Biber Cup 2017 | Team WT (F)

Am ersten April – nein, kein Scherz – starteten wir nach langer Abstinenz wieder mal auf einem WT. 3 Jahre sind wir nicht gestartet… das hat viele Gründe … aber das gehört hier nicht her.

Ich hab mich sehr gefreut und nachdem Anke, Katharina und ich uns vorab zu einem Training getroffen hatten wusste ich, dass die Chemie stimmen wird.

Keks (O), Fiene (F), Bootsmann (A)

Anke und ich hatten uns wie beim letzten Mal wieder im Landgasthof Hirsch eingemietet und genossen den Abend bei einem feudalen Essen und Cocktails, die einem die Schuhe auszogen.

Bei strahlendem Sonnenschein und für unsere Begriffe schon fast zu warm starteten wir in den Prüfungstag und freuten uns, viele bekannte Gesichter zu sehen.

Eigentümlicher Weise und ganz gegen meine Gewohnheit war ich nicht „prüfungspanisch“. Es kribbelte im Bauch, ja, aber es war mehr die Vorfreude auf den Tag und nicht die Angst, etwas nicht schaffen zu können. Da hat sich an meiner Einstellung doch gewaltig was verändert.

Und dann ging es los!

Die Aufgabenbeschreibungen folgen in der Reihenfolge in der sie von uns gearbeitet wurden. Ein heißer Dank geht hier an Anke, bei der ich mir diese gemopst habe.

Aufgabe 2 – Jörg Mente

Startpunkt mit Blick auf ein brach liegendes Feld und Helfer H2. Rechts davon ein etwa 20m breiter Streifen mit sehr hohem Bewuchs (weiß umrandeter Bereich), dort standen Werfer H1 und ein Schütze. Es fiel ein Schuss und M1 wurde geworfen, einige Sekunden später wurde (ohne weiteren Schuss) M2 geworfen. Nach Freigabe durfte der A-Hund M1 + M2 arbeiten und anschließend anleinen.

Nun wurde M3+4 nach Schuss als Dublette in Richtung Hochsitz geworfen. Rechts vom Helfer H2 lagen zwei Blinds B1+B2 einige Meter weit im Bewuchs. Zuerst sollte die Dublette geholt werden, anschließend die beiden Vollblinds. Das F- und O-Team durften (nachdem die Dublette gefallen war) selbst entscheiden und ansagen, welches Team die Dublette und welches Team die Blinds holen wird.

Die Hunde waren ab Höhe des Helfers H1 außer Sicht. Die beiden Blinds lagen bereits, als die Dublette gearbeitet wurde. Kam ein Hund mit dem falschen Dummy, gab es Punktabzug.

Nun ging es also los. Wir standen da in der Mitte und beobachteten den Fall der Doublette. Also ich beobachtete. Fiene machte auf mich einen völlig „abwesenden“ Eindruck und so waren Anke und ich uns schnell einig, dass der Keks diese beiden Dummys holt. Soweit unser Plan…

Um es kurz zu machen, Biscuit hatte nicht wirklich gut markiert und Anke hatte es in dieser Aufgabe wirklich schwer (hier nachzulesen)

Als wir an der Reihe waren die Blinds einzusammeln machte ich den ersten – entscheidenden – Fehler. Ich wollte Fiene direkt, also schräg in den hohen Bewuchs schicken. Sie ging prima raus, fand eines der Dummys der Doublette und wir wussten .. Der Fienuckel hat sehr wohl markiert – möööööp!

Anke soufflierte mir…. Beim zweiten Blind schick sie gerade über den Acker, stoppen und dann nach rechts. Gesagt, getan, gefunden…So einfach kanns gehen.

Hier muss ich Anke und mich doch mal loben. Wir haben tatsächlich die Nerven behalten, haben uns ausgetauscht und reagiert! Als ich Fiene auf das zweite Blind ausrichtete war sie mir beim ersten „Hand raus“ nicht fokussiert genug, ich nahm mir die nötige Zeit um sie zu schicken und es hat gefunzt. Das sah in der Vergangenheit oft anders aus. Da wollte ich nur schnell fertig werden und bin oft hektisch gewesen.

Aufgabe 3 – Sebastian Hochreiter

Startpunkt mit Blick auf: abfallende Wiese, ein Graben, ansteigende Wiese (dort stand Helfer H1), gefolgt von ca. 30m Altgras (dort stand Helfer H2), dahinter ein Weg und ein höher liegendes Feld (dort stand Helfer H3).

– Schuss, M1 fiel + wurde nach Freigabe vom A-Hund geholt. Während der Hund auf dem Rückweg war, wurde ein Dummy auf die M1-Fallstelle nachgeworfen. Dieses war ohne weitere Freigabe vom A-Hund zu holen.

– Schuss, M2 fiel + wurde nach Freigabe vom F-Hund geholt. Während der Hund auf dem Rückweg war, wurde ein Dummy auf die M2-Fallstelle nachgeworfen. Dieses war ohne weitere Freigabe vom F-Hund zu holen.

– Schuss, M3 fiel + wurde nach Freigabe vom O-Hund geholt. Während der Hund auf dem Rückweg war, wurde ein Dummy auf die M3-Fallstelle nachgeworfen. Dieses war ohne weitere Freigabe vom O-Hund zu holen.

Entfernungen: M1 ca. 50m, M2 ca. 90m, M3 ca. 120m (gemessen mit Google Earth und wie immer ohne Gewähr)

Was so einfach aussah, war es in Wirklichkeit nicht. Die Hunde, besonders der O Hund, haben sowohl die Markierung/en des/der vorherigen Teammitglieder gesehen und diese lagen wirklich auf einer Linie.
Fiene hat ihre Markierung sauber gearbeitet, beim Voran auf das Halbblind nahm sie im Fallbereich der A-Markierung die Nase runter. Ich stoppte sie sofort und schickte sie back auf ihre Stelle. Kurz gesucht und schwupp – gefunden.
Bei dieser Aufgabe ziehe ich meine virtuelle Basecap vor Anke und dem Keks ♥ Die O Markierung war zwar gut zu sehen aber das Gelände richtig schwer. Auch die Strecke gleich zweimal hintereinander, bergauf, durch den fiesen Bewuchs, über den Weg, nochmal ein kleiner Hang und dann aufs freie Feld in den Fallbereich war hammermäßig! Das habt ihr echt toll gemacht.

Aufgabe 1 – Dr. Ursula Friedrich

Startpunkt auf einer Wiese links von einem Teich mit Blick auf einen Schilfgürtel am Ende der Wiese. Dort fand ein Treiben statt. Die Treiber gingen los (Schütze vor dem Schilf, Werfer hinter dem Schilf) und es fiel direkt M1. Auf dem Weg nach links wurde ein Dummy immer wieder hochgeworfen und wieder aufgefangen. Am Schluss des Treibens fiel M2. Kurz darauf kam von hinten M3 in den Teich geflogen.

– Der A-Hund durfte M3 arbeiten und anleinen.
– Der F-Hund arbeitete M2.
– Der O-Hund arbeitete M1 und sollte dabei den direkten Weg durch den Teich gehen.

Entfernungen: M3 ca. 15m, M2 ca. 70m, M1 ca. 90m (gemessen mit Google Earth und wie immer ohne Gewähr)

Wasser… bei unserem letzten WT Start beim BLC 2014, hat uns das die Null gebracht. Heute war ich direkt ein bisschen traurig, weil der F-Hund tatsächlich keine einzige Wasseraufgabe arbeiten sollte.

Wir standen da und die Aufgabe begann. Leider hatte unser A-Hund große Probleme mit dem Einstieg in dieses Gewässer. Das Schilf im gesamten Uferbereich war geschnitten worden und sobald die Hunde mit den Pfoten darauf kamen hat es wohl doll gepiekst. Ein beherzter Sprung wäre die Lösung gewesen.

So lag aber das Wassermark noch als Fiene an der Reihe war. Die Richterin war sichtlich betrübt und bedauerte es uns „unnötig schwer“ machen zu müssen.

Fiene musste also Voran auf M2 und dabei vorbei an M1, dass noch so vor sich hin dümpelte. „Kein Problem“ sagte ich und richtete Fiene aus. Gut konzentriert lief sie voran, suchte und fand.

Da der O-Hund ja durchs Wasser sollte bat die Richterin mich, Fiene auch das Wassermark holen zu lassen. Was soll ich sagen. Perfekt! Reinhüpfen, elegant rausklettern, sauber abgeben, warten bis die Richterin zurückgetreten ist… dann schütteln. Das war unsere beste Aufgabe des Tages.

Die Arbeit von Biscuit war eines der Highligts des Tages .. nur soviel… sie kam nicht mit einem Dummy zurück und hatte trotzem keinen Punktabzug …. (bitte hier lesen!)

Es folgte eine längere Pause auf dem freien Feld und leider ohne Schatten. Ich glaube das hat uns ein bisschen die Spannung geraubt. Fiene schnorchelte schon vor sich hin und ich musste sie tatsächlich ein bisschen wach spielen vor unserem nächsten Einsatz.

Aufgabe 4 – Dr. Ursula Friedrich

Startpunkt in einem gemähten Bereich (weiß umrandet) mit Blick auf einen kleinen Schilftümpel. Zuerst Schuss von Helfer H1 + M1 fiel, kurz danach ein weiterer Schuss von Helfer H2 und M2 fiel.

– Der A-Hund arbeitete M1 und durfte anleinen.
– Der F-Hund arbeitete M2 (Bewuchs wechselte auf dem Weg dorthin von Wiese auf platt gedrücktes Schilf).
– Der O-Hund arbeitete das Vollblind B, welches am Ende des gemähten Bereichs in einem höheren Altgrasstreifen lag. Wenn der Hund auf dem Rückweg in Höhe des Tümpels war, wurde mit Schuss eine Verleitmarkierung in den Tümpel geworfen (wie M1). Diese sollte anschließend noch geholt werden.

Entfernungen: leider keine Ahnung

Tja, wenn man schon denkt…. „was für eine schöne Aufgabe“

Naja, sie war wirklich schön aber was Fiene und ich ablieferten kann man nur als „gruselig“ bezeichnen. Als wir die Freigabe für unsere Markierung erhielten (und ich war sicher, dass Fiene gut markiert hat), richtete ich sie aus und schickte sie los. Was folgte war ein schier endloses Pfeifkonzert aus Tüt Tüt (komm näher), Tüüüt Tüüüt (du sollst näher kommen!), TÜÜÜÜÜT TÜÜÜÜÜÜT (himmelherrgottsackzementkommjetztnähersonstsetzteswas!!!!), Tüüüüt (Stop), tüttüttüttüt (Such), Tüüüüüüüt (Stop) – Tüt Tüt (komm näher) ….. Den Rest erspare ich euch. Ich war viel zu langsam und die freie Wiesenfläche hinter dem platten Schilf zog Fiene magisch an… Hatte ich erwähnt, dass die Richterin gesagt hatte, dass der Hund da NICHT hin soll *urgs*

Na ja, durch einen wirklich blöden Zufall ist mein Hundchen dann doch noch über das Dummy gestolpert und wir hatten es drin.

Aber auch hier bin ich im nachhinein wirklich nicht unzufrieden mit uns. Schön ist zwar wirklich anders aber wir haben uns durchgekämpft und Fiene hat nicht zu gemacht. Das war lange unser größtes Problem und wir scheinen es tatsächlich überwunden zu haben.

Aufgabe 5 – Jörg Mente

Startpunkt auf einem abgeernteten Maisacker mit Blick auf einen Zaun, dahinter sehr hoher Bewuchs. Zuerst fiel Schuss + M1 direkt vor den Zaun. M1 wurde nach Freigabe vom A-Hund geholt, der anschließend anleinen durfte.

Schuss + M2 fiel hinter den Zaun in den hohen Bewuchs. Das Vollblind B lag direkt hinter dem Zaun und war sehr gut im Gras versteckt. Nachdem M2 gefallen war, durften F- und O-Team selbst entscheiden und ansagen, wer zuerst das Mark und wer anschließend das Blind arbeiten würde.

Das Blind lag bereits zu Beginn der Aufgabe, war aber sehr gut im Bewuchs versteckt. Wäre trotzdem der Fall eingetreten, dass A- oder F-Hund statt des Marks das Blind in die Nase bekommen und gebracht hätten, wäre dies i.O. gewesen (d.h. keine Null, kein Punktabzug).

Entfernungen: leider keine Ahnung

Diese Aufgabe wird mir für immer in meinem Gedächtnis und in meinem Herzen bleiben. Selten habe ich mich mehr gefreut, dass ein Hund eine Aufgabe bewältigt hat … und es war nicht Fiene 😉 – naja, die schon auch.

Es wurde warm und wärmer und dann auch noch ein Zaun… ECHT JETZT!?

Na gut, schlimmer als in dem doofen Plattschilfgeussel kanns nicht werden. Anke und ich waren uns einig, dass Fiene das Mark holen geht und das hat auch richtig gut geklappt. Vor dem Zaun brauchte sie ein weiters „Hopp“ und schwupp war sie drüben, verschwand im Bewuchs und war schneller wieder da, als ich gucken konnte.

Was nun folgte war, wie ich mit einem zufälligen Blick auf Fiene festellen konnte, Standruhetraining extrem!

Anke schickte Biscuit auf das Blind. Die möppelte los um vor dem Zaun eine Vollbremsung hinzulegen und mit einem entnervten Blick über ihre Schulter Anke signalisierte …. „Ihr habt ja wohl ne Meise unterm Ponny!“

Anke blieb ganz ruhig. HOPP! (sie schmiss den Arm nach oben)

Der Keks zuckelte hin und her…. HOPP! (fuchtel-fuchtel von Anke)

Wieder schlurfte der Keks am Zaun entlang HOPP! (Anke machte den sprichwörtlichen Jumping Jack)

Man sah Biscuit wirklich an, dass sie sich in einer Notlage befand. Der Geist war willig, allein es fehlte die Kraft.

HOOOOPP! (Anke stand inzwischen schräg neben mir und machte ausladende Winkbewegungen zu ihrem Hopp Kommando)

Ich stand seelenruhig da, blickte lässig auf meinen Hund und erstarrte … Fiene war vorgerutscht und aufgestanden. Sie blickte gebannt auf Anke und bei jedem „HOOPP!“ lief ein Zittern durch ihren Körper. Sie guckte als wollte sie sagen “ Jaaaa doch, Hooooppppp kann ich…. soll ich meiner Freundin helfen gehen?“

Oh mein Gott! Beim nächsten Hopp zischte ich Fiene ein leises „Fuß“ zu und sie sortierte sich wieder ein… noch ein Hopp…. „Sitz“ ….. Puuuhhh, das war ja nochmal gut gegangen.

Gebannt verfolgte ich weiter was den am Zaun nun passierte. Biscuit hatte inzwischen Wind vom Dummy und wollte es unbedingt haben.

Sie nahm ihr Retrieverherz in beide Pfoten, machte eine Art Männchen und stemmte sich mit ihren Pfoten gegen den Zaun. Dieser kippte mit dem Keks in Zeitlupe nach vorne und plumskuller… war sie auf der anderen Seite. Zielsicher und ohne Unterstützung eines Suchenpfiffs zuppelte sie das Dummy aus seinem Versteck, blickte nach oben und …. VERDAMMT! hatte sich dieses Miststück von einem Zaun doch wieder aufgerichtet. Diesmal brauchte sie nur wenige Sekunden bis sie ihre Überquerungstaktik wiederholte und plumskuller… war sie auf dem Rückweg.

Bei Anke und mir brachen alle Dämme. Wir klatschten und feuerten Biscuit an und lachten aus vollem Halse … und nicht nur wir. Auch die Helfer und der Richter konnten sich nicht mehr beherrschen und lachten mit uns. Getreu dem Motto … Auf die Punkte is eh geschissen, hab einfach Spaß!

Aufgabe 6 – Sebastian Hochreiter

Walk Up auf einer Wiese parallel zu einem Streifen mit hohem Bewuchs. Der Schütze (mit Flinte) lief links außen mit. Für den A-Hund kam zuerst vom Werfer ein Geräusch, dann folgte der Schuss, M1 fiel vor den Bewuchs und wurde nach Freigabe vom A-Hund geholt. Weitergehen, Schuss, M2 fiel in den Bewuchs und wurde nach Freigabe vom F-Hund geholt. Weitergehen, Schuss, M3 fiel tief in den Bewuchs und wurde nach Freigabe vom O-Hund geholt.

Entfernungen: keine Ahnung; die eingezeichneten Fallstellen sind ebenfalls nur grobe Orientierungspunkte

Die letzte Aufgabe und Fiene tat sich nochmal richtig schwer – vor allem mit einem Frauchen, dass sich nur „dürftig“ die Fallstelle gemerkt hatte.
Naja, ein paar Pfiffe dann war auch das letzte Dummy des Tages endlich drin.

Liebe Anke, liebe Katharina vielen, vielen Dank für diesen schönen Tag. Jederzeit würde ich das wieder machen 🙂

Der Fienuckel und ich waren wirklich fleißig und das Training und der Weg raus aus der Kompfortzone war richtig und auch bitter nötig. Viele Trainings war ich am verzweifeln, weil sie einfach nicht „gegangen“ ist oder sich einfach nicht mehr hat handeln lassen… Auch hier nochmal „Danke Nina“ – Du hast mir beim letzten Biber Cup in 2014 den richtigen Impuls gegeben.

Zusammenfassend kann ich sagen – Geil wars und stolz bin ich 🙂

Bavarian Lions Cup *14 (F)

Sulzbach Rosenberg – Die kleine Schwester von Tante Google – Google Maps sagt: 278 Kilometer

Wie wir ja alle wissen, ist aus dem Vorsatz „Für einen WT fahr ich nicht weiter als 150 Km“ nix geworden. War ja auch wirklich illusorisch und ich glaube auch, dass er eher dazu diente meinen Mann ganz behutsam auf die tatsächlichen Entfernungen einzustimmen. Hat ja geklappt 😉

Nun habe ich aber immer noch das Problem, dass Fiene und Autofahren nicht wirklich gut harmoniert. Nein, sie bricht nicht aber wirklich wohl fühlen tut sie sich auch nicht. Es ist zwar schon erheblich besser geworden aber ich fürchte nach einer knapp 300 Kilometer langen Fahrt brauchen wir nicht direkt an den Start zu gehen. Es gilt also Übernachtungsmöglichkeiten zu finden und … war für ein genialer Zufall … bedeutet der Weg über Ebern nur den winzigen Umweg von 30 Km … darauf kommt es ja nun wirklich nicht mehr an.

Somit kamen Fiene und ich nicht nur in den Genuß wieder einen uns noch unbekannten WT zu besuchen, sondern auch bei Anke zu übernachten und mit ihr gemeinsam am Samstag nach Sulzbach Rosenberg zu fahren. So wie ich mich für die Open als Helfer gemeldet hatte, die am Samstag nach den Fortgeschrittenen gerichtet wurden, hatte Anke sich für den kompletten Samstag als Helferlein verpflichtet um sich selbst für Sonntag einen Startplatz zu sichern.

Das Auto packen war diesmal etwas anders als sonst. Frau muss ja immer auf alles vorbereitet sein, so klamottentechnisch gesehen. Kalt, warm, mittel warm, nass, Eiszeit, aus versehen in Matsch gefallen … Die Liste lässt sich beliebig verlängern. Daher sieht es auch immer mehr nach Auszug denn nach Ausflug aus.

Heuer hab ich mehr aus dem Auto rausgezerrt als reingepackt. Einzig neue Reisebegleiter waren eine Kühlbox, ein 10 l Wasserkanister und eine Styrophor-Thermobox … ich hab nachgerechnet … insgesamt hatte ich 30 Liter Wasser mit … bei den zu erwartenden Temperaturen schien mir das wirklich nötig zu sein.

Also wirklich, ich kann mir keinen besseren Start in ein Working Test Wochenende vorstellen. Geiles Wetter, freie Autobahn einen gültigen Passier- und Aufenthaltsschein für das Königreich Franken nebst Schlafplatz.
Als ich auf den Hof fuhr wurde ich schon von den Zwei- und Vierbeinern in Empfang genommen und nur einen Moment später waren wir mit Freunden unterwegs in den Biergarten …
Es ist eine wirklich gute Taktik vor einem WT etwas länger wach zu bleiben und ein wenig Radler zu schlürfen. Man verbringt die verbliebenen Nachtstunden dann auch tatsächlich mit schlafen und nicht mit umherwälzen und grübeln. Trotzdem war es kein Vergnügen als der Wecker klingelte und auch in Fienes Gesicht habe ich schon deutlich mehr Begeisterung ablesen können.
Aber wie immer, kneifen gilt nicht und so zuckelten wir um 6 los. Ich wollte einige Kilometer vor dem Ziel noch gemütlich ein Ründchen mit Fiene drehen und sie zwei, drei Dummys arbeiten lassen um ihr vorab nochmal ins Gedächtnis zu rufen, weshalb wir denn nun eigentlich unterwegs sind.

Wir ergatterten einen guten Schattenparkplatz im Wald, packten unser gesamtes Geraffel was heute aus vielen Litern Wasser bestand und machten uns auf zur Anmeldung.

Dann schwor mich Coach Anke nochmal ein:

1. Ein guter Hundeführer gibt nie auf!

2. Der Hund macht Nix falsch – er nur einen anderen Plan!

3. Du gehst nicht mit 20 Punkten in die Aufgabe, sondern mit 0!

Jawohl! Und so stiefelten wir los in Richtung Aufgabe 4 / 5. Dort begann für Fiene und mich der BLC

Aufgabe 4 – Rainer Scesny

Aufgabe4 RS
M1 ca. 55 Meter   –     M2 ca. 20 Meter    –     gemessen mit Tools von google earth

Das Team steht auf einem Trampelpfad mit Blick auf das Wasser. Der Helfer gibt einen Schuß ab und wirft das Dummy in einem hohen Bogen auf die Insel. Bei uns ist der Wurf ein bisschen missglückt und das Dummy fiel an den Rand der Insel und platschte ins Wasser.

Danach dreht man sich um 90° und der Helfer (H2) wirft ebenfalls nach einem Schuß M2. Ein ganz kurzer Wurf neben den Weg.

So liefs bei uns:

WASSER … gleich in der ersten Aufgabe! Na, klasse! Ich versuchte mich nicht unnötig verrückt zu machen und schüttet Fiene die ersten 1,5 Liter Wasser über den Körper. Nochmal sollte mir der Fehler vom Spessart Cup nicht passieren, dass sie sich so „ziert“.

Ein guter Hundeführer gibt nie auf, ein guter Hundeführer gibt nie auf…. fängst mit 0 Punkten an …. hat nur nen anderen Plan …. ich betete mein Mantra vor mich hin und näherte mich dem Startpunkt.

Guten Tag, guten Tag, Hände schütteln, Aufgabe erklärt und mir rutschte das Herz in die Hose. Los…

Schuß – M1 fällt. Wir drehen uns. Schuß – M2 fällt. Wir erhalten die Freigabe. „Fetch it“ und Fiene donnert los in das Gebüsch und ist … weg!

Rainer geht zur Helferin und guckt in den Bewuchs … „Sie ist nicht im Fallbereich!“ … Gedankenblase über meinem Kopf „Ach Was !!??“ … Ähhh, Tüt-Tüt …. Zack, Fiene hüpfte über den Fallbereich und stand wieder auf dem Trampelpfad. Linke Hand raus – Suchenpfiff. „Ach soooo, das Popelmark willst du“ und dann war sie auch wieder da mit dem grünen Säckchen.

Ausrichten auf M2. Fiene zwitscherte los. Ging ins Wasser, lief und wurde langsamer. Ich den Arm hoch, Tüüüt – back! Ja…. und sie ging weiter. Man sah ihr an, dass sie nur noch eine wage Idee hatte, doch dann sah sie den Helfer und lief / schwamm erst mal auf diesen zu. Von da aus drehte sie im 90° Winkel ab und steuerte auf die Insel zu und pickte ihr Dummy. Toll markiert und gemerkt sieht echt anders aus 😉

[7 Punkte]

Als Fiene 3/4 des Rückweges geschafft hatte passierte folgendes:

Aufgabe 5 – Rainer Scesny

Aufgabe5 RS Beginn

Der Helfer H1 gab erneut einen Schuß ab und ließ ein Dummy vor sich in den Uferbewuchs (flache Binsen) fallen. Der Hund hatte kaum eine Chance das zu sehen und auch Rainer erklärte es als beschossenes Blind. Wir sollten halt sehen können, wo es liegt.

Nach der Abgabe von M2 musste man erneut die Freigabe für Aufgabe 5 abwarten.

Aufgabe5 RS
B1 ca. 45 Meter    –    gemessen mit Tools von Google earth

So liefs bei uns:

Fiene nahm das Wasser wieder sofort an und steuerte auch schön auf das Blind zu… bis sie sich überlegte, dass es sich sicher um ein Memory handelt und sie wieder zu der Insel schwimmen soll. Da sie noch nicht genug Tiefe hat ließ ich sie zuerst mal ein Stück machen. Dann Tüüüt – „Out – nach rechts“. Sie war brav und ging rüber. Dann zwei, drei Mal den Suchenpfiff und schwupp war sie mit Dummy Nr.3 zurück und ich ….

war total happy! Ich hätte sofort heimfahren können um das tolle Gefühl zu konservieren.

[15 Punkte]

Weiter gings. Nun mussten wir den ganzen Weg zurück und die Sonne hatte kein Erbarmen. Unser Weg führte uns zu

Aufgabe 1 – Declan Boyle

Aufgabe1 DB

Beim ersten Startpunkt leinte man den Hund ab. Es folgte ein kleiner Walk Up dann „Brrrrrte“ der Helfer und warf das Mark M1 auf die Wiese. Danach war das unbeschossene Blind B1 zu arbeiten.

So liefs bei uns:

Fußarbeit – super. Das Mark fällt und ich lasse Fiene und mir genug Zeit damit wir uns die Fallstelle einprägen können. Dann drehe ich sie ruhig weg und richte sie auf das Blind aus. „Get Out“ Sie geht raus auf der Hälfte schicke ich ihr noch ein „Voooran“ hinterher und sie kommt etwas zu weit links am Wald an. Tüüüt – „Out – nach rechts“ … und weiter „Out – nach rechts“ Suchenpfiff – Fiene ist mit dem Blind auf dem Rückweg.

Jetzt die Markierung. Konzentration….. „Fetch it“ – Sie geht richtig schön raus, überwindet die kleine Kuppe und sucht …. sich an einem Gänseblümchen fest … *urgs* Ich halte den rechten Arm raus – Suchenpfiff – Ach, da war doch noch was… Und das Mark ist bei mir 🙂

[15Punkte]

Aufgabe 2 – Roy Rankin

Aufgabe2 RR
Bis B1 ca. 50 Meter – gemessen mit Tools von Google earth

Man steht am Ufer und bekommt erklärt wo das Blind liegt.

Die ersten 20 Meter konnten die Hunde durchs Wasser laufen bis zur Bewuchsgrenze der Binsen. Dann ca. 30 Meter schwimmen. Am anderen Ufer mussten sie noch 2 – 3 Meter tiefer ins Gelände und dann „nur noch“ finden.

So liefs bei uns:

Ich konzentrierte mich wie verrückt auf den beschriebenen Punkt. Ich wartete ab bis ich das Gefühl hatte, dass Fiene genug Spannung aufgebaut hat und dann … „Get Out!“ Sie düste los, rannte durchs Wasser und dann hing sie sich an der Geländekante (den Binsen) auf. Alle meine Versuche sie weiter zu schicken missglückten. Sie konnte sich einfach nicht überwinden weiter zu schwimmen. Ein guter Hundeführer gibt nicht auf… so hörte ich Ankes Stimme … und tatsächlich versuchte ich es so lange bis ich zum ersten Mal auf einem WT hörte … „Call your dog“ OK …
Ich rief Fiene rein und knuddelte sie sofort durch.  Die Null, da war sie …

[0Punkte]

ABER auch hier kann ich nicht wirklich enttäuscht sein. Voran auf ein Vollblind mit einer so langen Strecke über Wasser. Wo können wir denn sowas schon trainieren… Was der Hund nicht kennt – kann man auch nicht erwarten.

Getreu dem Motto: Hinfallen, Aufstehen, Krönchen richten – Weitergehen! machten wir uns auf den Weg zur letzten Station.

Aufgabe 3 – Damian Newman

Aufgabe3 DN
M1 ca. 30 Meter – M2 ca. 60 Meter gemessen mit Tools von Google earth

Es fallen zwei Markierungen mit Schuß. Zuerst M1 kurz, dann M2 in die Verlängerung. Nach Freigabe ist zu schicken.

So liefs bei uns:

Schon als ich zum Richter kam, guckte mich Anke erwartungsvoll an. Uuuuuuuund???? Ich „beichtete“ unsere Null und stellte mich zum Richter. Dieser erklärte mir in Ruhe die Aufgabe. In der Zwischenzeit saß Fiene perfekt am Fuß und verrenkte sich den Kopf nach Anke!

Wer wissen möchte wie das aussieht muss sich nur mal die Schlafbilder vom Goldmurkel angucken. Die Chance, dass sie so markiert liegt bei Nullkommanull!! Ich also schnell den Finger vor ihre Nase und in Richtung des Marks gezeigt und zum Glück hat sie auch noch geguckt.

Ich richtete Fiene aus – „Fetch it“ In Höhe der ersten Fallstelle – Suchenpfiff – Punktlandung beim zweiten taten wir uns dann ein bisschen schwer. Fiene saugte sich an der alten Fallstelle fest und ich legte beim Handeln nicht wirklich eine Glanzleistung hin. Ich war sicher noch ein bisschen durch von unserem erfolglosen Einweisemarathon bei dem Wasserblind und war dann heilfroh, dass Fiene noch tief genug ins Gelände gegangen ist um mir das letzte Dummy des Tages zu bringen.
Danach gabs noch vom Richter gehörig eins auf den Deckel… mit Recht .. wie gesagt.. ich sah sicher aus wie ein Verkehrspolizist auf Speed in der Rushhour… So what der Tag war gelaufen und ich im Grunde mehr als zufrieden.

[14 Punkte]

Nun hieß es warten. Nach einer Stärkung brachte ich Fiene ins Auto. Dieses stand, wie schon anfangs gesagt, den ganzen Vormittag im Schatten und war zudem noch mit Plane und Laken abgedeckt. Die Seitentür und die Heckklappe blieben offen und so konnte es der Murkel gut aushalten.

Ich ging zurück ins Gelände um meinen Helferposten in der Open-Klasse zu beziehen. Und ich hatte einen genialen Platz

Bavarion Lions Cup 2014, Open
Aufgabe 2: Roy Rankin
Es wurde eine Verleitmarkierung mit „brrrt brrrt“ geworfen, die nicht zu holen war. Zu arbeiten war nur das unbeschossene Blind im letzten drittel der Landzunge.

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Bild und Beschreibung von Tanja Gewies http://www.treasureyarden.de/

Ich saß also im Schatten auf der Insel und legte das Blind aus. Ich habe aus meinem „Versteck“ sowohl die Hunde als auch die Hundeführer sehen können und das war wirklich spannend.

Der Tag ging ratz fatz dem Ende zu. Nachgerechnet habe ich fast 5 Liter Wasser getrunken und ich war froh, als Anke und ich wieder bei ihr zu Hause angekommen waren.

Natürlich hat der Goldmurkel auf diesmal den verdienten Cheeseburger bekommen. Wir haben uns erneut steigern können. Von 5 Aufgaben nur eine Null und die auch nur mangels Trainingsmöglichkeit. Wer weiß, wenn es an dem Tag keine zweite Wasseraufgabe gegeben hätte…. oder das Blind beschossen gewesen wäre…

Hätte, hätte Fahrradkette! Beim nächsten Mal nehmen wir uns einfach wieder vor es zu schaffen und geben unser bestes!

Ich möchte mich bei allen bedanken die für das Gelingen eines solchen Tages viele Stunden Zeit investieren. Der Sonderleitung und dem dazugehörigen Team, den Richtern für die schönen Aufgaben die der Fortgeschrittenen Klasse wirklich angemessen waren, den Helfern die unermüdlich ausgelegt, geschossen und geworfen haben, den Reviergebern und nicht zuletzt den Teilnehmen… Es war ein schöner Tag mit euch.

Spessart Cup *14 (F)

Nachdem wir ja im letzten Jahr mit eher „bescheidenen“ Ergebnissen in die Fortgeschrittenen-Klasse gewechselt waren, konnte es ja schlimmer nicht mehr werden.

So fuhr ich also relativ gelassen los, kam überpünktlich in Langenprozelten an, erledigt die Formalitäten und kümmert mich um den Goldmurkel. Eh ich michs versah, saßen wir bei perfekten Wetter in der Wartezone.

Wir hatten auch eine „günstige“ Startnummer, so dass wir nicht gleich als erstes Team ran mussten. Konnte man doch so mal in die Aufgabe spicken bzw. die Mitstarter fragen. Hier mal gleich eine Anmerkung. Ich hatte tolle Mitstarter und Mitwarter. Alle waren guter Laune, haben mitgefiebert und bereitwillig Auskunft gegeben über das was ansteht. Das ist wirklich nicht immer so und ich möchte mich dafür herzlich bedanken. So macht starten Spaß!

Unsere erste Aufgabe richtete Frau Annette Bürse-Hanning und es ging auch gleich richtig knackig los.

Augabe 1:

Im lichten Wald stehend blickt man hangaufwärts. Auf 12 Uhr, ca. 30 Meter vor uns ein großer, abgestorbener Baum. Rechts daneben zog sich ein flacher Graben nach oben.

Links, auf etwa 11 Uhr aber erhöht, stand ein Schütze/Werfer. Auf 15:00 Uhr und hangabwärts in ca. 60 Meter Entfernung noch ein Schütze.

Dann ging es los. Der Helfer vor uns schoß von seiner erhöhten Position auf ein Blind in der Senke einige Meter hinter dem besagten Baum. Danach drehte er sich, gab einen weitern Schuß ab und warf eine Markierung auf seine Höhe.

Das Team drehte sich hangabwärts und der zweite Schütze beschoß ein weiters Blind. Schwierigkeit hier war, dass die Hunde über den Waldweg gehen mussten und das Blind dann auf der anderen Seite im Graben lag. Die Dummys sollten in der Reihenfolge angegebenen Reihenfolge gearbeitet werden.

Wie haben wir diese Aufgabe nun gelöst? … Mit einer Null und einem Lächeln auf dem Gesicht! Aber von vorne. Wir wurden freigegeben und ich richtete Fiene auf das erste Blind. Sie ging schnurgerade bis hinter den Baum, hatte aber nicht genug Finderwille beim Suchenpfiff und arbeitet sich den Hang hoch in Richtung der Markierung.

STOP – OUT und sie ging runter… Suchenpfiff, Suchenpfiff … Sie war außer Sicht und ich mit meinem Hier-Pfiff viel zu spät. Plötzlich sah ich eine Bewegung hinter dem Werfer! Die kleine Kröte hatte sich im Schutz der Bäume von hinten auf das Plateau gearbeitet und blinzelte mich nun von dort oben an. STOP – OUT aber Fienchen stand wie angewurzelt. Zuerst dachte ich: „Nein, es geht schon wieder los, sie blockiert :(“ Aber dann bemerkte ich einen Unterschied in ihrer Körperhaltung und in ihrem Blick. Kennt ihr das Bild von dem Kaninchen und der Schlange? Tja, Fiene war in der Nummer eindeutig die Kobra. Fest im Blick hatte sie ihr Dummy und ich sah förmlich die Gedankenblase über ihrem Kopf…. „Du irrst dich!!! Das Dummy liegt genau da und nicht bei OUT!“ Plötzlich machte sie einen Mäuselsprung, packte das Dummy und kam strahlend den Berg runtergeflitzt und ich … musste lachen!

Frau Bürse-Hanning bemerkte noch, dass es den Anschein macht, dass ich mich nicht sehr über meine Null ärger und nein, das tat ich tatsächlich nicht wirklich.

Aufgabe 2:

Diese Aufgabe stellte Herwig Deutinger. Wir standen in kurzer Entfernung vor einem sich durchs Gelände schlängelnden Bachlaufs.

Direkt vor uns ein Schütze / Werfer der eine Markierung parallel zum Bachlauf wirft. Flugbahn und Fallbereich nur schlecht sichtig. Dann bewegt sich der Helfer von uns weg in Richtung Bach beschießt ein Blind hinter dem Bachlauf.

Daraufhin gibt ein weiterer Helfer einen Schuß ab. Er beschießt ein weiteres Blind weit hinter dem Bachlauf.

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Hier darf sich die Frau F. mal mehrfach heftig in den eigenen Hintern beißen und treten! Bach = Wasser, Wasser + Fiene = ?

Ich hätte es wissen müssen, dass der Goldmurkel nach der Winterpause mit dem kühlen Nass nicht gut zurecht kommt. Ein paar TrockenNassübungen vor der Aufgabe hätten die Sache sicherlich vereinfacht. Zwei, drei Mal ein Bällchen über den Bach geworfen und schon hätten wir ein Problem weniger gehabt.

Sei es drum. Das Blind (B2) sollte rein. Fiene geht raus stoppt vor dem Bach und dann begann ein „Voran-Back-Out“ Konzert das einem die Haare zu Berge stehen konnten. Als ich sie endlich über diesen Bach getrieben hatte war es mit meinen Handlingkünsten auch schon vorbei. Ich habe sie einfach nicht tief genug ins Gelände bekommen und als sie anfing nur noch planlos rumzueiern habe ich sie reingeholt … Setzen…6

 

Aufgabe 3 (Betty Schwieren)

Wieder dieser Bach!! Wieder 3 Dummys!! Ich wäre am liebsten geflüchtet. Aber, da Bange machen ja bekanntlich nicht gilt, standen wir mit mulmigen Gefühl am Abgrund….

Der Startpunkt lag tatsächlich auf dem Waldweg und der Blick richtete sich in eine Senke. Oberhalb im gegenüberliegenden Hang stand ein Helfer. Betty erklärte, dass dieser eine Markierung in einen „Miniteich“ werfen würde… Hmmm OK?? Dann stand ein weiterer Werfer schräg rechts unten in der Senke (am Fuß des gegenüberliegenden Hangs) auch dieser sollte eine Markierung werfen. Später würde in die Nähe der Fallstelle ein Blind ausgelegt… etwas weiter nach rechts – hinten… so Bettys Erklärung.

Die Markierungen vielen und ich gestehe, wirklich viel gesehen habe ich nicht. Treu dem Motto, es ist geflogen, es ist gefallen, es war ein Apport schickte ich sie mit „Fetch it“ auf die Markierung in dem Mini-Teich. Ich staunte nicht schlecht als Fiene wie ein Torpedo erst den Hang runter und dann wieder hoch düste, kurz suchte und mit Dummy den Rückweg antrat.

Ich richtete sie auf die zweite Markierung aus. Wieder trete ich mich sinnbildlich in den Allerwertesten… denn ich wich von meinem Schema ab. Ich war mir sicher, dass sie nix gesehen hatte und schickte sie mit voran. Natürlich hatte ich sie gut am Bein ausgerichtet und sie sollte schräg den Hang runter laufen, quer über den Bach und dann in den Fallbereich. Tja, so war der Plan. Fiene machte Freestyle. Sie hobste nach links weg und rannte den Hang schnurgerade runter und überquerte den Bach. Tüüüüüüüüt (Sitz)… natürlich war sie jetzt viel zu weit links. Ich, den rechten Arm raus – OUT Sie ging rüber, ich gab den Suchenpiff und sie fand.

Nun wurde das halbblinde nachgelegt. Wieder richtete ich sie schräg zum Hang aus, wieder stürzte sich Fiene im 90° Winkel dem Dummy entgegen und dann ging sie los die wilde Handelei. Betty machte mich netterweise noch darauf aufmerksam., das ich mich am Rande des Abhangs / Weges bewegen durfte und so fand ich eine Position aus der mich mein Hund sehen konnte, ich bekam sie in den Wind und sie brachte mir das Dummy.

Natürlich blieben nicht viele Punkte über aber… wir hatten endlich welche 🙂

Aufgabe 4 (Werner Haag)

… und wieder der Bach!

spessartcup4

Man steht in der Mitte einer Wiese. Es fällt M1, das Team dreht sich, es fällt M2. Welche der Markierungen als erstes geholt wird bleibt dem Hundeführer selbst überlassen. Nach den beiden Markierungen soll das Blind geholt werden. Hier deutet der Richter auf einen Busch auf der anderen Bachseite der mit Flatterband gekennzeichnet ist. „Da liegt es nicht!“ „Von da aus nach rechts über den Waldweg an dem Hang, da liegts.“

OK. Dachte ich. Soweit, so gut. Als erstes viel mir auf, dass wir von unserem Startpunkt aus genau in eine O-Aufgabe gucken konnten, die auf der anderen Seite der Wiese stattfand. Hoffentlich lässt sich Fiene davon nicht ablenken, war mein erster Gedanke. Dann den „Plan“ entwerfen. M1 war eindeutig schwerer als M2 da es in hohen Grasbewuchs fiel. Trotzdem entschied ich mich das zuletzt gefallene M2 auch direkt zu arbeiten. Drin ist drin!

M2 fiel und ich schickte Fiene. Sie ging raus, rannte durch die Baumgruppe, kam aber sofort zurück. Sicherheitshalber gab ich den Suchenpfiff und dann war sie auch schon auf dem Rückweg.

Ausrichten auf M2. Gut konzentriert, sie rennt los und verschwindet im hohen Gras. Zack und schon hüpfte sie wieder raus. Das war ne Punktlandung.

Jetzt das Blind.

Wieder richtete ich sie gut aus und schickte sie ein letztes Mal los. Nach einer Schrecksekunde am Bach. Fiene hatte sich wohl beim Springen verschätzt und zappelte an der Uferkante, zog sie sich hoch und lief weiter. Sitzpfiff – Out – nach rechts – Suchenpfiff …. und der Goldmurkel machte mich so richtig stolz!

Nun ja, grundsätzlich war es ja wieder ein n.b. im Leistungsheft aber … auch wenn das nur ganz wenige wirklich verstehen können. Ich war sehr zufrieden. „Nur“ zwei Nullen ne Quatsch die wichtigste Erkenntnis war, dass einige unserer Baustellen nicht aufgetreten sind. Es ist wohl nur eine Frage der Zeit bis wir endlich mal durchkommen.
Wir bleiben auf jeden Fall dran.