehmen sollte, ist es doch schöner, wenn man nicht zu 100% weiß, was alles auf einen wartet.

……. Hier geht es zu den ersten Teilen der Serie ….

Teil 1
Teil 2
Teil 3

🥾 Cotswold Way [ 3 | 4 ]

Mein Bericht vom 19.01.23 endete kurz hinter Winchcombe und mit dem Erreichen des ersten Meilensteins. 20 % der Strecke waren geschafft und der erste Baum wurde gepflanzt.

Nun geht es weiter auf dem Cotswold Way. Wenn ich unterwegs bin, schaue ich immer wieder mit Google Streetview wie die Gegend aussieht, in der ich mich virtuell bewege.

Wenn ich die App öffne, tauchen auch immer wieder farbige Punkte auf der Karte auf, wenn ich diese Gegend passiere. Klicke ich diese an, bekomme ich weitere Informationen. Ich wandere also vorbei an Leckhampton Hill und erreiche bald darauf meinen
40 % Meilenstein.

Copyright: The Conqueror Challenges

Es ist wirklich eine schöne Landschaft. Auf meiner Tour erhalte ich eine weitere Postkarte aus Birdlip und wenig später eine aus Painswick…..

Wieder kommt mit der Karte ein Begleittext:

Painswick ist ein malerisches Städtchen, das sich ursprünglich aus dem Wollhandel entwickelt hat. Es ist auch der Mittelpunkt des Cotswold Way. Die Stadt liegt auf einem Hügel mit Blick auf das Painswick Valley und verfügt über enge Straßen und die typische Steinarchitektur der Cotswolds. Der örtliche Pfarrfriedhof ist für seine alten, wunderschön gepflegten Eiben bekannt. Ein pyramidenförmiges Grabmal ragt zwischen den Bäumen hervor, und das örtliche Postamt befindet sich in einem Fachwerkgebäude aus dem 15. 

Nordöstlich der Stadt befindet sich der Rokokogarten aus dem 18. Jahrhundert. Ursprünglich wurde er während der Rokokozeit angelegt, als palastartige Häuser und Gärten gebaut und mit Extravaganz und Prunk geschmückt wurden, und war ein Spielplatz für Unterhaltung und Feste. Mit dem Wandel der Moden änderte sich auch der Garten, bis er in den 1950er Jahren aufgegeben und in den folgenden Jahrzehnten dem Wildwuchs überlassen wurde. Im späten 20. Jahrhundert wurde mit der Restaurierung begonnen, um die ursprüngliche Anlage wiederherzustellen. Ein Gemälde des ursprünglichen Gartens aus dem Jahr 1748 diente als Grundlage für die Restaurierung. Heute ist der Garten der einzige erhaltene Rokokogarten, der der Öffentlichkeit zugänglich ist, mit einem Labyrinth, einem versteckten Tal und umgeben von Wäldern.
(Copyright: The Conquorer Challenges)

Nachdem ich erneut einen „Baum“ erlaufen habe, meldet die App mir nochmal einen Lokal Spot: Purton Ship Graveyard

Diese Boote wurden dort absichtlich angelandet, um den Uferbereich zu befestigen. Es ist der größte Schiffsfriedhof auf dem britischen Festland.

……. Fortsetzung folgt ….

Teil 1
Teil 2

🥾 Cotswold Way [ 2 | 4 ]

mein Bericht vom 12.01.23 endete in der Nähe von Sudeley Castle

Copyright: The Conqueror Challenges

Es folgte auch gleich eine weitere Postkarte aus Winchcombe.

Wieder kommt mit der Karte ein Begleittext:

Ich folgte dem Eichel-Wegweiser und befand mich auf dem Mile Drive, einem kilometerlangen Wegabschnitt, der wie ein Kanal durch eine Mischung aus Wald und Ackerland verläuft, was nicht überrascht. Ich überquerte vorsichtig die A44 und kam in ein kleines, dicht bewaldetes Gebiet, das parallel zur Straße verläuft. Es dauert nicht lange, dann bin ich wieder auf offenem Feld und steige sanft einen Hügel hinauf, bis ich den Broadway Tower erreiche, ein klassisches Bauwerk, von dessen Spitze aus man einen weiten Blick hat.

Den Hügel hinunter geht es in das hübsche Dorf Broadway. Die Hauptstraße ist von roten Kastanienbäumen und Geschäften, Galerien und Restaurants aus Cotswold-Stein gesäumt. Broadway ist eng mit der Arts-and-Crafts-Bewegung des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts verbunden, als Künstler und Schriftsteller von der ruhigen Atmosphäre des Dorfes angezogen wurden, weit weg von den geschäftigen Industriestädten.

Ich kletterte die Böschung hinauf und folgte einem breiten Weg, der auf der einen Seite von Bäumen und auf der anderen Seite von eingezäunten Weiden gesäumt war. An einer Stelle verengte sich der Weg auf kaum eine Fußbreite und war auf beiden Seiten eingezäunt. Als der Weg wieder breiter wurde, erreichte ich Shenberrow Hill, den dritthöchsten Punkt auf dieser Reise.

Nach einem steilen Abstieg in das Dorf Stanton mit seinen 198 Einwohnern schlenderte ich durch die ruhige Straße und dann wieder hinaus in die Landschaft. Stanton wird als eines der schönsten und unberührtesten Dörfer in den Cotswolds gepriesen, und das ist es auch.

Ich schlängelte mich in Richtung Winchcombe, zunächst auf einer gut asphaltierten Landstraße und dann durch Wiesen, die außer den Markierungspfosten, die mir den Weg wiesen, keinen offensichtlichen Pfad aufwiesen. Abschnitte von Trockensteinmauern grenzen die Wiesen von den Äckern ab. Diese Mauerstrukturen sind perfekt aufeinander gestapelt, ohne Mörtel dazwischen, und dennoch erstaunlich stabil. Die Basis ist in der Regel 60 cm breit und verjüngt sich nach oben hin auf 35 cm (14 Zoll). Die Lücken werden mit kleinen Steinen ausgefüllt, und eine Reihe aufrechter Steine vervollständigt die Mauer. Da kein Mörtel verwendet wird, kann die Luft durch die Steine dringen und hält sie trocken. Gut gebaute Mauern können mehrere hundert Jahre halten, wie man überall im Vereinigten Königreich sehen kann.

Mein letzter Halt auf diesem Abschnitt war die mittelalterliche Stadt Winchcombe. Diese einst ummauerte Stadt, die auf die Römerzeit zurückgeht, erlangte in der angelsächsischen Zeit große Bedeutung. Die Hauptstraße ist gesäumt von einer Mischung aus Fachwerk- und Kalksteingebäuden aus dem 15.

Hier suche ich nach einem Ort, an dem ich meine Geschmacksnerven mit doppeltem und einfachem Gloucester-Halbhartkäse, einigen Crackern und einem Gloucestershire-Cidre verwöhnen kann. Es überrascht nicht, dass beide eng mit den Cotswolds verbunden sind, denn in der Region gibt es viele Hersteller und Brauereien. (Copyright: The Conquorer Challenges)

Ca. 10 Km nach Winchcomb erreiche ich den ersten Meilenstein. 20% des Weges sind absolviert und „The Conqueror Challenges“ pflanzt in Zusammenarbeit mit dem „Eden Project“ in meinem Namen einen Baum.

……. Fortsetzung folgt ….