Voran … mit Verleitung!

Inzwischen haben die Bauern ja die Wiesen das erste Mal gemäht. Das eröffnet uns natürlich neue Möglichkeiten beim Voran Training. Wie jeden Tag  habe ich also für Fienchen gut sichtbar unsere Tasche gepackt. Die Welpen- und Pocketdummys, der Futternapf, ihr Deckchen. Völlig unaufgeregt nimmt sie dies zur Kenntnis. Das liegt wohl auch daran, dass ich das jeden Tag mache. Ja, auf einer unserer Pipi-Runde nehme ich täglich unsere Arbeitstasche mit und mal Arbeiten wir dann tatsächlich, meistens aber nicht. So habe ich versucht … und wohl bisher auch geschafft …, dass sie nicht schon hochdreht, wenn sie nur die Dummytasche sieht.

Und so sind wir  heute auf die „Schafwiese“ gegangen. Dort haben wir uns eine Strecke entlang des Zaunes gesucht, so dass dieser als Leitlinie fungieren konnte.

Wie jedes Training fing dieses auch wieder mit Konzentrationsübungen und Fußarbeit an. Dann durfte sie ein Voran auf den Napf arbeiten. Auf „Get Out“ geht sie richtig schnell raus und macht vor dem Napf einen kleinen „Beutesprung“! Nach dieser ersten kleinen Einheit kam das, was bei jedem Training seinen festen Platz hat. Die Ruheübung. Neben der Tasche liegt das Deckchen / Handtuch und Fienchen wir dort abgelegt. Während sie dort liegt sammel ich den Napf ein, lauf noch ein bisschen rum und dann kam die perfekte Ablenkung … eine Spaziergängerin mit Hund.

Diese blieb einen Moment am Zaun stehen und wir schwatzen kurz. Fienchen bleibt derweil ganz ruhig auf ihrem Deckchen liegen. Kommentar der Frau …. die ist ja lieb!

Warten....

Dann gings weiter mit dem nächsten Voran. Diesmal habe ich die Entfernung etwas erhöht und bin dann mit Fienchen bei Fuß bis zum Napf gelaufen. Dann hat sie gesehen, wie die Leckerchen hineinkullern und zurück gings zum Startpunkt.

„Get Out“ …. SUPER! und wieder heißt es …

Warten ....

Nach einer erneuten kleinen Pause habe ich Fienchen an den Startpunkt gesetzt, zum Napf, Leckerchen ablegen und zurück zu Fienchen. Diesmal hat sie die weitere Entfernung gut angenommen ohne die Strecke vorher mit mir gelaufen zu sein.

Ganz braves Fienchen. Der aufmerksame Leser fragt sich nun sicher „Wo war denn nun die Verleitung?“….. Ja, wie ich schon sagte, es ist die „Schafwiese“ und was machen Schafe auf einer Wiese? Fressen. Und das kommt ja irgendwann mal wieder raus? …. Diese „Knödel“ haben, zumindest auf meine Hunde, eine fast unwiderstehliche Anziehungskraft. aber nicht auf Delphin. Sie saust zum Napf, frisst ihre Leckerchen und auf dem Rückweg schnappt sie sich einen Knödel und bringt ihn stolz zu mir. Ich habe das Gefühl sie denkt, dass sie mir doch irgendwas mitbringen muss. Hmmmm, sind wohl die Gene.

Und wieder …

Warten...

Da sie sich ja nicht angewöhnen soll mir immer irgendwas anzuschleppen habe ich sie zum Abschluss abgesetzt und auf eine kurze Entfernung ein Welpendummy ausgelegt. Gut sichtbar. Zurück zu Fienchen, am Fuß ausgerichtet, „Get Out“ …. losgeflitzt, aufgenommen und sofort zurück um mir das Dummy in die Hand zu geben. „STRIKE“ Fienchen du bist echt ne Wucht!

Spielen und Entspannen!

Die erste Woche…

ist vorbei. Delphin hat sich eingelebt und stellt hier einiges auf den Kopf. In der ersten Woche haben wir gezielt eigentlich nur am Hier-Pfiff gearbeitet. Immer dann wenn der Flummi auf mich zurennt…kommt der Pfiff. Und die Kleine ist schnell.

Bei mir angekommen lässt sie sich von oben bis unten „abstreicheln“ und nimmt auch gerne ein Leckerchen. Jetzt gilt es weiter zu üben und die nächste Woche etwas zu planen.

  1. Wie in dieser Woche auch schon geht es nach dem Füttern in den Kennel. Die Zeit die sie schaffen sollte liegt zwischen 2-3 Stunden.
  2. Der Hier-Pfiff wird weiter *ohne Ablenkung* geübt. Ich muss jetzt darauf achten, dass „Auflösungs-Signal“ zu geben wenn sie wieder flitzen darf.
  3. Erste Sitz-Übungen. Bisher habe ich sie immer gelobt, wenn sie spontan sitz gemacht hat.
  4. Eininge wenige Schritte „Freifolge“
  5. Das >>Namensspiel<<

Das liest sich jetzt erst Mal viel. Geht man aber davon aus, dass z. Bsp. der Hier-Pfiff bei den Fütterungen gegeben wird oder auch draußen immer dann, wenn Delphin auf mich zuläuft relativiert sich dass ganze wieder.

Das >>Namensspiel<< oder „Was heißt hier „Fienchen“?

Ziel dieser Übung ist es, das der Hund seinen Namen lernt und auf ein einmaliges nennen des Namens dem Hundeführer Aufmerksamkeit zu schenken. Ausgerüstet mit besonders guten Leckerchen (15-20 Stück) warte ich bis Fienchen irgendwo schnuppert (wir befinden uns im Haus in einer relativ reizarmen Umgebung) und dann ….sage ich ihren Namen.

Wenn sie nun reagiert und in meine Richtung schaut bekommt sie sofort ein Leckerchen. Das wird dann einige Male wiederholt. Sollte sie nicht reagieren darf der Name auf keinen Fall ein weiteres Mal gerufen werden!!

Wichtig ist die Ablenkung nur ganz langsam zu steigern. Diese Übung ist wichtig für die Aufmerksamkeit und die Bindung.

Der erste Apport!

Nein, wir machen in dieser Richtung überhaupt keine Versuche. Aber ich habe Delphin in den letzten Tagen draußen sehr genau beobachtet. Sie nimmt alles auf. Grashalme, kleine Erdklumpen, Papierfetzen, Mini-Stöckchen … einfach alles was sie in ihre kleine Schnute reinbekommt.

Wenn sie etwas entdeckt hüpft sie mit dem „Beutesprug“ drauf, schnappt es und versucht wegzuflitzen. Da ich sie ja an dem Geschirrchen und einer dünnen Leine habe kann sie sich mit ihrer Beute nicht wirklich aus dem Staub machen.

Aber ich habe sie in Ruhe gelassen. Da ich nicht möchte, dass sie auf mein Rufen nicht kommt und sich so schon die erste Unart angewöhnt bin ich dann wie zufällig an ihr vorbeigelaufen und habe sie gestreichelt, ihr ihre Beute gelassen und bin wieder gegangen.

Und heute Morgen war es dann soweit. Wir waren auf unserem „Abenteuerspielplatz“ unterwegs. Wir hatten schon zwei Mal den Hier-Pfiff gemacht und da hatte sie es entdeckt … ein Tempo-Taschentuch. Wie der Blitz hat sie sich draufgestürzt und hat es schön festgehalten (nicht zerfleddert). Sie hat mich angesehen, zwei, drei Schritte in meine Richtung und ich war mir sicher … sie wird es mir bringen!    Hier-Pfiff!!! Und da kam sie angedüst. In mich reingelaufen, den Kopf nach oben und mir voller Stolz ihr Tempo gezeigt.

Natürlich haben wir das gebührend gefeiert. Ich habe sie gelobt, gestreichelt und ihr natürlich ihre Beute ganz lange halten lassen. Dann habe ich sie ihr abgenommen und ihr im Austausch ein kleines Leckerchen gegeben….

So sehr ich mich jetzt darüber freue so sehr versucht sie mich gerade jetzt in den Wahnsinn zu treiben. Die Heulboje war draußen, hat gepillert, gefressen und hat jetzt gefälligst zu ruhen … sie sieht das anders und FIIIEEEEPPPT! in ihrem Kennel. Aber ich werde jetzt noch saugen und die Küche machen solang muss sie aushalten…her mit den Ohrstöpseln!

Gukuck ... aber sie ist doch soooooo süüüüüüß!