Es geht wieder los :)

Kaum hat das neue Jahr begonnen, ist hier wieder eine alt bekannte Krankheit ausgebrochen … das Meldefieber!

Fast täglich schaue ich auf der Seite von Jarka vorbei um zu sehen, was es neues gibt. Außerdem rechne ich ständig nach, wann Fiene denn nun das nächste Mal Läufig wird … 7 Monate … 8 Monate… Tja…

Motto fürs Melden von WT’s „No Risk – No Fun!“ und so habe ich gerade eben die Anmeldung für unseren ersten F-Workingtest des DRC abgeschickt.

Jetzt wird wieder die heidnische Gottheit (Glücksfee) angebetet damit uns das Losglück hold ist und wir einen Startplatz beim Spessart-Cup ergattern.

Hoffentlich ist es kein schlechtes Omen, dass ich keine guten Erinnerungen an den Spessart habe aber das ist wirklich eine ganz andere Geschichte aus einer ganz anderen Zeitrechnung. Na gut ich wills erzählen:

Mein Mann und ich lebten noch in Südhessen und bei uns lebte die junge Labbihündin Cosma. Eine nimmermüde, topfite Hündin.

Zum Geburtstag schenkte ich meinem GöGa ein Entspannungswochenende im Spessart. Ich hatte eine Ferienwohnung gebucht und mir einen guten Wanderführer gekauft. Ab in die Natur, schön durch die Wälder streifen und bei netten Lokalen halt machen, es uns einfach gut gehen lassen, so war der Plan.

Alles lief super. Wir packten unseren Rucksack und wanderten los. Was für eine schöne Landschaft … wo ging der Weg nochmal lang …

Das ganze Elend hier zu schildern würde den Rahmen sprengen aber wir haben uns sensationell verlaufen. Es ging so weit, das Cosma sich einfach hingelegt hat und keinen Meter mehr gelaufen ist. Abwechselnd haben wir sie getragen (die Pfoten waren wundgeschubbert) und sind dann mit einem Bummelzug einige Stationen zurück in den Ort wo unsere FeWo lag.

Ein Wunder, dass mein Mann mich geheiratet hat… ich habe ihn später nochmal zu einer Wanderung mitgenommen die in einem ähnlichen Drama endete … er muss mich wirklich sehr lieb haben 🙂

Veränderte Standpunkte

Wofür nutzt man den freien Tag zwischen den Jahren? Richtig, für ein kleines Training. Auf der kleinen Pipirunde konnte Fiene zuerst zusehen, wie ich zwei Dummys in ein kleines Wäldchen warf, dass in einen großen Acker reinragt. Diese sollten dann später wieder eingesammelt werden.

Dann zogen wir in entgegengesetzter Richtung los in den Wald.

Als Fixpunkt für das Voran musste, wie so oft, ein Hochsitz herhalten. Ich setzte Fiene also im Wald bei P1 ab und lief in einer geraden Linie zum Auslegepunkt. Vier Dummys deponierte ich dort und ging wieder zu Fiene zurück.

Ich drehte mich um 90° . In ca. 30 Meter Entfernung stand mein Helferlein hinter einer dicken Buche. Mit Geräusch wurden 2 Markierungen geworfen. Bei M1 war die Flugbahn gut sichtbar aber die Fallstelle war hohes Gestrüpp und aufgehäufte Äste. M2 fiel dann in die entgegengesetzte Richtung. Hier war die Flugbahn weniger gut zu sehen und der Fallbereich war in einer Kuhle.

2012-12-27
Voran und Doppelmarkierung

Aufgabe 1

Von P1 aus arbeitet Fiene zuerst das Voran danach vielen die beiden Markierungen. Zuerst wurde M1 eingesammelt … Für M2 eierte Fiene dann rum. Sie lief zu Herrchen hinter den Baum und wollte dann, planlos und großräumig, durchs Gelände preschen. Ich rief sie zurück. Das Dummy M2 wurde nochmal geworfen und diesmal war sie konzentriert.

Aufgabe 2

Ich ging mit Fiene frei bei Fuß zu P2. Nun lag auf dem Weg zum Voran ein umgestürzter Baum. Auch war das Gelände ganz leicht zum Hochsitz hin ganz leicht ansteigend. Daher veränderte sich der Blickwinkel für Fiene doch schon erheblich.

Voran … Kein Problem. Ohne zögern ging sie die neue Strecke und auch der Baumstamm stellte kein Problem dar. Allerdings wollte sie beim Rückweg wieder in Richtung P1 laufen… tstst

Dann folgte die Doppelmarkierung. Diesmal arbeitet sie beide Dummys gut wobei M2 immer noch nicht „gut markiert“ war.

Aufgabe 3

Weiter gings zu P3. Wieder Voran – wieder Doppelmark – diesmal sollte sie M2 zu erst holen. Aufgabe wurde perfekt gelöst. 🙂

Aufgabe 4

Auf das letzte Dummy schickte ich Fiene „back“. Ich setzte sie an P3 ab und ich entfernte mich in gerader Linie von ihr weg (ca. 30 Meter)

Das Back hat sie super angenommen und auch über die richtige Schulter hat sie gedreht….. Braves Mädchen!

Aufgabe 5

Zurück beim Auto lud ich zuerst alle Dummys ab und dann …. waren da ja noch die beiden Dummys im Wäldchen ….

Ich richtete Fiene aus, sie ging zwei Sprünge … und stoppte 😦

Nochmal, ausrichten, „Get Out“ … diesmal ging sie wurde aber nach 30 Meter etwas langsamer. Ich machte den Sitz-Pfiff, konzentrierte sie neu und schickte sie back… jetzt war sie über den Punkt und rannte zielstrebig in das Wäldchen. Kurz nach meinem „high lost“ war sie auch schon auf dem ca. 150 Meter Rückweg.

Das zweite Voran klappte problemlos und alle Dummys waren „zu Hause“.

“ Get … schepp“!

So heißt ja das neue Motto 🙂

Jetzt braucht man nur noch genügend Fixpunkte mit schönen Geländeübergängen. Aber und jetzt rief ich mir einen wichtigen Punkt der Trainingslehre wieder ins Gedächtnis … Fügst du ein neues Detail hinzu, müssen die übrigen Bedingungen leichter werden. Oder anders…

Unbekannter Fixpunkt (Blind) – Voran an Leitlinie – Ziel war Entfernung vergrößern

Jetzt verändern wir den Mittelteil

Bekannter Fixpunkt oder ein Mark – Überqueren eines Geländeübergangs in spitzen Winkeln (verändert sich) – Entfernung bleibt gleich

oder

Bekannter Fixpunkt oder ein Mark – Überqueren eines Geländeübergangs im spitzen Winkeln (bleibt gleich) – Entfernung zum Geländeübergang vergrößert sich.

oder…. oder …..oder ….

Ich habe bei Fiene gesehen, wie wichtig diese Art der Vorgehensweise ist. Drehe ich an zwei Rädchen gleichzeitig… beginnt sie zu fragen oder sie wird deutlich langsamer (unsicher).

Also, warum sollte ich es ihr unnötig schwer machen? Ich finde es überhaupt immernoch und jedesmal sensationell wenn sie auf meine Signale so reagiert wie ich es mit wünsche…. Sitz …. Out nach links…. und dann macht sie das … Hammer!

Ich erinnere mich da immer an einen Tag im Jahr 2009. Zu diesem Zeitpunkt war nur klar, dass ein Retriever aus Arbeitslinie unsere Familie angehören sollte. Labbi, Golden, Flat …. das war alles noch offen. Mein Mann und ich fuhren zum WT Tanz auf dem Vulkan um uns einfach Hunde bei der Arbeit anzugucken und eine bestimmt Dame hatten wir da auch im Auge (die es später dann aber nicht geworden ist).

Wir standen also im Gelände und beobachteten F oder O Hunde, so genau kann ich das heute nicht mehr sagen aber es war ein Einweisen auf ein beschossenes Blind und eine Markierung. Beim Einweisen staunten mein Mann und ich runde Bauklötze wie gut sich die Hunde lenken ließen auf eine wirklich weite Entfernung… das war der Wahnsinn… wir sprachen Tage später noch davon, so hat uns diese Aufgabe beeindruckt. Sich vorzustellen, dass das mit Hannes…

jemals klappen könnte … unmöglich! … und nun habe ich Fiene mit an meiner Seite und immer wenn ich mir über ihr Training Gedanken mache könnte ich mich in den Allerwertesten treten denn fairer Weise muss ich zugeben, dass ich bei Hannes mir nicht halb so viele gemacht habe. Hat eine bestimmte Sache zwei – drei Mal geklappt bin ich davon ausgegangen er könne dies nun und habe tatsächlich an allen Knöpfen gedreht um den Schwierigkeitsgrad zu erhöhen. Brauchte ich mich wohl nicht wundern dass es dann in die Hosen ging… Ach mein Dicker… Dein Frauchen war schon ganz schön doof damals…. Es ist schon erstaunlich, dass er trotzdem an der Sache mit den grünen Dingern den Spaß nicht verloren hat… nja, genaugenommen seinen Spaß … denn er markiert gut, geht leidlich gut voran, sucht und findet klasse…. aber mit dem Zurückbringen … tja, das ist so eine Sache … und bei dieser, da hat er halt richtig Spaß!

Aber zurück zum Thema. „Get – schepp“ … wir hatten ein richtig tolles Mudpaws Training zusammen mit Gunter, Nadine und dem Superhelferlein Jona.

Mit vielen sichtig ausgelegten Dummys die aber alle zeitverzögert gearbeitet wurden. Ich kann sagen, diese erste Trainingseinheit war gut. Auch hier wieder die Erkenntnis … Geradeaus sieht anders aus … gelegentlich 😉