Ganz großes Tennis

Ja, heute waren wir wieder auf dem Hundeplatz. Zum ersten Mal durfte sie dort auch mal die Wiese betreten. Da sich Fienchen ja gerne freudig auf jeden stürzt und überschwänglich begrüßt müssen wir definitiv lernen an Zweibeinern lässig vorbei zu laufen. Ja, wir haben definitiv mehr Probleme an Menschen vorbeizugehen als an Hunden.

Und so war unser Training heute nicht durch zugucken und warten geprägt sondern  eine völlig teilnahmslos dastehenden Frau zu umrunden.

Kaum auf der Wiese ging die Nase runter. Null Aufmerksamkeit für mich. Auf dem Platz ca. 5 -7 Gespanne die Unterordnung trainiert haben und ein riesiger Rasenmäher!

Wir haben etwas Abseits geübt. Bei den ersten beiden Versuchen musste ich ein sehr strenges „NEIN“ in die Waagschale werfen und ab dann gings super. Links rum rechts rum, vor der Frau stehen bleiben, Menschenbegrüßung … und ein tolles Spiel für Fienchen. Das haben wir dann noch 3 Mal gemacht. Auch mit ablegen. Dann Sitz und Bleib mit Abrufen an der Frau vorbei.

Alles in Allem haben diese Übungen ungefähr 10 Minuten gedauert aber Frau Puschelohr liegt auf dem Sofa und schlummert als ob ich sie bei einem Marathon dabei gehabt hätte.

Suchen auf der Stelle

Nach unzähligen Leckerchensuchspielen in Verbindung mit dem Suchenpfiff fangen wir nun an das Training für den das „Auf der Stelle suchen“ Schritt für Schritt aufzubauen.

Hier kommt wieder das Arbeitshandbuch „Apportieren Schritt für Schritt“ zum Einsatz.

Stufe 1 (Lernphase)

  • Der Hund soll lernen, den Suchen-Pfiff mit einer richtungsweisenden Handbewegung nach rechts oder links zu verknüpfen, sofort die Nase einsetzten und ein kleines Gebiet abzusuchen, bis er Erfolg hat.

Aufgabe 1  (1 grünes Dummy)

  • Der Hund soll aus dem Sitz heraus auf den Suchen-Pfiff hin in einer einzeln stehenden, dichten Deckung ein Dummy suchen. Er schaut aus einer Entfernung von max. 10 m zu, wenn der Hundeführer es dort auslegt. Danach geht das Gespann frei bei Fuß zum Suchengebiet und der Hund wird zum Sitzen gebracht. Nun stellt sich der Hundeführer ihm zugewendet an die Deckung und beschreibt mit der Hand kreisende Bewegungen in deren Richtung.
Hund kann beim Auslegen des Dummys zusehen. Es ist auf Gegenwind zu achten.
Handbewegung und Suchen-Pfiff

Hinweis

Dies wird mehrere Tage an unterschiedlichen Orten nach rechts und links geübt.

So habe Fienchen und ich das also angefangen. Keine Frage…es hat gut funktioniert. Wiedereinmal sitzt der kleine Mann auf meiner Schulter und flüstert „Los, versuch die nächsten Schritte! Sie kann es doch…“ NEIN! Wieder und wieder werde ich diese einfache Form üben. Immer wieder auf unseren Runden und immer wieder an unterschiedlichen Orten und zu unterschiedlichen Tageszeiten. Wir haben Zeit und je mehr Erfolge sie für sich verbuchen kann, desto gefestigter wird ihr Vertrauen und ihr Wissen werden.

Quelle der Übung: Trainingshandbuch „Apportieren Schritt für Schritt“ von Tineke J. Antonisse-Zijda



Ein Experiment

Wir kommen gerade vom örtlichen Verein für Gebrauchshunde. Dem Hundeplatz der Ortsgruppe Hünfeld. Ich wollte ein Experiment wagen. Ganz oft gehe ich ja mit Fienchen in den Wald, richte eine Wartezone ein und dann wird halt gewartet. Nun ist da wo wir hinfahren ja nicht wirklich viel los und so habe ich mit gedacht… Fahr doch mal dahin wo gearbeitet wird.

Gesagt getan, die Maus in s Auto und ab. Dort angekommen habe ich sie zuerst im Auto gelassen, um mich den Anwesenden vorzustellen. Außerdem wollte ich ja mein Anliegen vortragen. Ich wollte mich in einer Ecke des Platzes aufhalten, sodass Fiene den fremden Hunden beim Arbeiten zu sehen kann. Erst etwas seltsam angekuckt wurde ich befragt, für was ich diese Art Training brauche. Von Dummytraining hatte von 13 Leuten nur einer schon mal was gehört. Der Rest war aber zumindest neugierig. Dann habe ich die Süße aus dem Auto geholt und alle waren von den Socken. So eine hübsche, ach eine Jagdlinie, die sieht ja viel besser aus als die „normalen“ Golden Retriever.

Und so haben wir uns ein Plätzchen gesucht von wo aus Fiene die Hunde beim Arbeiten beobachten konnten. Ein Boxer, 4 Riesenschnautzer, 1 Zwergschnautzer, 2 Schäferhunde, 1 Malinois. Also alles Hunde, die Fiene noch nie gesehen hat. Und nach anfänglichem Rumgeschnupper hat sie dann ihre Liegeposition gefunden und war echt locker. Sie hat zwar nicht geschlafen aber zumindest hat sie aufmerksam beobachtet ohne sichtbare Zeichen von Stress (Schnäutzchen lecken, starkes Hecheln usw.) Aber jetzt liegt sie in ihrem Kennel und schläft wie in Stein. Auch Warten ist halt sehr anstrengend.

Ich denke, dass werde ich so in 2 Wochen wiederholen. Ich habe ja dort schon erklärt, dass ich nicht auf dem Platz trainieren möchte. Fiene soll nicht „abgerichtet“ werden. Ich habe erklärt, dass viele der Dinge, die dort gelehrt werden, für uns nicht brauchbar sind. Mein Hund darf mich nicht die ganze Zeit anstarren er soll ja schließlich Fallstellen markieren. Mein Hund soll aus der „Sitz“ Position abgerufen werden, nie jedoch aus dem „Platz“. Ich übe mit Pfeiffsignalen usw. aber für „Wartezonentraining“ sind gelegentliche Besuche dort bestimmt gut. Da ist richtig Trubel!