Lebenszeichen

Huhuhuhu, liebe Leserschaft. Nein, wir wurden nicht verschleppt, waren nicht im Internetniemandsland oder hatten beide Hände in Gips. Aber, nennen wir es mal so, „wir waren und sind immer noch unpässlich„. Da es aber in kleinen Schritten aufwärts geht kommen jetzt so nach und nach einige „nachgereichte“ Berichte.

Also … nicht untreu werden … hier ist bald wieder mehr Betrieb!

Delphin bei den Mudpaws

Vor diesem Training stand ich wirklich vor einigen Schwierigkeiten. Die Wiesen noch nicht abgemäht, überflutet oder von Rindviechern besetzt musste ich doch ein bisschen rumgurken bis ich ein Plätzchen für uns gefunden hatte. Doch dann bot sich unerwartet eine gute Möglichkeit das Seitwärts-Schicken mit Leitlinie zu üben.

Fiene und mein Arbeitsauftrag für die Trainingseinheiten: Distanzen zwischen mir und ihr vergrößern.

Trainingspunkte:

  • Seitwärts (rechts) / lange Distanz
  • Doppelmarkierung (kurz / lang)
  • Teamaufgabe: Doppelmarkierung / Voran auf bekannten Punkt
  • Walk Up

Als Erstes stand heute das seitwärts schicken nach rechts auf dem Stundenplan. Eine kurz gemähte Wiese incl. Zaun sollte hier den optimalen Trainingsverlauf garantieren.

Jedes Team arbeitete die Aufgabe einmal wie folgt durch:

training15.06.13

  1. Das Team geht den Vertrauensweg und legt das Dummy gemeinsam aus. – schicken –
  2. Der Hund bleibt am Startpunkt sitzen und der Hundeführer legt ein Dummy “heimlich” aus das zweite wird gezeigt – schicken –
  3. Hund sitzt am Startpunkt, es fällt eine Verleitmarkierung (links)  – der Hund wird erneut nach rechts geschickt

Trainingsinhalt war hier die richtige Annahme der Laufrichtung und das Überwinden der großen Entfernung zu Dummy. Viele Hunde haben eine unsichtbare “Grenze” im Kopf die sie daran hindert das Kommando über einen gewissen Punkt hinaus auszuführen und blockieren dann. Sie bleiben stehen, fragen, sind einfach unsicher. Mit diesen Basisübungen wollen wir nun im Training diese Grenzen verschieben. Für Fiene und mich sollte nicht nur der Weg zum Dummy weit sein sondern auch die Entfernung zwischen ihr und mir wählte ich mit 70 Meter weiter als sonst.

Nach dieser Übung aus dem Bereich der Ur-Suppe gings weiter mit einer Doppelmarkierung “Kurz – Lang”. Die lange Markierung viel auf die Wiese in einen Schattenbereich die kurze auf der selben Linie auf die Wiese.

Obwohl wir das im Training lange nicht hatten klappte es erstaunlich gut. Außerdem hatte das Fiene-Frauchen super markiert und konnte wirklich gut mit dem Suchenpfiff helfen. Da war ich doch sehr zufrieden.

Im Bereich der langen Markierung wurden dann, von den Hunden unbemerkt 4 Dummys ausgelegt und wir machten eine kurze Pause.

Training15.06.13(2)

Die nächste Aufgabe setzte sich aus einer Doppelmarkierung und einem Voran auf den Memory-Punkt der langen Markierung zusammen.

Den Abschluß des Trainings bildete dann noch ein Walk Up mit Markierungen vor und hinter die Linie.

Ich kann zufrieden sein. Noch hat sie nicht ihre Schnelligkeit wiedergefunden aber wir sind auf einem guten Weg.

Training auf dem Prüfstand

Das Training für ein Mensch/Hund Team in der Dummyarbeit besteht aus vielen kleinen Puzzleteilchen. Der Grundgehorsam, Markieren, das Einweisen und das Suchen können auf unterschiedliche Arten geübt werden und ganz sicher gibt es nicht „den einen Weg“. Zahllose Puplikationen und viele Trainer gibt es auf dem Markt die „ihren Weg“ beschreiben und lehren.

Immer wenn nun ein „Neuer“ auf der Bildfläche auftaucht wird dessen Veröffentlichung natürlich neugierig, bis weilen auch argwöhnisch beäugt und mehr oder weniger kritisch kommentiert.

Wie ich bereits berichtete hat auch in unserem Bücher- bzw. CD-Regal ein weiteres Werk Einzug gehalten. Nun bin ich niemand, der auf jeden Zug euphorisch aufspringt oder das eigene Training bei jeder Neuigkeit über den Haufen wirft aber ich bin jemand, der Neuem grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber steht und es sich auch gerne anschaut.

Wenn ich das Material gesichtet habe ziehe ich Bilanz und stelle mir folgende Fragen:

  • Gefällt mir das, was ich gesehen oder gelesen habe grundsätzlich?
  • Kenne ich diese Art des Trainings bereits oder ist es etwas komplett neues?
  • Macht es Sinn etwas von diesem Neuen in mein Training zu integrieren oder verwirre ich damit meinen Hund?

Und genau so bin ich auch mit den DVD’s von Keith Mathews verfahren und ich kam zu folgenden Atworten:

  • Ja, mir gefällt was ich mir da angeschaut habe. Sowohl die Art und der Aufbau des Trainings als auch der Umgang mit den Hunden
  • Ja, ich kenne viele Teile dieser Art des Trainings es wird nicht etwas völlig Neues vorgestellt. Nur der Blickwinkel ist manchmal etwas anders
  • Ja, es macht durchaus Sinn sich etwas davon anzunehmen und nein, das Training nach „Guru Style“ wird meinen Hund nicht verwirren, dessen bin ich mir sehr sicher.

Ich habe die DVD’s inzwischen viele Male gesehen. Ich habe mir Notizen gemacht wie bestimmte Übungen sich aufbauen. Irgendwan bekommt man den Rat sich eine tägliche, eine wöchentliche und eine monatliche Trainingsroutine zu entwerfen. Gemeint ist natürlich ein Trainingsplan. Die tägliche Routine teilt sich noch in ein Vormittags- und ein Nachmittagstraining.

Morgens stehen die Basics auf dem Plan wie das Abrufen, den Sitzpfiff, die Fußarbeit und der Suchenpfiff. Am Nachmittag / Abend steht das Lining (Voran) dann auf dem Programm. 2 Mal in der Woche sollte man das Markieren trainieren. Im monatlichen Trainig dürfen bestimmte „Komplexübungen“ (werden in späteren Posts erklärt) nicht fehlen. Nach dem ich diesen Teil der DVD für mich übersetzt hatte und ich mir auch alle Übungen angesehen hatte die in diesen Zyklen durchgearbeitet werden sollen habe ich bei meinem Arbeitgeber sofort die Kündigung eingereicht. Begründung: mit sowas profanen wie arbeiten kann ich meine Zeit nicht verplempern 😉

Aber mal ganz im Ernst. Wer kann sich schon derartig intensiv, täglich um das Training kümmern und will man das als „Otto-Normal-Hundeführer“ überhaupt. Es kann aber in keinem Fall schaden sich grundsätzlich über den Aufbau des eigenen Trainings Gedanken zu machen bzw. auch den eigenen Trainingsplan zu analysieren und ggf. zu überarbeiten.

Ich musste das ja tun den, ich hatte ja den Auftrag – Raus aus der Komfortzone – erhalten. Wie aber? Wo endet unsere Komfortzone und vor allem warum endet sie genau da? Ich ging meine Notizen durch. Schaute mir alle Distanzen an sei es bei Markierungen oder beim Einweisen und auch die Trainigs bei den Mudpaws standen auf dem Prüfstand.

Unser größtes Problem ist sicher, dass wir keine geführte Trainingsgruppe haben, bei der alle ein stabiles F Level haben an denen Fiene und ich uns abarbeiten können. Die regelmäßige Kontrolle durch einen Trainer fehlt uns aber es sieht so aus, als könnte sich das bald ändern 😉 (dazu an anderer Stelle mehr).

Als nächstes und da muss ich mir an meine eigene Nase packen … ist das ganz einfache Voran-Training … etwas eingeschlafen. Sicher haben wir auf Memorypunkte geschickt aber da meistens aus einer „sicheren“ Entfernung, schließlich soll der Hund ja zum Erfolg kommen. Stecke machen ist aber definitiv zu kurz gekommen. Hier hat mir die DVD wirklich wieder einen richtig guten Impuls gegeben wie intensiv und mit welchen kleinen Schritten das Voran aufgebaut werden sollt. Es sei gesagt: Nein auch das Voranschicken wurde nicht neu erfunden sonder es läuft über das Anlegen von Vertrauenswegen.

Hier nun der von Herrn Mathews vorgestellte Weg in vereinfachter Form:

Voranaufbau1

Voranaufbau2

Auch wenn man bei Schritt 6 angekommen ist darf man nicht vergessen, auch Schritt 4 weiter auszubauen. Hier liegt einer meiner Fehler. Ich habe zu selten die ganz weiten Entfernungen mit Vertrauensweg geübt und später natürlich auch zu selten wie in Schritt 6 beschrieben.

Voranaufbau3

Dann ist es irgendwann soweit. Der Hund geht sicher, auch auf große Distanzen auf „seinem Weg“ auf halbblinde Dummys raus. Nun kommt der ultimative Test:

VoranaufbauTestNatürlich beschreibt dieser Aufbau das Training mit einem sehr jungen Hund, der das Voran gerade erst lernt aber es kann sicher nicht schaden zu überprüfen, ob der eigene Hund alle Schritte / Distanzen ohne Zögern bewältigt.

Bei der „Weiterentwicklung des Vorans“ wird dann der Weg verlassen und das Voran in das Gelände verlegt. Hier ist mir aufgefallen, das bereits wirklich weite Distanzen gearbeitet werden und auch Geländeschwierigkeiten vorhanden sind. Dies werde ich in einem der nächsten Posts aufgreifen und versuchen es zu filmen.