Lange habe ich nicht mehr über unsere Trainings geschrieben. Das liegt nicht daran, dass wir faul waren, sondern viel mehr daran, dass unsere Übungseinheiten wirklich in Minischritten voran gehen.
Es ist schwer zu erklären, beim Voran arbeiten wir an Zentimetern, die sie nicht nach vorne rutscht. Zentimeter bei der Fußarbeit, die sie nicht mehr vor mir läuft. Außenstehenden fällt das einfach nicht auf und es lässt sich nur schwer beschreiben.
Oft ist es auch nur mein subjektives Gefühl, dass mich Glauben macht, dass sie an diesem Tag hibbeliger ist als sonst. Tatsächlich bin ich es, die nicht richtig gelassen ist und auf sie „abfärbe“.
In den letzten beiden Tagen waren wir auf einer Wiese. Am oberen Ende liegt ein umgestürzter Baum. Am linken Rand der Wiese ist eine Böschung mit höheren Bewuchs.
Tag 1
Vollblinds an dem umgestürzten Baum
Treiben auf der Böschung
Tag 2
Memories an dem umgestürzten Baum
Dummys ohne Treiben auf der Böschung
Heute an Tag 3
habe ich den Memoriepunkt und die Böschung als Verleitung eingebaut.
Als erstes habe ich sie auf den Memoriepunkt (Oval) geschickt, gestoppt und nach rechts auf B2.
Danach auf B1. Beim ersten Ausrichten hatte sie einen Konflikt. Sie rutscht dann unter meine Hand und leckt sie ab. (tststs)
Als ich sie dann nochmal ausrichtete, ging sie super voran. Vorbei an der Böschung und auch gut in Richtung Ecke.
Das letzte Dummy war dann ein Suchendummy. Diese waren am Fuß der Böschung versteckt. Aufgabenstellung war hier, sie nicht die Böschung hoch zu lassen wo sie an den letzen beiden Tagen gefunden hatte.
Ich bin sehr zufrieden. Sie hat inzwischen auch auf Vollblinds ein wirklich schönes Lining. Auch wenn sie losrennt, als ob sie eine Rakete im Po hätte ist sie fast immer sehr gehorsam 😉
Manchmal ist ihr Gehirn einfach langsamer als ihr Körper und dann ist sie beim Handling in die falsche Richtung unterwegs. Da muss ich ihr einfach noch ein paar Sekunden mehr Zeit geben damit der Fokus ganz bei mir ist.
[Werbung wegen Namensnennung der Tierarztpraxis / ungefragt und unbezhalt]
nach einer langen Pause … sind wir wieder online.
Es gäbe viel zu schreiben über diese Zeit … aber das erspare ich euch allen … und auch mir.
Nur soviel… der bisherige Höhepunkt meiner Schmerzodyssee gipfelte mit einem Aufenthalt in einer Schmerzklinik (der außer viel Ernüchterung nicht wirklich was gebracht hat). Danach, dass hatten wir, der Göttergatte und ich, uns vorgenommen, geht’s ab an die Küste. Seeluft schnuppern, Seele baumeln lassen und den Kopf, im wahrsten Sinne des Wortes, durchpusten lassen.
So sehnte ich also das Ende meines Klinikaufenthaltes herbei. Als ich nach Hause kam, stellte ich relativ schnell fest, dass mit Fiene irgendetwas nicht stimmt. Sie war abgeschlagen, wirkte abwesend und müde.
Natürlich kenne ich ähnliches Verhalten von ihr nach der Läufigkeit aber das fängt nicht zwei Tage nach der Hitze an, sondern erst wenn die Kopfbabys sich in den „Geburtskanal“ bewegen. Also beobachtet ich sie einen weiteren Tag und tatsächlich verlor sie einen Tropfen Blut. Sehr dunkel, schmierig und übelriechend.
Die Alarmglocken bimmelten und ich machte sofort einen Termin bei der Tierärztin. Nach einer gründlichen Untersuchung: Kein Fieber, kein harter Bauch, keine vermehrte Wasseraufnahme, keine Druckempfindlichkeit, trockene Schnalle bestätigte mir meine Tierärztin meinen Verdacht auf eine Pyometra nicht. Vorsorglich bekam Fiene aber trotzdem eine Antibiose und was homöopathisches zur Regulierung des Hormonhaushaltes nach der Hitze.
Zu Hause angekommen packte ich nun etwas erleichtert unsere Koffer und zwei Tage später düsten wir los.
Fiene wirkte auch auf den Spaziergängen am Meer lustlos. Wenn ich in ihr Gesicht schaute spürte ich, dass irgendwas nicht stimmt. Weiter beobachtet ich sie mit Argusaugen. Ich kontrollierte mehrmals am Tag ihre Temperatur, tastete sie ab und kontrollierte ihre Schleimhäute. – Keine Auffälligkeiten
Am Morgen des 12.09. lies sie ihr Fressen stehen. Auch nicht unbedingt ungewöhnlich aaaaber ….. Sie ging aus der Küche der Ferienwohnung um sich alleine ins Wohnzimmer zurückzuziehen.
Ich hinterher. Sie auf den Rücken gedreht, den Bauch abgetastet… hmm … Hetty gerufen, auf den Rücken gedreht und ihren Bauch zum Vergleich abgetastet… Weil ich schon glaubte, ich höre die Flöhe husten rief ich meinen Göga, damit er auch die Hundebäuche befühlt. „Fienes ist härter“!
Telefon, Tante Google befragt und sofort einen Tierarztermin gemacht. Ich erzählte Fienes Geschichte und sagte, dass ich halt ein doofes Gefühl habe. DAS ist nicht mein Fienchen!
Sie untersuchte Fiene kurz und ordnete sofort einen Ultraschall an. Auf den Bildern konnte man das Übel mehr als deutlich sehen. Pyometra. Und so blieb ich gleich vor Ort. Ein Patient noch und dann sollte Fiene sofort operiert werden.
Ich blieb bei ihr, bis sie eingeschlafen war und fuhr dann los um meinen Mann auf den neusten Stand der Unerfreulichkeiten zu bringen.
Es dauerte und dauerte, Nach 2,5 Stunden kam endlich der Anruf. „Die OP war sehr schwer. Wir haben sehr lange gebraucht. Ein Gebährmutterhorn geplatzt, Bauchdecke und Blasenwand entzündet. Wir haben den ganzen Bauchraum spülen müssen“!
Ich hab keine Ahnung ab wann ich nur noch „blablabla“ verstanden habe und mir die Tränen übers Gesicht gelaufen sind. Ich hatte einfach nur entsetzliche Angst um unseren Hund.
Wir setzten uns sofort ins Auto um bei unserem Schatz zu sein. Das Gespräch mit der Tierärztin zeigte uns dann, das die Gefahr noch nicht gebannt ist. Zwei Tage steht sie auf der Kippe. Hoffen wir, dass sie kein Fieber entwickelt.
„Wir haben eigentlich keinen Notdienst aber ich rufe sie heute noch ein paar Mal an und sie geben mir dann die Daten durch“! Wir brachten das Häuflein Elend in die FeWo und bewachten sie. 19:00 Uhr – Anruft der Tierärztin „Ist alles ruhig?“ Dann wurde während der Telefonkonferenz Fieber gemessen und die Schleimheute kontrolliert. „OK, ich ruf später nochmal durch“.
21:30 Uhr – Anruf der Tierärztin „Wie sieht es aus“? Wieder alles zusammen kontrolliert. Ich konnte ihr sagen, dass Fiene auch schon Pipi gemacht hatte und einen kleinen Happen gefressen hatte.
Kurz vor 24:00 – Letzte Kontrolle durch die Tierärztin. „Morgen früh sind sie bitte kurz vor 8.00 in der Praxis.
Die ganze Nacht schauten wir auf unseren Hund. Stefan schlief neben ihr auf der Couch und ich hatte mich falsch rum (also mit dem Kopf am Fußsende) ins Bett gelegt um ihr nah zu sein.
Tag eins und zwei und 3 nach der OP fuhren wir jeden morgen in die Praxis. Fiene kam an den Tropf bekam hoch dosierte Antibiose und Schmerzmittel. Sie war echt fertig und bei uns kam immer wieder der Gedanke hoch … sie hätte sterben können.
Das Abschlussgespräch war sehr ausführlich. Wir bekamen auch einen OP Bericht mit Laborwerten für unsere Tierarztpraxis zu Hause mit der Bitte, bestimmte Werte in einigen Tagen nochmals zu kontrollieren. … ich konnte nicht anders …. ich musste die Frau einfach feste drücken.
….. DAS ….. ist unter ihrer Würde!!
Wir danken der Tierarztpraxis Dr. Anette Bauer und Gabriele Harbauer für ihren Einsatz und die kompetente Betreuung. Was mir besonders geholfen hat, beide Damen waren sehr herzlich und man hat das Gefühl vermittelt bekommen …. hier bist du in sehr guten Händen. 1000 Dank ♥
Inzwischen geht es dem Fienuckel wieder richtig super. Ich gebe zu, als sie das erste Mal wieder freudig gearbeitet hat (eine kleine Suche) und sie so heftig wedelnd durch das Suchengebiet schnuffelte…. da sind bei mir die Freudentränen gekullert.
Im März machten Hetty und ich uns auf den Weg nach Udorf um uns von Helene neuen Input zu holen. Oder anders … um zu prüfen, wie viel wir tatsächlich von unseren letzten Seminaren bei ihr umsetzen konnten.
Seminare bei Helene sind „namenlos“. Sie haben keine Überschrift wie „Markieren“, „Voran in gerader Linie“, „Suchen“ oder „Handling“.
Jedes Team wird da abgeholt, wo es steht und arbeitet zwangsläufig an den Dingen, die nicht klappen oder die verbesserungswürdig sind.
Mein größtes Anliegen an Helene war (2016) … uns zu helfen unser Oooooooommmmm zu finden. Ich hatte und habe manchmal immer noch das Gefühl, dass Hetty und ich nicht auf der gleichen Wellenlinie funken. Sie ist so triebig und so hibbelig… das wollte ich abstellen.
Hier hat inzwischen ein Umdenken bei mir stattgefunden. Wir müssen nicht gleich „schwingen“. Sie wird nie wie ein Buddha neben mir sitzen… aber … ich lasse mich von ihr einfach nicht mehr anstecken. Ich bin der Fels in der Brandung (meistens) und wenn sie schon nicht total gechilled ist, dann ist sie halt einfach nur gehorsam!
Kaum war dieses Thema für mich abgehakt, wurde es merklich besser. Kilometer um Kilometer haben wir Fußarbeit gemacht. „Schaffe im Training 110% – dann bleiben in einer Prüfung noch 70% übrig“
Das haben wir gemacht. Immer und immer wieder. Kein Vorrutschen, kein Vorlaufen!
Mühselige und auch langweilige Trainingseinheiten. Arbeiten auf kurze Distanz um die Abgabe des Dummys zu verbessern.
Viele kleine Puzzlestücke die irgendwann einen schönen Apport ergeben.
Ich war sehr gespannt wie Hetty sich in der Line mit ihr völlig fremden Teams präsentieren würde und ich kann sagen, dass ich mit dem Verlauf des Tages mehr als zufrieden war.
Nicht eingesprungen, gut konzentriert und sehr schön gearbeitet. Beim letzen Mal war das noch völlig anders.
Was habt ihr den gemacht? Es ist schwierig ein Seminar von Helene zu beschreiben. Du stehst in der Line, es fallen Markierungen im Wald, auf der Wiese. Du bist in Bewegung und arbeitest an deinem Timing wie du den Hund drehst, wenn eine Markierung nach hinten fällt.
Woher kommt der Wind und ist das Handling oder Körperfasching? Was von dem was du pfeifst kommt bei deinem Hund tatsächlich an?
Viele Kleinigkeiten aber das Beste ist, man sieht, dass es am Schluss ein stimmiges Bild ergibt.
Am Ende des Tages hat Hetty ein Vollblind gearbeitet. Ich habe sie sehr gut ausgerichtet, sie ist perfekt in den Wind gelaufen. Ein Pfiff, sie stoppt, Suchenpfiff und gefunden … mit diesem tollen Abschluss habe ich sie ins Auto gebracht.
Schon auf der Heimfahrt ist mir bewusst geworden, was wir im letzten Jahr schon alles verbessert haben. Ich bin sonst eher jemand, der sich kritisch sieht und immer noch was zu meckern hat. (Gibt es auch immer noch einiges!)
Aber es ist auch sehr hilfreich, wenn man sich vor Augen führt was man schon alles geschafft hat … und damit meine ich nicht Prüfungserfolge davon haben wir nämlich … keine 😉
Ach, beim Durchschauen der Bilder ist mir übrigens aufgefallen, dass ich meine Hände immer schön bei mir habe… brave Ivonne!
Ich möchte mich herzlich bei Susanne und Andreas Bergendahl für ihre grandiose Gastfreundschaft bedanken. Es ist so schön bei und mit euch. Andreas, herzlichen Dank für die vielen Bilder!
Besonderen Dank an unseren Helfer, der aus der Entfernung gut beobachtet hat und auch noch viel Feedback geben konnte.
Und Helene … Danke, für deine geduldige Art Dinge zu erklären, deine Beobachtungsgabe und am meisten dafür, dass du jedes Team so nimmst wie es ist und es am Ende des Tages schaffst, dass jeder zufrieden mit seinem Hund nach Hause fahren kann.
Ich freue mich auf weitere spannende Trainings.
… und jetzt … ein Outtake …
Da ist der Toller so fix gestartet, dass Hetty die Ohren wegfliegen 🙂 ABER!!! Sie sitzt!!! Jippiiii 🙂