Suchen auf der Stelle

Nach unzähligen Leckerchensuchspielen in Verbindung mit dem Suchenpfiff fangen wir nun an das Training für den das „Auf der Stelle suchen“ Schritt für Schritt aufzubauen.

Hier kommt wieder das Arbeitshandbuch „Apportieren Schritt für Schritt“ zum Einsatz.

Stufe 1 (Lernphase)

  • Der Hund soll lernen, den Suchen-Pfiff mit einer richtungsweisenden Handbewegung nach rechts oder links zu verknüpfen, sofort die Nase einsetzten und ein kleines Gebiet abzusuchen, bis er Erfolg hat.

Aufgabe 1  (1 grünes Dummy)

  • Der Hund soll aus dem Sitz heraus auf den Suchen-Pfiff hin in einer einzeln stehenden, dichten Deckung ein Dummy suchen. Er schaut aus einer Entfernung von max. 10 m zu, wenn der Hundeführer es dort auslegt. Danach geht das Gespann frei bei Fuß zum Suchengebiet und der Hund wird zum Sitzen gebracht. Nun stellt sich der Hundeführer ihm zugewendet an die Deckung und beschreibt mit der Hand kreisende Bewegungen in deren Richtung.
Hund kann beim Auslegen des Dummys zusehen. Es ist auf Gegenwind zu achten.
Handbewegung und Suchen-Pfiff

Hinweis

Dies wird mehrere Tage an unterschiedlichen Orten nach rechts und links geübt.

So habe Fienchen und ich das also angefangen. Keine Frage…es hat gut funktioniert. Wiedereinmal sitzt der kleine Mann auf meiner Schulter und flüstert „Los, versuch die nächsten Schritte! Sie kann es doch…“ NEIN! Wieder und wieder werde ich diese einfache Form üben. Immer wieder auf unseren Runden und immer wieder an unterschiedlichen Orten und zu unterschiedlichen Tageszeiten. Wir haben Zeit und je mehr Erfolge sie für sich verbuchen kann, desto gefestigter wird ihr Vertrauen und ihr Wissen werden.

Quelle der Übung: Trainingshandbuch „Apportieren Schritt für Schritt“ von Tineke J. Antonisse-Zijda



Ein Experiment

Wir kommen gerade vom örtlichen Verein für Gebrauchshunde. Dem Hundeplatz der Ortsgruppe Hünfeld. Ich wollte ein Experiment wagen. Ganz oft gehe ich ja mit Fienchen in den Wald, richte eine Wartezone ein und dann wird halt gewartet. Nun ist da wo wir hinfahren ja nicht wirklich viel los und so habe ich mit gedacht… Fahr doch mal dahin wo gearbeitet wird.

Gesagt getan, die Maus in s Auto und ab. Dort angekommen habe ich sie zuerst im Auto gelassen, um mich den Anwesenden vorzustellen. Außerdem wollte ich ja mein Anliegen vortragen. Ich wollte mich in einer Ecke des Platzes aufhalten, sodass Fiene den fremden Hunden beim Arbeiten zu sehen kann. Erst etwas seltsam angekuckt wurde ich befragt, für was ich diese Art Training brauche. Von Dummytraining hatte von 13 Leuten nur einer schon mal was gehört. Der Rest war aber zumindest neugierig. Dann habe ich die Süße aus dem Auto geholt und alle waren von den Socken. So eine hübsche, ach eine Jagdlinie, die sieht ja viel besser aus als die „normalen“ Golden Retriever.

Und so haben wir uns ein Plätzchen gesucht von wo aus Fiene die Hunde beim Arbeiten beobachten konnten. Ein Boxer, 4 Riesenschnautzer, 1 Zwergschnautzer, 2 Schäferhunde, 1 Malinois. Also alles Hunde, die Fiene noch nie gesehen hat. Und nach anfänglichem Rumgeschnupper hat sie dann ihre Liegeposition gefunden und war echt locker. Sie hat zwar nicht geschlafen aber zumindest hat sie aufmerksam beobachtet ohne sichtbare Zeichen von Stress (Schnäutzchen lecken, starkes Hecheln usw.) Aber jetzt liegt sie in ihrem Kennel und schläft wie in Stein. Auch Warten ist halt sehr anstrengend.

Ich denke, dass werde ich so in 2 Wochen wiederholen. Ich habe ja dort schon erklärt, dass ich nicht auf dem Platz trainieren möchte. Fiene soll nicht „abgerichtet“ werden. Ich habe erklärt, dass viele der Dinge, die dort gelehrt werden, für uns nicht brauchbar sind. Mein Hund darf mich nicht die ganze Zeit anstarren er soll ja schließlich Fallstellen markieren. Mein Hund soll aus der „Sitz“ Position abgerufen werden, nie jedoch aus dem „Platz“. Ich übe mit Pfeiffsignalen usw. aber für „Wartezonentraining“ sind gelegentliche Besuche dort bestimmt gut. Da ist richtig Trubel!

… und wieder „Hier-Piff“

und diesmal war er super. Heute morgen haben wir uns mit unserem Hundekumpel Merlin verabredet. Punkt 7:30 Uhr und das Training kann beginnen. Natürlich nutzen wir jede Begegnung mit anderen Hunden um die Leinenführigkeit zu üben oder zum Beispiel eine „Begrüßungs-Übung“ zu machen. Hier ist Fienchen schon echt fit. Dann laufen wir gemeinsam los. Fienchen ist abgeleint also … frei bei Fuß. Heute habe ich sie nach ca. 10 Metern erlöst und mit „und ab“ darf sie dann abzwitschern.

Wir laufen so unser Ründchen und auf einmal düst Merlin ab, Fiene hinterher. Ich rufe, sie bremst, „TÜT – TÜT“ zack umgedreht und zurück! Als Belohnung gabs einen Ballwurf  durch meine Beine durchgeflitz den Ball geschnappt und wieder zu mir. Ganz lieb!!

Und das Merlin-Frauchen hat ganz schön gestaunt!

Na, Großer...