APD / Anfänger Mac

Irgendwann ist es soweit. Dann muss ich mir ein Herz fassen und über meine Prüfungsangst springen.

Obwohl wir eine Baustelle bei der Abgabe haben, wollte ich es mit Mac jetzt angehen. Die BZG Mainz-Wiesbaden sollte im September eine Dummy A ausrichten. Da wollte ich mein Glück versuchen. Erstens sind 150 km ein Katzensprung in der Retrieverwelt und auch die Richterin finde ich total nett. Also versuchte ich mein Glück und tatsächlich flatterte eine Startplatzzusage in mein E-Mail Postfach.

Eigentlich war geplant, dass ich am Sonntag mit Mac die Prüfung absolviere und am Montag wollten wir dann alle zusammen in den Urlaub düsen. Tja, da hatte ich aber die Rechnung ohne den Gatten gemacht, der ab Montag quengelte, dass er gerne früher in den Harz fahren würde. Die Bitte unsere Prüfung abzusagen musste ich kategorisch ablehnen. Viel zu schwierig ist es derzeit einen Platz zu bekommen.
Als ich dann ein super Angebot für unser Lieblingshotel fand, konnte ich nicht widerstehen und so machten wir uns am Donnerstag auf den Weg. Am Freitag machte sich dann ganz langsam ein Infekt bemerkbar. Schnupfen, Husten, Halsschmerzen … na, super!
Trotzdem, am Samstag fuhr ich alleine nach Hause, machte noch bei der Apotheke halt und legte mich sehr früh schlafen, um dann am Sonntag um fünf völlig verrotzt loszufahren. Egal, Augen zu und durch …

Mir ging es wirklich nicht besonders, dann kam noch die Prüfungsangst und eine unsägliche Hitze dazu.

Wir hatten die Startnummer 14 und diese Nummer hat uns wohl Glück gebracht.

Wir haben Federn gelassen. Die Abgabe war in allen Aufgaben nicht gut und bei der Einzelmarkierung hat er wohl etwas ganz anderes gesehen, als ich. Aber alle Dummys landeten in meiner Hand!

So What! Wir haben mit dem Prädikat „Sehr Gut“ bestanden. Besonders gefreut habe ich mich, dass Mac sich in dieser großen Hundegruppe (21 startende Hunde + 3 Begleithunde) entspannt gezeigt hat. Er konnte sich sehr schnell konzentrieren, ist schön Fuß gelaufen und es war einfach eine Freude zu spüren, dass er der Situation gewachsen ist. Auch die vielen Schüsse haben ihn nicht aufgeregt. Das sind Erkenntnisse, die mich sehr positiv in die Zukunft blicken lassen.
Punkte: Suche 13 (alle Punkte verloren wir durch die Abgabe, gesucht hat er toll), Markierung 15 (nicht gut markiert und eine mäßige Abgabe), Appell und Memory 20, Wasser 18. Ich habe mich gefreut, dass er sich im Laufe der Prüfung gesteigert hat und zeigte, was er kann.

Ich muss mich immer wieder bei Claudia für diesen Hund bedanken, der einfach großartig zu mir passt. Nie hätte ich erwartet, mal einen Rüden zu führen. Er ist so ein leichtführiger, lustiger junger Hund der einfach alles mitmacht. Ich bin so gespannt auf unsere Zukunft.

Da ich das Problem angesprochen habe, will ich es nun auch schildern: Mac kommt mit dem Dummy sofort zurück. Es besteht keine Tauschgefahr und auch damit wegrennen tut er nicht.
Ist er bei mir und ich greife nach dem Dummy, zuckt er mit dem Kopf weg oder beugt den Kopf nach unten. Er möchte das Dummy einfach nicht abgeben. Versuche, ihn an der Brust zu streicheln und ihm das Dummy zu lassen, führen dazu, dass er hektisch wird und um mich rumhüpft.
Derzeit übe ich mit ihm intensiv das Handtarget und das Berühren der Hand, wenn er etwas im Fang hat. Das hat den Ablauf schon verbessert, aber wenn Beutedruck dazukommt, leidet die Abgabe wieder.
Dieser Sache werde ich mich in den nächsten Wochen intensiv zuwenden. Es ist einfach schade, dadurch Punkte zu verlieren.

Anbaden

Geht Hetty bei jedem Wetter und fast allen Temperaturen ins Wasser, habe ich bei Fiene in den letzten Wochen immer noch den Spielverderber gegeben. Keine weitere Blasenentzündung für das Goldstück.
Auch mit Mac war ich noch nicht am Wasser. Es war mir auch für ihn noch zu kalt.

Heut aber sind wir losgezogen und haben uns mit Katharina, Jesper und Riley getroffen, um die Badesaison offiziell zu eröffnen.

Für Mac war der Plan, dass er mit Riley, Jesper und Fiene im Freilauf die Gegend erkunden darf und das tut, wonach ihm ist. Plantschen, schwimmen …. oder eben nicht plantschen und schwimmen. Ja, und leider ist Hetty bei solchen Aktivitäten außen vor. Sie ist einfach zu hektisch und wirklich kein gutes Vorbild für den jungen Hundemann. Außerdem versucht sie ihn immer von mir abzudrängen, es gibt also wirklich zu viel Stress, der sich am Wasser einfach nicht gut händeln lässt. Also, schaffen wir Bedingungen, die den ersten Wasserbesuch für alle Beteiligten zu einem guten Erlebnis werden lassen.

Tja, und nachdem alle erwachsenen Hunde ihm gezeigt haben, wie das mit dem Wasser so funktioniert, hat Mac ….

sein Seepferdchen abgelegt.

Im Anschluss gab es noch einen kleinen Spaziergang über die Wiesen. Dort konnten sich die Hunde gleich ein bisschen trocken rennen. Mac hat gelernt, dass Riley sehr gerne mit ihm gemeinsam rennt und ihn gerne „mitnimmt“ sehr wohl aber grantig wird, wenn er sie heftig anspringt oder gar auf den Rücken hüpfen will. Tolle, klare Kommunikation, die bei Mac auch gut angekommen ist.
Ich bin sehr froh, dass die Hunde meiner Freundin so gut mit meinen harmonieren und wir uns keine Sorgen machen müssen, dass unsere Spaziergänge, Wanderungen oder Treffen in unserem Garten schwierig werden könnten.

Nach diesen tollen Erlebnissen hat Mac den ganzen Nachmittag geschlafen und war dann nur noch mit mir im Garten, um bei meinen Füßen zu ruhen.

Am Kerkerbach ’21 | Fiene | V

Am 03.10. machten Anke und ich uns auf den Weg nach Fussingen, um mit den beiden Mädels auf einem Team WoT zu starten.
Lange ist es her, dass ich mit Fiene eine Prüfung gelaufen bin und inzwischen lasse ich sie im Training fast immer Dinge tun, die sie gerne macht. Langes Handling fällt da schon mal aus.
Da das bei Anker und ihrer Biscuit ähnlich aussieht, konnten wir nicht wirklich einschätzen, wie die beiden Hundedamen sich präsentieren würden. Wie immer war alles möglich zwischen Genie und Wahnsinn.

Wie immer, wenn ich zu so einer Prüfung fahre, sah es in meinem Auto aus, als würde ich ausziehen. Frau will ja schließlich auf alles vorbereitet sein. Regenklamotten Handtücher, Verpflegung, die Meldeunterlagen, Wechselkleidung usw… besser etwas zu viel, als was vergessen.

Die Fahrt verlief ohne Zwischenfälle und wir kamen pünktlich an der Meldestelle an. Alle Unterlagen vorzeigen, Auto parken und noch eine Runde durchs Wäldchen gedreht.
Als sich die Teilnehmer sammelten, war das „Hallo“ groß. So viele bekannte Gesichter, die man so lange nicht gesehen hat. Pünktlich um 13:00 Uhr wurden wir durch die Sonderleitung und die Richter begrüßt und dann ging es auch schon los.

Anke und ich starteten unsere Prüfung an Station 2 bei Michael Hahn

Das Team steht mit dem Richter am Startpunkt (rotes Kreuz) im Wald. Bei D1 wird ein Blind beschossen. In einem Winkel von 90° fällt eine Markierung (D2).
Als Erstes sollte das Blind gearbeitet werden, danach die Markierung. Der Weg zum Blind war ein Wiesenweg, am Ende ein wenig höherer Bewuchs. Die Markierung fiel hinter Totholz und die Fallstelle war nicht zu sehen. Die Entfernungen lassen sich schwer schätzen. Blind ca. 40m, Markierung vielleicht 30m. Die Schwierigkeit lag eindeutig im Gelände.
Biscuit arbeitet das Blind, Fiene die Markierung und wir erarbeitet jeweils 17 Punkte.
Fiene nahm nicht den schnurgeraden Weg und ich ließ sie auch machen. In ihrem Alter muss sie nicht mit Volldampf durchs Totholz brettern. Im Fallbereich habe ich darum zur Sicherheit den Suchenpfiff gegeben …. schließlich fangen die Hoffenden die Null *zwinker

Selber Startpunkt nur um 180° gedreht. Wieder ein beschossenes Blind und eine Markierung. Dieses Mal durften wir wählen, welcher Hund welches Dummy holt und auch die Reihenfolge durften wir bestimmen.
Never change a running System … Anke mit Biscuit als Erstes das Blind, Fiene und ich die Markierung.
Leider haben wir beide den Richter etwas missverstanden als es um die Liegestelle des Blinds ging und so brauchten die beiden ein paar Pfiffe mehr bis das Dummy in Ankes Hand landete (12 Punkte).
Fiene hatte ihr Dummy auf den Punkt und so gingen wir mit 20 Punkten raus.

Anke und ich strahlten uns an. Die Damen hatten offensichtlich Laune und wir beide hatten so viel Freude, keine Spur von Nervenflattern (bei mir) und das machte es wohl auch für Fiene viel, viel einfacher.
Da wir uns im Vorfeld nicht abgesprochen hatten, entschuldigte ich mich dafür, dass der Keks am besten auch weiter für die Blinds zuständig sein sollte und damit den schwereren Part übernehmen würde. Aber Anke wäre nicht Anke, wenn das für sie nicht selbstverständlich gewesen wäre. O-Ton: Wir waren in der O … wir machen das! Dafür bin ich dir richtig dankbar ♥

Die nächste Station für uns war bei Thomas Kühn (Aufgabe 3)

Das Team steht auf der Wiese. In etwa 10 Meter Entfernung verläuft ein kleiner Graben mit etwas höheren Bewuchs. Danach wieder Wiese mit kurzem Gras (aber hoch genug, dass die Dummys nicht offen liegen). In ca. 50 Metern wird eine Doublette geworfen.
Fiene arbeitet als erste und legte erneut eine Punktlandung hin (20 Punkte). Der Keks brauchte ein wenig Hilfe (13 Punkte).

Wir drehten uns um 90°. In ca. 25m Entfernung verläuft ein kleiner Graben. Hinter dem Graben, auf der linken Seite eine größer Bereich mit hohem Bewuchs. Direkt am Beginn sitzt ein Helfer. In direkter Linie auf der Wiese liegt eine Strohrolle. Dahinter verbirgt sich ein weiterer Helfer.
Helfer 1 beschießt das erste Blind, dass bei D1 tief im Graben liegt. Helfer 2 gibt einen Schuss in Richtung eines kleinen Bäumchens am Ende des hohen Bewuchses ab. Wir entscheiden uns für D1 Biscuit, D2 Fiene.
Das war tricky aber wir konnten die Aufgabe lösen und gingen mit Biscuit 15 und Fiene 17 Punke zu unserer letzten Station.
Ehrlich, ich habe mich so gefreut. Thomas kann sich da sicher nicht mehr dran erinnern, aber vor Jahren (bei der „Little Forest Trophy“) haben Fiene und ich in einer seiner Aufgaben eine wirklich unterirdische Leistung gezeigt. Dieses Mal bekamen wir für ein perfektes Marking ein „WOW“ und für einen schnellen Rückweg ein „die ist aber noch richtig flott unterwegs“.

Unsere letzte Aufgabe führte uns zu Norbert Theuerkauf. (Aufgabe 1)

Das Team steht mit dem Richter und dem Steward auf einer langgezogenen Wiese. Auf der linken Seite verläuft eine Wildhecke, rechts stehen in unregelmäßigen Abständen Obstbäume.
Der Richter erklärt, dass ein WalkUp durchgeführt wird und das Team einfach beobachten soll, was passiert.
Auf das Kommando „WalkOn“ gehen wir los (grauer Pfeil) am Kreuzchen ertönt der Richtungswechsel „Behind“ und wir drehen. Ein Helfer beschiesst ein Blind am letzten Obstbäumchen und danach wirft er eine Markierung in Richtung der Hecke. Norbert legt fest: Fiene das Blind, Biscuit die Markierung.
Fiene geht schön raus, braucht aber zwischen den beiden letzten Bäumen ein „Stop und ein such links“ und bekommt für ihren Retriev 19 Punkte. Biscuit hatte wohl kurz die Brille abgenommen. Sie blieb zu kurz (ich vermute, dass dort alte Fallstellen waren) und wollte auch immer mal wieder in der Hecke auf Suche gehen. Beim Einweisen hatte sie dann die Idee zum Baum mit dem Blind zu laufen. Aber irgendwann war sie tief genug und das verdammte Mark endlich drin. 11 Punkte (Auf der Ergebnisliste sind da die Punkte vertauscht).

Der WalkUp geht weiter und es ertönt erneut ein „Behind“ Erneut wird ein Blind beschossen und eine Markierung fliegt. Diese landet einige Meter in der Verlängerung des Blinds.
Biscuit Blind, Fiene das Mark (D2). Wir brauchten beide einige Pfiffe bis wir unsere Dummys in Händen hielten. Fiene wollte sich an der Stelle des Blinds festsuchen, ließ sich dann aber doch noch überzeugen und ging „back“. Biscuit 16 Punkte, Fiene 15 Punkte.

ALLE DUMMYS DRIN! Yipppiiee

Als ob der Wettergott es uns Teilnehmern und unseren Hunden angenehm machen wollte, blieb es trocken. Als wir auf die Ergebnisse warteten, zog auf einmal ein heftiger Wind auf und es krachten Äste von den Bäumen. Dadurch wurde die Siegerehrung im Schnelldurchlauf durchgeführt. Die Platzierten bekamen schöne Trophäen aus Holz und alle Teilnehmer ein schönes Präsent.

Allein der Tag mit Anke und nochmal mit den beiden älteren Ladys einen WoT zu laufen war einfach toll und als Zugabe konnten wir an diesem Tag auch noch ein Familientreffen feiern.

Norbert hatte Tyra, die Mutter von meiner Fiene mitgebracht und Petra und Heike waren mit den Brüdern Dundee und Colin am Start.

v.l. Golden Worker Discovery Dundee, GWD Delphin, GW Angels Tyra und GWD Colin
Tyra ist inzwischen 16 Jahre und 4 Monate ♥ und ich hoffe sehr, dass Fiene ihrer Mama nacheifern wird in Alter und Fitness

Ich möchte mich bei den Organisatoren der Bezirksgruppe 5 Main-Taunus, den Richtern, Helfern und Sponsoren für diesen wunderbaren Tag bedanken. Die Richter haben sehr schöne Aufgaben gestellt. Angemessene Entfernungen für die Senioren gewählt aber dennoch tricky. Ich danke auch allen Teilnehmern für die tolle und gelöste Stimmung. So sollte ein Tag sein, wenn man mit seinem alten Kumpel nochmal loszieht.

Ich wünsche euch allen noch eine lange und gute Zeit mit euren Senioren und wer weiß, vielleicht wagen wir ja nochmal einen V-Start … es hat so großen Spaß gemacht.

Glückliche Gesichter schon bevor es überhaupt losging.
Rechte am Bild: Sandra Wirth BZG 5