Mache mir so meine …. Teil 2

Gedanken. Bevor Delphin einzog habe ich ja bereits festgelegt, welche Kommandos ich nutzten möchte. Das hat bisher mit mir gut geklappt. Schließlich ist das etwas, was nur ich lernen und beherzigen muss, da Fienches Festplatte diesbezüglich ja noch leer war.

Nun ist die Maus ein halbes Jahr alt und es gilt beim Training ein kleines Schrittchen voran zu schreiten. In meiner „Bibel“ habe ich mich intensiv mit der Freiverloren-Suche beschäftigt.  In der Beschreibung 1.104 wird erklärt, dass sich der Hund bei der großen Suche oft außerhalb der Sicht des Hundeführers befindet.

Dabei kann er, im Rahmen seiner Veranlagung, seine Fähigkeit zum Suchen entwickeln. Er lernt den Wind selbstständig zu nutzen und richtig gegen ihn zu arbeiten, sein spezielles Suchenmuster und Durchhaltevermögen aufzubauen usw. Die Große Suche sollte daher mit dem jungen Hund oft geübt werden.

Tja, wie jung ist jung und wie oft ist oft???? Und ist jung nicht manchmal zu jung?? Das ist wieder so ein Punkt, den man sicher nur beantworten kann, wenn ein erfahrener Hundetrainer einem mal über die Schulter schaut.

Auch wird bereits in Stufe 1 (Lernphase) bereits mit Helfer gearbeitet. Was aber, wenn ich nicht so oft einen Helfer zur Verfügung habe? So habe ich also unsere erste richtige Freiverloren-Suche wie folgt durchgeführt:

Suchengebiet mit Laufrichtung (Führerfährte), Windrichtung, Liegeposition der Dummys und Ansatzpunkt

Da ich keinen Helfer hatte, habe ich Delphin am Ansatzpunkt abgesetzt, und bin um das Suchengebiet herumgelaufen. Alle paar Meter habe ich mich hingehockt oder ein Geräusch gemacht ohne dabei ein Dummy abzulegen. Nur an den markierten Stellen lag dann zum Schluß ein Dummy.

Nachdem ich Fienchen für ihr ruhiges Warten belohnt hatte, bin ich mit ihr noch eine Runde um einen Baum gelaufen, habe sie dann an den Ansatzpunkt gebracht, nach vorne konzentriert, meine rechte Hand locker in höhe ihrer Brust … ein Schlenker nach vorne und „Hi Lost!“

Zuerst ist sie ca 20 Meter gerade durch das Suchengebiet geprescht … an den Dummys vorbei. Dann zurück und dabei ist sie auf meine Fährte gestoßen. Dieser ist sie ein paar Meter gefolgt konnte so aber keine Witterung von den ausgelegten Dummys bekommen. Ich stand wie erstarrt, als sie mich plötzlich fragend anguckte und in meine Richtung lief (das wäre der Einsatz für den Helfer gewesen!) und dann zack! Der Kopf schnellt rum, Witterung von D1! Die Nase in den Wind gestreckt, zwei drei Schritte seitlich und dann ging die Nase runter. Mit Dummy im Fang kam sie stolz wie Oscar auf mich zu gelaufen und wir haben eine dicke Party gefeiert mit getrockneter Leber zur Belohnung. Danach habe ich sie wieder zum Ansatzpunkt gebracht und habe sie zusehen lassen wie Frauchen, mit ihrem fantastischen Spürsinn das zweite Dummy gefunden hat. Komisch ich habe zur Belohnung kein Stück Leber Schokolade bekommen….

Ich hoffe, dass sie dadurch, dass ich auch noch ein Dummy geholt habe sie lernt, dass immer mehrere Dummys im Suchengebiet liegen und sie dann, wenn ich sie ein zweites Mal schicke auch vertrauensvoll weiter sucht.

Den Sonntag gut genutzt.

Ja, was soll man an diesen Tagen machen … es ist warm… aber ich habe halt auch frei…die Zeit gilt es also sinnvoll zu nutzen. Also haben wir unser „Warte- Ruhetraining“ weiter fortgeführt. Die Dummytasche gepackt, das Fienchen geschnappt und die 500 Meter bis auf unsere Schafwiese gelaufen. Dort haben wir uns ein Plätzchen im Schatten gesucht.

unser Schattenplätzchen

Zuerst habe ich mich zu ihr gesetzt und bin meinem anderen Hobby (ja tatsächlich, es gibt noch etwas anderes außer Hunde) nachgekommen. Ich hatte mir meinen derzeitigen Lesestoff (Die Meisterin von Trudi Canavan) mitgenommen und diesem habe ich mich zuerst gewidmet. Delphin lag neben mir und nachdem sie aufgehört hatte alles gespannt zu beobachten und ihr Kopf eine ganze Weile auf dem Deckchen geruht hat gings los mit „Arbeiten“.

Video * Steadiness


Die Maus lag auf ihrem Deckchen und war einfach klasse. Und nur um mal das Verhältnis zwischen geworfenen und apportierten Dummys darzustellen. Ich habe heute 12 Dummy geworfen. Von diesen 12 Dummys durfte Delphin nur das letzte selber holen.

da liegt sie die Schnulle
mein Schatz!
was fliegt denn da??

Also ich bin mit der Fiene-Maus total zufrieden. Sie sieht mir zu wie ich die Dummys werfe und liegt wie eine eins. Nicht mal das kleinste Zucken. Und weil sie so prima gewartet hat durfte sie dann auch ein Dummy holen. „fetch it“ losgeflitzt, pick up, und schön in die Hand ausgegeben…. Super klasse kleine Delphin!

Voran … mit Verleitung!

Inzwischen haben die Bauern ja die Wiesen das erste Mal gemäht. Das eröffnet uns natürlich neue Möglichkeiten beim Voran Training. Wie jeden Tag  habe ich also für Fienchen gut sichtbar unsere Tasche gepackt. Die Welpen- und Pocketdummys, der Futternapf, ihr Deckchen. Völlig unaufgeregt nimmt sie dies zur Kenntnis. Das liegt wohl auch daran, dass ich das jeden Tag mache. Ja, auf einer unserer Pipi-Runde nehme ich täglich unsere Arbeitstasche mit und mal Arbeiten wir dann tatsächlich, meistens aber nicht. So habe ich versucht … und wohl bisher auch geschafft …, dass sie nicht schon hochdreht, wenn sie nur die Dummytasche sieht.

Und so sind wir  heute auf die „Schafwiese“ gegangen. Dort haben wir uns eine Strecke entlang des Zaunes gesucht, so dass dieser als Leitlinie fungieren konnte.

Wie jedes Training fing dieses auch wieder mit Konzentrationsübungen und Fußarbeit an. Dann durfte sie ein Voran auf den Napf arbeiten. Auf „Get Out“ geht sie richtig schnell raus und macht vor dem Napf einen kleinen „Beutesprung“! Nach dieser ersten kleinen Einheit kam das, was bei jedem Training seinen festen Platz hat. Die Ruheübung. Neben der Tasche liegt das Deckchen / Handtuch und Fienchen wir dort abgelegt. Während sie dort liegt sammel ich den Napf ein, lauf noch ein bisschen rum und dann kam die perfekte Ablenkung … eine Spaziergängerin mit Hund.

Diese blieb einen Moment am Zaun stehen und wir schwatzen kurz. Fienchen bleibt derweil ganz ruhig auf ihrem Deckchen liegen. Kommentar der Frau …. die ist ja lieb!

Warten....

Dann gings weiter mit dem nächsten Voran. Diesmal habe ich die Entfernung etwas erhöht und bin dann mit Fienchen bei Fuß bis zum Napf gelaufen. Dann hat sie gesehen, wie die Leckerchen hineinkullern und zurück gings zum Startpunkt.

„Get Out“ …. SUPER! und wieder heißt es …

Warten ....

Nach einer erneuten kleinen Pause habe ich Fienchen an den Startpunkt gesetzt, zum Napf, Leckerchen ablegen und zurück zu Fienchen. Diesmal hat sie die weitere Entfernung gut angenommen ohne die Strecke vorher mit mir gelaufen zu sein.

Ganz braves Fienchen. Der aufmerksame Leser fragt sich nun sicher „Wo war denn nun die Verleitung?“….. Ja, wie ich schon sagte, es ist die „Schafwiese“ und was machen Schafe auf einer Wiese? Fressen. Und das kommt ja irgendwann mal wieder raus? …. Diese „Knödel“ haben, zumindest auf meine Hunde, eine fast unwiderstehliche Anziehungskraft. aber nicht auf Delphin. Sie saust zum Napf, frisst ihre Leckerchen und auf dem Rückweg schnappt sie sich einen Knödel und bringt ihn stolz zu mir. Ich habe das Gefühl sie denkt, dass sie mir doch irgendwas mitbringen muss. Hmmmm, sind wohl die Gene.

Und wieder …

Warten...

Da sie sich ja nicht angewöhnen soll mir immer irgendwas anzuschleppen habe ich sie zum Abschluss abgesetzt und auf eine kurze Entfernung ein Welpendummy ausgelegt. Gut sichtbar. Zurück zu Fienchen, am Fuß ausgerichtet, „Get Out“ …. losgeflitzt, aufgenommen und sofort zurück um mir das Dummy in die Hand zu geben. „STRIKE“ Fienchen du bist echt ne Wucht!

Spielen und Entspannen!