Unterwegs in „unserem“ Revier

Sitz, Platz, Bleib, Left …. alles Kommandos die im stillen Kämmerlein schon sehr zuverlässig funktionieren. Aber was im Wohnzimmer klappt, klappt auf der Straße, im Wald oder sonst einem spannenden Ort noch lange nicht so gut.

In den letzten 14 Tagen waren die Maus und ich fast nur auf unserem Hausberg und der Schafwiese unterwegs. Hier arbeitet die Kleine schon gut und so habe ich sie heute ins Auto gepackt um mit ihr in den nahen Wald zu fahren.

Ich wollte gezielt Leinenführigkeit und Fußarbeit mit ihr machen. Wir haben uns in einen Waldweg geschlagen und dann richtig in den Wald. Zwischen den Bäumen haben wir dann geübt. Immer ein paar Meter in Schlangenlinien um die Bäume rum. Nach jeder kleinen Sequenz wurde sie entweder mit einem Spielchen, Leckerchen oder einem Ballwurf belohnt.

Nach drei Durchgängen mit Leine kamen noch zwei ohne. Zuerst hat Fienchen etwas gebummelt aber dann  liefs echt gut.

Als Abschlußübung bin ich dann mit ihr an meiner linken Seite einen kleinen Abhang runter gegangen. Nach 2-3 Schritten habe ich angehalten, sie sitzt …. und wir warten ….. ich zähle langsam bis 30 …. dann noch ein paar Schritte den Hang runter, Wendung und langsam den Hang wieder hoch. Danach gabs noch ein tolles Renn- und Rangelspiel für eine sehr aufmerksame kleine Fiene-Maus.

Hier-Pfiff für Fortgeschrittene

Eben sind meine Geschwister wieder nach Hause gefahren. Nach einem lustigen Abend und einem gemütlichen Frühstück auf der Terrasse sind meine Schwester und ich mit Fienchen auf „unsere“ Wiese gegangen. Ausgestattet mit verschiedenen Spielzeugen und unterschiedlichsten Leckerchen wollte ich „testen“, wie viel Ablenkung unser Hier-Pfiff schon verträgt.

Wenn ich alleine mit Fienchen bin kommt sie auf den Doppelpfiff sehr zuverlässig angeflitzt nun sollte es etwas schwieriger werden. Die Kleine hat unterschiedliche Spielzeuge auf die sie auch unterschiedlich abfährt. Eines ihrer liebsten ist ein kleines Zergeltau und das beste ist ein Ball an einer Schnur. Das was sie am wenigsten aufregt ist ein Tennisball. Also haben wir mit genau diesem angefangen.

  • Meine Schwester steht auf der Wiese und wirft den Tennisball von einer Hand in die andere und ein bisschen hoch. Fienchen guckt und hüpft ein bisschen mit. Ich stehe ca. 15 Meter entfernt ….. Doppelpfiff ….. und die Maus kommt angedüst. Zur Belohnung gabs ein kurzes Zergelspiel mit ihrem Tau.
  • Ich lasse Fienchen absitzen und gehe mit dem Tau zu meiner Schwester, sacke den Ball ein und gebe ihr das Tau. Danach gehe ich zurück zu Fiene, gebe nochmal das Sitz-Kommando und meine Schwester ruft. Sie sitzt, guckt mich an und bekommt von mir die Freigabe („und ab“). Sei läuft zu meiner Schwester. Diese steht relativ ruhig und Fienchen schnappt das Tau und zergelt alleine etwas daran herum. ….. Doppelpfiff ….. und wieder lässt sie Alles stehen und liegen um zu mir zu kommen. Diesmal durft sie den Ball am Seil schnappen und mit zur Belohnung eine Runde rennen.
  • Als letzte Übung habe ich meine Schwester gebeten, mit dem Tau und Fienchen mal ein bisschen Betrieb zu machen. Bewusst habe ich sie einige Sekunden wild spielen lassen …. Doppelpfiff ….. zack sitzt sie bei mir. Zur Belohnung gabs dann den Jackpot. Getrocknete Leber, das ist der absolute Leckerbissen.

Ich bin sehr erstaunt, dass sie trotz dieser Ablenkung so zuverlässig gekommen ist. Das heißt für mich, dass wir beim Üben jetzt bewusst „Verleitungen“ einbauen können. Das Training für den Hier-Pfiff geht also in die nächste Runde.

Mache mir so meine …. Teil 2

Gedanken. Bevor Delphin einzog habe ich ja bereits festgelegt, welche Kommandos ich nutzten möchte. Das hat bisher mit mir gut geklappt. Schließlich ist das etwas, was nur ich lernen und beherzigen muss, da Fienches Festplatte diesbezüglich ja noch leer war.

Nun ist die Maus ein halbes Jahr alt und es gilt beim Training ein kleines Schrittchen voran zu schreiten. In meiner „Bibel“ habe ich mich intensiv mit der Freiverloren-Suche beschäftigt.  In der Beschreibung 1.104 wird erklärt, dass sich der Hund bei der großen Suche oft außerhalb der Sicht des Hundeführers befindet.

Dabei kann er, im Rahmen seiner Veranlagung, seine Fähigkeit zum Suchen entwickeln. Er lernt den Wind selbstständig zu nutzen und richtig gegen ihn zu arbeiten, sein spezielles Suchenmuster und Durchhaltevermögen aufzubauen usw. Die Große Suche sollte daher mit dem jungen Hund oft geübt werden.

Tja, wie jung ist jung und wie oft ist oft???? Und ist jung nicht manchmal zu jung?? Das ist wieder so ein Punkt, den man sicher nur beantworten kann, wenn ein erfahrener Hundetrainer einem mal über die Schulter schaut.

Auch wird bereits in Stufe 1 (Lernphase) bereits mit Helfer gearbeitet. Was aber, wenn ich nicht so oft einen Helfer zur Verfügung habe? So habe ich also unsere erste richtige Freiverloren-Suche wie folgt durchgeführt:

Suchengebiet mit Laufrichtung (Führerfährte), Windrichtung, Liegeposition der Dummys und Ansatzpunkt

Da ich keinen Helfer hatte, habe ich Delphin am Ansatzpunkt abgesetzt, und bin um das Suchengebiet herumgelaufen. Alle paar Meter habe ich mich hingehockt oder ein Geräusch gemacht ohne dabei ein Dummy abzulegen. Nur an den markierten Stellen lag dann zum Schluß ein Dummy.

Nachdem ich Fienchen für ihr ruhiges Warten belohnt hatte, bin ich mit ihr noch eine Runde um einen Baum gelaufen, habe sie dann an den Ansatzpunkt gebracht, nach vorne konzentriert, meine rechte Hand locker in höhe ihrer Brust … ein Schlenker nach vorne und „Hi Lost!“

Zuerst ist sie ca 20 Meter gerade durch das Suchengebiet geprescht … an den Dummys vorbei. Dann zurück und dabei ist sie auf meine Fährte gestoßen. Dieser ist sie ein paar Meter gefolgt konnte so aber keine Witterung von den ausgelegten Dummys bekommen. Ich stand wie erstarrt, als sie mich plötzlich fragend anguckte und in meine Richtung lief (das wäre der Einsatz für den Helfer gewesen!) und dann zack! Der Kopf schnellt rum, Witterung von D1! Die Nase in den Wind gestreckt, zwei drei Schritte seitlich und dann ging die Nase runter. Mit Dummy im Fang kam sie stolz wie Oscar auf mich zu gelaufen und wir haben eine dicke Party gefeiert mit getrockneter Leber zur Belohnung. Danach habe ich sie wieder zum Ansatzpunkt gebracht und habe sie zusehen lassen wie Frauchen, mit ihrem fantastischen Spürsinn das zweite Dummy gefunden hat. Komisch ich habe zur Belohnung kein Stück Leber Schokolade bekommen….

Ich hoffe, dass sie dadurch, dass ich auch noch ein Dummy geholt habe sie lernt, dass immer mehrere Dummys im Suchengebiet liegen und sie dann, wenn ich sie ein zweites Mal schicke auch vertrauensvoll weiter sucht.