Wir üben…

entspannen.

Unsere Tage liefen bisher, sagen wir mal, halbwegs strukturiert ab. Schlafen, pieseln, Pooh machen, ein bisschen üben, fressen und wieder schlafen.

Ich habe ja so meine eigene Theorie was so ein Knirps im ersten Lebensjahr so lernen sollte.

  1. Kommen wenn ich gerufen werde … immer und auf jeden Fall!
  2. Sitzen wenn es heißt „Sit“ … solange bis etwas anderes gesagt wird!
  3. Geh ordentlich an der Leine

Das heißt nicht, dass nicht auch schon im frühen Alter Grundlagen für das Dummytraining gelegt werden. Suchenpfiff, der Spaß am Wasser, Vertrauen durch jede Form von Bewuchs zu gehen auf zu bauen und auch Dummys aus diesem Bewuchs zu „retten“.

Aber was nützt einem ein Hund der 1000 Volt hat, diese aber nicht zu kontrollieren sind … NIX!

Ich habe mit Fiene viel „Abschalttraining“ gemacht. Vielleicht mehr als sie  gebraucht hätte ;). Der Plan war nun Hetty nicht zu Tode zu langweilen… Wie sich aber herausstellt werden wir genau darauf wieder viel Zeit verwenden müssen.

Sie gibt einfach nie auf und auch keine Ruhe. Ständig gängelt sie Hannes oder Fiene und traktiert sie. Nur im Kennel schläft sie wirklich tief und fest. Schläft sie außerhalb, ist sie bei der kleinsten Bewegung wach und turnt wieder rum. So kommt es, dass wir hier zu Hause mit dem „Ruhen an der Leine“ begonnen haben. Wenn man so will, Wartezonentraining im Haus.

Die Übung ist so einfach wie wirkungsvoll.

Man setzte sich auf einen Stuhl oder das Sofa, der Hund wird angeleint und ein Fuß auf die Leine gestellt. Von diesem Moment heißt es Nerven bewahren. Nicht mit dem Hund sprechen, nicht ansehen, nicht streicheln alles, wirklich alles wird ignoriert!

Was soll ich sagen? Bei Fiene hat das wirklich nur ein paar Minuten gedauert… Hetty war in den Darlegungen ihres „I’m not amused“ Standpunktes deutlich ausdauernder. Wie in so einigen anderen Dingen auch 😉

Neulich habe ich noch mit Heike drüber gesprochen. Sind die D-chen sehr weich und leicht zu beeindrucken gewesen sieht das bei den H-chen doch anders aus. Zu Fiene einmal streng „Nein“ gesagt habe ich bei Hetty das Gefühl, dieses „Nein“ stachelt sie noch richtig an. Sie lässt sich wirklich ungern etwas sagen bzw. einschränken.

Nun liegt sie hier, angeleint, neben mir. Auf dem Rücken liegt sie und schläft… aber es hat wirklich lange gedauert. Ach, mein kleines Hundekind… ich meins doch echt nur gut mit dir 😉

het (27 von 106)

 

 

Tag 2 der „Freiverloren-Suche“

Heute habe ich mich ganz bewusst für das selbe Suchengebiet aber zu einer anderen Tageszeit entschieden. Um uns beide in den gewünschten „Trainingsmodus“ zu versetzen ging es zuerst mit etwas Heel-Work los. Als die Konzentration geweckt war durfte sie dann eine Markierung arbeiten.

Den Wartebereich (Handtuch neben der Dummytasche) hatte ich schon so eingerichtet, dass die Maus nicht in das Suchengebiet schielen konnte während ich die Dummys auslege.

Aufgabe 1

  • Ich gehe gegen den Wind um das Suchengebiet damit Delphin nicht zum Erfolg kommt indem sie meiner Spur folgt. In einer Tiefe von ca. 20 Metern lege ich ein Dummy aus. Nun hole ich Fiene im Wartebereich ab. Sie folgt mir frei bei Fuß zum Ansatzpunkt und dann folgt unser Ritual für die Freiverloren-Suche. Ich stelle mich parallel zu ihr auf, mit meiner rechten Hand beschreibe ich einen Kreis in Höhe ihrer Nase… „High-Lost!“    →   Ich habe extra ohne Zwischenaufgabe gearbeitet um Fiene zu einem schnellen Erfolg zu verhelfen und um ihr für die nächsten Aufgaben die nötige Sicherheit zu geben.

Aufgabe 2 (zwei grüne Dummys / Aufgabe 6 im Trainingshandbuch)

  • Delphin soll mit Gegenwind zwei Dummys suchen. Ich gehe also (für Fiene nicht sichtig) um das Suchengebiet und in einer Tiefe von ca. 20 Metern und in einem Abstand von ca. 15 Metern bringe ich die Dummys aus. Ich achte darauf, dass sie von dem jeweils anderem Dummy keine Witterung bekommen kann wenn sie sich auf dem Rückweg befindet. Ich mache mir etwas Gedanken, dass sie vielleicht tauschen könnte ….

Aufgabe 2

Die Aufgabenbeschreibung sagt, dass der Hund nachdem er das erste Dummy gebracht hat sofort erneut in die Suche geschickt werden darf. Ich habe mich dafür entschieden, dass ich jedesmal erneut das Ritual durchführe um sie zu schicken. Fienchen kommt also mit dem ersten Dummy zurück, wird neu konzentriert, „High-Lost!“ und sie geht raus… Nachdem sie den ersten „Fundort“ überprüft hatte habe ich kurz den Atem angehalten. Sie kommt auf mich zu und sieht mich fragend an ????? Ich bleibe stocksteif stehen, schaue sie nicht an und rede nix! Und siehe da nach ein paar Sekunden (gefühlte Stunden!!!!) dreht sie ab und sucht weiter. Ich sehe deutlich, wie sie plötzlich Witterung bekommt, sie schnappt das Dummy und ich bin der glücklichste Hundemensch von Welt.

Ich bringe Fienchen zurück zur Wartezone und setzte mich zu ihr. Sie schaut entspannt in der Gegend rum….

rum gucken ...

und ich studiere das Trainingshandbuch…..

das "Buch der Bücher"

Nach den ersten beiden Aufgaben haben wir uns 10 Minuten Pause gegönnt. Pause bedeutet, es passiert nix! Oft wird ja in Hundeschulen gesagt … „Wir machen 5 Minuten Pause … Gehen sie mit ihrem Hund spielen!“ Bei uns heißt Pause „Wir sitzen zusammen auf einem Handtuch, ich lese und ignoriere die Maus….sie schnauft tief und legt den Kopf ab“

Aufgabe 3 (drei grüne Dummys / Aufgabe 7 im Trainingshandbuch)

  • Die Aufgabe wird wie die vorhergehende aufgebaut. Diesmal werden 3 Dummys in einem Abstand von ca. 10 Metern ausgebracht. Delphin wird allerdings nur einmal in die Suche geschickt, hat aber die dreifache Chance ein Dummy zu finden.
Aufgabe 3

Sie startet in das Suchengebiet und findet das (vom Startpunkt aus gesehen) rechte Dummy als erstes. Nach der Abgabe gehen wir beide gemeinsam auf die Pirsch. Fiene folgt mir frei bei Fuß und ich finde wie zufällig die anderen beiden Dummys. Das letzte durfte sie dann *stolz wie Bolle* aus dem Suchengebiet raustragen. Danach gabs große Party und entspanntes Umhertollen.

Insgesamt hat unser Training incl. Aufgabenaufbau und Wartezeiten 30 Minuten gedauert. Ich bin sehr, sehr zufrieden und ich glaube die Maus ….

ist es auch!

Oder sehen so …. unzufriedene Goldschnäutzchen aus?

.... nein 🙂

Ein Experiment

Wir kommen gerade vom örtlichen Verein für Gebrauchshunde. Dem Hundeplatz der Ortsgruppe Hünfeld. Ich wollte ein Experiment wagen. Ganz oft gehe ich ja mit Fienchen in den Wald, richte eine Wartezone ein und dann wird halt gewartet. Nun ist da wo wir hinfahren ja nicht wirklich viel los und so habe ich mit gedacht… Fahr doch mal dahin wo gearbeitet wird.

Gesagt getan, die Maus in s Auto und ab. Dort angekommen habe ich sie zuerst im Auto gelassen, um mich den Anwesenden vorzustellen. Außerdem wollte ich ja mein Anliegen vortragen. Ich wollte mich in einer Ecke des Platzes aufhalten, sodass Fiene den fremden Hunden beim Arbeiten zu sehen kann. Erst etwas seltsam angekuckt wurde ich befragt, für was ich diese Art Training brauche. Von Dummytraining hatte von 13 Leuten nur einer schon mal was gehört. Der Rest war aber zumindest neugierig. Dann habe ich die Süße aus dem Auto geholt und alle waren von den Socken. So eine hübsche, ach eine Jagdlinie, die sieht ja viel besser aus als die „normalen“ Golden Retriever.

Und so haben wir uns ein Plätzchen gesucht von wo aus Fiene die Hunde beim Arbeiten beobachten konnten. Ein Boxer, 4 Riesenschnautzer, 1 Zwergschnautzer, 2 Schäferhunde, 1 Malinois. Also alles Hunde, die Fiene noch nie gesehen hat. Und nach anfänglichem Rumgeschnupper hat sie dann ihre Liegeposition gefunden und war echt locker. Sie hat zwar nicht geschlafen aber zumindest hat sie aufmerksam beobachtet ohne sichtbare Zeichen von Stress (Schnäutzchen lecken, starkes Hecheln usw.) Aber jetzt liegt sie in ihrem Kennel und schläft wie in Stein. Auch Warten ist halt sehr anstrengend.

Ich denke, dass werde ich so in 2 Wochen wiederholen. Ich habe ja dort schon erklärt, dass ich nicht auf dem Platz trainieren möchte. Fiene soll nicht „abgerichtet“ werden. Ich habe erklärt, dass viele der Dinge, die dort gelehrt werden, für uns nicht brauchbar sind. Mein Hund darf mich nicht die ganze Zeit anstarren er soll ja schließlich Fallstellen markieren. Mein Hund soll aus der „Sitz“ Position abgerufen werden, nie jedoch aus dem „Platz“. Ich übe mit Pfeiffsignalen usw. aber für „Wartezonentraining“ sind gelegentliche Besuche dort bestimmt gut. Da ist richtig Trubel!