Unterwegs in „unserem“ Revier

Sitz, Platz, Bleib, Left …. alles Kommandos die im stillen Kämmerlein schon sehr zuverlässig funktionieren. Aber was im Wohnzimmer klappt, klappt auf der Straße, im Wald oder sonst einem spannenden Ort noch lange nicht so gut.

In den letzten 14 Tagen waren die Maus und ich fast nur auf unserem Hausberg und der Schafwiese unterwegs. Hier arbeitet die Kleine schon gut und so habe ich sie heute ins Auto gepackt um mit ihr in den nahen Wald zu fahren.

Ich wollte gezielt Leinenführigkeit und Fußarbeit mit ihr machen. Wir haben uns in einen Waldweg geschlagen und dann richtig in den Wald. Zwischen den Bäumen haben wir dann geübt. Immer ein paar Meter in Schlangenlinien um die Bäume rum. Nach jeder kleinen Sequenz wurde sie entweder mit einem Spielchen, Leckerchen oder einem Ballwurf belohnt.

Nach drei Durchgängen mit Leine kamen noch zwei ohne. Zuerst hat Fienchen etwas gebummelt aber dann  liefs echt gut.

Als Abschlußübung bin ich dann mit ihr an meiner linken Seite einen kleinen Abhang runter gegangen. Nach 2-3 Schritten habe ich angehalten, sie sitzt …. und wir warten ….. ich zähle langsam bis 30 …. dann noch ein paar Schritte den Hang runter, Wendung und langsam den Hang wieder hoch. Danach gabs noch ein tolles Renn- und Rangelspiel für eine sehr aufmerksame kleine Fiene-Maus.

Mache mir so meine …. Teil 2

Gedanken. Bevor Delphin einzog habe ich ja bereits festgelegt, welche Kommandos ich nutzten möchte. Das hat bisher mit mir gut geklappt. Schließlich ist das etwas, was nur ich lernen und beherzigen muss, da Fienches Festplatte diesbezüglich ja noch leer war.

Nun ist die Maus ein halbes Jahr alt und es gilt beim Training ein kleines Schrittchen voran zu schreiten. In meiner „Bibel“ habe ich mich intensiv mit der Freiverloren-Suche beschäftigt.  In der Beschreibung 1.104 wird erklärt, dass sich der Hund bei der großen Suche oft außerhalb der Sicht des Hundeführers befindet.

Dabei kann er, im Rahmen seiner Veranlagung, seine Fähigkeit zum Suchen entwickeln. Er lernt den Wind selbstständig zu nutzen und richtig gegen ihn zu arbeiten, sein spezielles Suchenmuster und Durchhaltevermögen aufzubauen usw. Die Große Suche sollte daher mit dem jungen Hund oft geübt werden.

Tja, wie jung ist jung und wie oft ist oft???? Und ist jung nicht manchmal zu jung?? Das ist wieder so ein Punkt, den man sicher nur beantworten kann, wenn ein erfahrener Hundetrainer einem mal über die Schulter schaut.

Auch wird bereits in Stufe 1 (Lernphase) bereits mit Helfer gearbeitet. Was aber, wenn ich nicht so oft einen Helfer zur Verfügung habe? So habe ich also unsere erste richtige Freiverloren-Suche wie folgt durchgeführt:

Suchengebiet mit Laufrichtung (Führerfährte), Windrichtung, Liegeposition der Dummys und Ansatzpunkt

Da ich keinen Helfer hatte, habe ich Delphin am Ansatzpunkt abgesetzt, und bin um das Suchengebiet herumgelaufen. Alle paar Meter habe ich mich hingehockt oder ein Geräusch gemacht ohne dabei ein Dummy abzulegen. Nur an den markierten Stellen lag dann zum Schluß ein Dummy.

Nachdem ich Fienchen für ihr ruhiges Warten belohnt hatte, bin ich mit ihr noch eine Runde um einen Baum gelaufen, habe sie dann an den Ansatzpunkt gebracht, nach vorne konzentriert, meine rechte Hand locker in höhe ihrer Brust … ein Schlenker nach vorne und „Hi Lost!“

Zuerst ist sie ca 20 Meter gerade durch das Suchengebiet geprescht … an den Dummys vorbei. Dann zurück und dabei ist sie auf meine Fährte gestoßen. Dieser ist sie ein paar Meter gefolgt konnte so aber keine Witterung von den ausgelegten Dummys bekommen. Ich stand wie erstarrt, als sie mich plötzlich fragend anguckte und in meine Richtung lief (das wäre der Einsatz für den Helfer gewesen!) und dann zack! Der Kopf schnellt rum, Witterung von D1! Die Nase in den Wind gestreckt, zwei drei Schritte seitlich und dann ging die Nase runter. Mit Dummy im Fang kam sie stolz wie Oscar auf mich zu gelaufen und wir haben eine dicke Party gefeiert mit getrockneter Leber zur Belohnung. Danach habe ich sie wieder zum Ansatzpunkt gebracht und habe sie zusehen lassen wie Frauchen, mit ihrem fantastischen Spürsinn das zweite Dummy gefunden hat. Komisch ich habe zur Belohnung kein Stück Leber Schokolade bekommen….

Ich hoffe, dass sie dadurch, dass ich auch noch ein Dummy geholt habe sie lernt, dass immer mehrere Dummys im Suchengebiet liegen und sie dann, wenn ich sie ein zweites Mal schicke auch vertrauensvoll weiter sucht.

Den Sonntag gut genutzt.

Ja, was soll man an diesen Tagen machen … es ist warm… aber ich habe halt auch frei…die Zeit gilt es also sinnvoll zu nutzen. Also haben wir unser „Warte- Ruhetraining“ weiter fortgeführt. Die Dummytasche gepackt, das Fienchen geschnappt und die 500 Meter bis auf unsere Schafwiese gelaufen. Dort haben wir uns ein Plätzchen im Schatten gesucht.

unser Schattenplätzchen

Zuerst habe ich mich zu ihr gesetzt und bin meinem anderen Hobby (ja tatsächlich, es gibt noch etwas anderes außer Hunde) nachgekommen. Ich hatte mir meinen derzeitigen Lesestoff (Die Meisterin von Trudi Canavan) mitgenommen und diesem habe ich mich zuerst gewidmet. Delphin lag neben mir und nachdem sie aufgehört hatte alles gespannt zu beobachten und ihr Kopf eine ganze Weile auf dem Deckchen geruht hat gings los mit „Arbeiten“.

Video * Steadiness


Die Maus lag auf ihrem Deckchen und war einfach klasse. Und nur um mal das Verhältnis zwischen geworfenen und apportierten Dummys darzustellen. Ich habe heute 12 Dummy geworfen. Von diesen 12 Dummys durfte Delphin nur das letzte selber holen.

da liegt sie die Schnulle
mein Schatz!
was fliegt denn da??

Also ich bin mit der Fiene-Maus total zufrieden. Sie sieht mir zu wie ich die Dummys werfe und liegt wie eine eins. Nicht mal das kleinste Zucken. Und weil sie so prima gewartet hat durfte sie dann auch ein Dummy holen. „fetch it“ losgeflitzt, pick up, und schön in die Hand ausgegeben…. Super klasse kleine Delphin!