Auf der Pirsch

Fiene und ich machten uns zu einem Minitraining „Suchenpfiff“ auf. Auf eine Runde, die normalerweise so 15 Minuten dauert, wollte ich 2 bis 3 kleine Übungen machen.

Aber wie es oft so ist, kam es anders. Wir hatten nicht ganz die Hälfte des Wegs und eine Übung hinter uns gebracht da entdeckte ich auf dem Feld zwei Rehe. Der Wind stand sehr günstig, so dass sie und noch nicht bemerkt hatten.

Ich verließ mit Fiene den Weg, hüpfte über einen kleinen Graben um dann den Bewuchs (kleinere Bäume und Sträucher) hinter uns als Deckung zu nutzen. Ich nahm Fiene ins Fuß und in Zeitlupe schlichen wir auf die beiden Tiere zu. Von anfänglich ca. 100 Metern schafften wir es auf knapp 50 Meter an die beiden heranzukommen. Dann ging es wirklich im Schneckentempo Schritt für Schritt weiter.

Dann hatten sie eine Bewegung von uns entdeckt und wurden aufmerksam ohne allerdings die Flucht zu ergreifen. Ich ging ganz langsam weiter und dann drehten sich die beiden um und trabten davon.

So hatte Fiene ein richtig gutes Steadiness Training mit Fußarbeit.

Natürlich „entließ“ ich sie nicht einfach mit „und ab“ aus dieser Übung denn die Gefahr, dass sie hinter den beiden Rehen hersprintet war mir doch zu groß. Viel zu aufmerksam hatte sie diese beobachtet und das Näschen in den Wind gehalten 😉

Also zückte ich den Dummyball um sie ein bisschen Druck abbauen zu lassen.

Dann kamen wir doch noch zu unserer Übung mit dem Suchenpfiff. Ich setzte sie auf dem Feld ab und ging 40 Meter weg. Dabei durchquerte ich einen Streifen mit höheren Bewuchs in welchen ich unbemerkt ein Suchendummy fallen ließ. Ich überquerte den Feldweg und stellte mich ihr gegenüber auf.

Ich rief sie zu mir und stoppte sie kurz vor dem Bewuchsstreifen. Dann Suchenpfiff…. und zack, hatte ich mein Dummy.

Durch unsere Schleicheinlage doch recht durchgefrohren machte ich mich mit Mausi dann auf den Heimweg… war ja auch aufregend genug.

Die Ursuppe

Es ist schon eigenartig, aber ist es euch mal aufgefallen, dass sich die Ursuppe mit dem Alter des Hundes verändert? Aber es ist eben immer noch und immer wieder die Ursuppe oder eben …. die Basics!

Gestern habe ich im Netz ein Video gesehen…. ist inzwischen leider nicht mehr verfügbar.

Genau nach diesem Beispiel haben wir heute trainiert.

Aufgabe 1

Fiene sitzt am Fixpunkt. Mit Geräusch vertecke ich 7 Suchendummys rund um sie herum. Ich entferne mich von ihr gebe den Sitzpfiff und dann den Suchenpfiff. *Kein Problem*

Aufgabe 2

Ich lasse sie auf meinem Standort sitzen, entferne mich in gerader Linie. Back – Sitzpfiff – Suchenpfiff

Gut ich gebe zu, den Sitzpfiff musste ich zweimal geben…. Dieser Übungsaufbau ist für sie auch ungewohnt, weil ich sonst immer direkt den Suchenpfiff gebe. Allerdings habe ich das Gefühl, dass sie durch das konzentrierte Abstoppen dann auch konzentrierter und „kleiner“ sucht.

Aufgabe 3

Wieder lasse ich sie an meinem Standort sitzen. Ich gehe gerade von ihr weg und achte darauf, dass der Winkel zwischen mir, ihr und den Dummys 90° beträgt. Out – Sitzpfiff – Suchenpfiff.

Aufgabe 4

Neuer Standort. Voran – Sitzpfiff – Suchenpfiff.

Ach ja, in den hohen Klassen sieht man ja oft, dass der Sitzpfiff nur mehr ein Stoppfiff ist. Derzeit bestehe ich aber darauf, dass sie sitzt und nicht nur zu mir schaut.

Aufgabe 5

Ein wenig Fußarbeit mit Drehungen und Wendungen. Dann ein neuer Standort. Out – Sitzpfiff – Suchenpfiff

Für dieses Dummy hat sie länger gebraucht. Sie hat sich vor dem Hochsitz an den alten Liegestellen festgesaugt. Nochmal gab ich den Sitzpfiff und schickte sie weiter „Out“ ….. Gefunden 🙂

Dann ging ich mit ihr zusammen nochmal zum Hochsitz und sammelte die beiden letzten Dummys ein.

Ursuppe hieß vor 1 Jahr noch „Hierpfiff“ und wenige Schritte Fußarbeit. Heute heißt Ursuppe Fußarbeit mit Richtungswechsel und Voran in alle Richtungen.

Walk the line

sicher bedeutet diese Zeile in dem Song von Johnny Cash etwas anderes als das, was ich im Training darunter verstehe aber…

In regelmäßigen Abständen lese ich (immer wieder) die Ausbildungsbücher von Norma Zvolsky. Heute stach mir wieder ein Satz ins Auge: „Einweisen ist Fleißarbeit!“

Stimmt, wann haben wir zum letzten Mal das Geradeausrennen geübt? Hmmmm, ich wollte aber auch weiter an unserer Fußarbeit, dem Drehen am Fuß und dem schnellen Hinsetzen beim Stehenbleiben arbeiten. Wie verbindet man diese beiden Punkte? Man sucht sich ein relativ schwieriges Gelände und läuft los.

Wir haben heute Vertrauenswege angelegt. Durch den Wald, über einen kleinen Bach, über Todholz. Schön im „frei bei Fuß“ gings durchs Gehölz. Sie guckte beim Auslegen der Dummys zu und dann schickt ich sie später voran.

Mal legte ich nur ein Dummy aus, dann wieder drei. Bei mehreren Dummys vergrößerte ich beim zweiten Schicken den Abstand oder ich schickte sie „back“ oder auch mal seitwärts.

So liefen wir gut 25 Minuten durchs Gelände. Immer neue Anlaufpunkte mit neuen Schwierigkeiten. Für mich war das größte Problem, nicht auf die Nase zu fallen. Bei einem Voran musste Fiene dann einen kleinen aber steilen Abhang raufstürmen aber das hat wirklich super geklappt.

Vielleicht sollte ich erwähnen, das wir dort beim nächsten Mudpaws Training auch wieder hinfahren 🙂

Zwischendurch hatte sie dann mal einen Anfall von „ohh, soll ich nochmal zu der Stelle laufen, da bieg ich hier lieber ab und schnüffel mal rum!“ Sofort hatte ich Angelikas warnende Worte im Ohr: „Sie ist jetzt alt genug das man das einfordern kann / muss!“ Sie bekam einen kleinen Anschiss und danach sofort die Möglichkeit die Aufgabe zu lösen und siehe da…. Madam kann voran gehen wie der geölte Blitz!!!

Natürlich wurde sie danach ausgiebig gelobt und belohnt und sie durfte ein bisschen im Bach planschen. Doch nach ein paar Minuten ging unser Weg weiter durch den Wald.

Ich bin sehr zufrieden. Nach einigen Minuten war sie schön in der Konzentration und somit konnte ich mich auf darauf besinnen, nicht soviel mit dem Hund zu „kommunizieren“. Wieder schoss mir Angelikas Stimme durch den Kopf…. „Nach oben sehen, und ruhig mal lächeln, das macht einen guten Eindruck!“ Ehrlich, ich komme mir schon ein bisschen blöd vor wenn ich (alleine) im Wald auf einen Baum zu laufe, diesen anlächel und mir vorstelle es sei ein Richter! Aber pssst, dass sag ich nur hier, schließlich sind wir ja hier unter uns 😉

Abschließend kann ich sagen, dass Fiene beide Bedeutungen von „Walk the line“ doch heute erfüllte hat

1. Sie ist gerade Wege gelaufen (lining)

2. Sie war gehorsam / hat sich an Regeln gehalten

… und jetzt … schläft sie …. wie ein Goldklümpchen … Hat sie sich verdient!