Entspannung für Mensch und Hund

Seit einigen Tage bereichert ein neues Buch unseren Lesebestand. Dog Reläx von Sabina Pilguj. Das Buch ist mir bei einem Bummel durch einen meiner Lieblingsbuchläden in den Einkaufskorb gesprungen weil ich den Untertitel mehr als spannend fand…. „Entspannter Mensch – Entspannter Hund“.

Wer einen arbeitseifrigen oder wie der Fachmann sagt triebigen Hund sein eigen nennt, weiß wie schwer es ist diesen in einen entspannten Wartemodus zu bringen. Bisher waren alle meine Ansätze das bei Fienchen zu erreichen nur auf den Vierbeiner ausgerichtet. Natürlich ist mir bekannt, dass die eigene Stimmungslage sich auf das Tier überträgt aber bisher habe ich an Tagen, an denen ich nicht gut drauf war einfach nicht mit den Hunden gearbeitet.

Dieses Werk bietet nun einen völlig anderen Ansatz. Auf den ersten Seiten geht es generell um Stress beim Hund, woher er kommt und wie man ihn erkennt. Es folgt ein Kapitel über Kommunikation,  Bindung und Erziehung.

Dog Reläx kompakt

…. Der Mensch soll lernen, gerade in der Hundeerziehung, auch in Stresssituationen entspannter zu bleiben, um so nicht unnötig Stress auf den Hund zu übertragen. …. Durch die Art des Trainings mit dem Hund wird in erster Linie die Bindung zwischen Mensch und Hund vertieft. Durch eine intensivere und bewusstere Wahrnehmung lernt der Mensch mehr über die Kommunikation seines Hundes ….

(Quelle – Dog Reläx)

In dem Kapitel „Nun geht es los“ erwartet man nun, das gezielte Arbeiten mit dem Hund. Aber und das fand ich ganz erstaunlich als erstes ist mal der Mensch dran.

wie schon zuvor erwähnt, überträgt sich jede Art von Stress und Spannung direkt auf den Hund. Hunde haben eine sehr feine Wahrnehmung, sie spüren einfach alles. …. Nachfolgend finden Sie für sich eine Anleitung, um standfest und entspannt ihren Mann oder ihre Frau im Alltag zu stehen….

(Quelle – Dog Reläx)

Es folgen einige Entspannungs- und Atemübungen aus dem Yoga sowie Dehn- und Konzentrationslektionen.

Dann wird es richtig spannend. Es geht um „Wohlfühlen für den Hund“ Es werden diverse Dehnübungen vorgestellt, die denen des „Menschen-Yoga“ nachempfunden sind. Mobilitätsübungen und der sensationelle Abschluss bilden verschiedene Formen der Massage für den Hund… sogar Pfotenreflexzonen-Masage wir vorgestellt.

Nun mag ja der ein oder andere diese Form sich mit seinem Hund zu beschäftigen eher lächerlich finden. Ich finds klasse. Es ist schließlich auch eine völlig andere Art der Beschäftigung die Hund und Mensch auf neue Weise fordert. Kein Aktion, keine Befriedigung irgend eines Triebes sondern Konzentration auf Ruhe …. wie überaus spannend.

Vertrauenswege

Für das heutige Training hatte ich mir eine kurz gemähte Wiese gesucht. Zwischen Feldweg und der Wiese stand noch ein etwas höherer Grasstreifen also die perfekte Leitlinie. Noch dazu einen Fixpunkt (Hochsitz). Was soll da noch schiefgehen?

Auf den Einsatz der weißen Einweisestäbchen habe ich verzichtet, da ja genug Hilfen vorhanden waren.

Die Fakten          * Gelände – kurz gemähte Wiese

                                * Leitlinie und Fixpunkt vorhanden

                                * Wetter …. sehr warm

                                * Rückenwind

Zu Beginn des Trainings hatte ich die Wartezone im Schatten aufgebaut und Fiene nochmal was zum Süffeln angeboten. Danach gings los mit

  • Übung 1

Fiene geht neben mir „frei bei Fuß“ und darf zusehen, wie ich das Dummy auslege. Danach gehen wir in einer geraden Linie auf unseren ersten Startpunkt. „Get Out“ – kein Problem Entfernung ca. 30 Meter

Fiene bleibt an dem ersten Startpunkt sitzen und sieht mir zu wie ich wieder am Fixpunkt das Dummy auslege. Ich gehe in einer geraden Linie zurück zu ihr. Danach drehen wir uns um 180° und entfernen uns weiter vom Fixpunkt. Der neue Startpunkt liegt jetzt bei einer Entfernung von 40 Metern. „Get Out“ ! Super!

Wie beim zweiten Durchgang allerdings liegt der Startpunkt nun bei ca. 60 Metern. Ach das hat die Süße problemlos gemeistert.

Nach diesen drei Vorans war Pause in der Wartezone angesagt und natürlich trinken … bei dieser Wärme sehr wichtig.

  • Übung 2

Ich setze Fiene am ersten Startpunkt ab und lasse sie zusehen wie ich das Dummy am Fixpunkt auslege. Ich gehe in einer geraden Linie zurück zu ihr. Danach drehen wir uns um 180° und ich werfe ihren Dummyball als Verleitung. Wir drehen uns zurück und ich mache unser Einweiseritual. „Get Out“ !  Nicht gut!! Nach ca. 10 Metern dreht sich Fiene um und schielt an mir vorbei zu ihrem Dummyball. Ich hole sie also zurück zum Startpunkt und wir fangen von vorne an. Wieder das selbe Spiel…. Dann haben wir mal ein zielführendes Mitarbeitergespräch geführt! Und siehe da … „Get Out“! und es läuft

Da dies ja alles etwas länger gedauert hat haben wir nach dem geglückten Voran wieder eine Pause mit trinken eingelegt.

  • Übung 3

Beim letzten Durchgang haben wir uns an den Fixpunkt rangearbeitet. Der Startpunkt lag bei 50 Meter. Dort hat sie gesessen und mich beim Auslegen des Dummys beobachtet. Danach gings frei bei Fuß in Richtung Fixpunkt. Am neuen Startpunkt bei ca. 40 Meter wurde Delphin mit „Get Out“ geschickt. Super!

Jetzt sitzt sie beim neuen Startpunkt auf 40 Meter. Wieder sieht sie zu und wieder gehen wir danach auf den Fixpunkt zu. Bei 30 Meter angekommen drehe ich Fienchen, so dass sie mit dem Rücken zum Fixpunkt sitzt. Ich stelle mich ihr gegenüber auf, hebe meinen rechten Arm, mache den Sitzpfiff, nehme den Arm langsam runter um ihn dann schnell nach oben zu strecken. Perfekt! Sie dreht über die rechte Schulter und geht in einer geraden Linie zu unserem Fixpunkt!

Das bilden von Vertrauenswegen hat also funktioniert und somit war unser heutiges Training erfolgreich.

Neue Location und ein netter Jagdpächter

Neben diversen Gedanken was wir so in unserer Trainingsgruppe machen könnten und der Dokumentation des Trainings überlege ich mir auch immer wieder neue Trainingsorte. Wir sind ja nun mal „Freiluftsportler“ aber nicht immer sind wir dort erwünscht wo wir aufschlagen. Bisher hatte ich im Training mit Fienchen nur angenehme Begegnungen. Ich wechsel jedes Mal das Gelände um das dort lebende Wild nicht unnötig zu stören. Auch besuche ich nicht immer die gleiche Wiese um das Gras nicht platt zu trampeln … usw. Immer wenn ich den Jäger bzw. Pächter des Reviers getroffen habe wurde ich neugierig beäugt, interessiert befragt und durfte meine Arbeit fortsetzten. Nun ist es aber was anderes ob eine Frau mit einem Hund und einem Auto irgendwo im Gelände rumsteht oder 5 Personen mit 5 Hunden und 4 Autos …..Trotzdem war auch diese Begegnung wieder sehr nett. Der Jagdpächter des Reviers rund um die Mariengrotte bei Burghaun lies uns weiter trainieren nachdem ich ihm kurz erklärt hatte, was wir dort machen und das unsere Hunde nicht völlig willenlos im Wald rumtoben…. Ich sags ja immer wieder … Reden hilft und wenn man dann noch auf aufgeschlossene Waidmänner trifft ist der Tag fast perfekt. Ein Dank an alle netten Jäger!

Aber jetzt mal ein Blick auf unser heutiges Gelände …. hier schon mal schönen Dank an Jens und Daniela die neben guter Laune, und einem lieben Gizmo auch noch ihre Freundin „Nikon“ mitgebracht hatten ….

"unsere" Wiese und "unser" Wald

Nachdem wir im Gelände angekommen waren wurde in Windeseile die Wartezone aufgebaut, die Suche ausgelegt, das „Voranstäbchen“ gesteckt und die Slalomstangen platziert. Dann war Warten angesagt. Jens hatte ja von Gizmo erzählt. Er schilderte ihn als sehr aufgeregt und unkonzentriert …. aber, der Molch überraschte sowohl seine Zweibeiner als auch uns. Wie alle anderen Vierbeiner war er etwas neugierig, wer da so aus den übrigen Autos kommt… völlig normal. Wir saßen also in der Wartezone und ich habe die Hunde beobachtet. Und die nette, blonde, ältere Dame

Candy

durfte als erstes ran. Aber zu den genauen Trainingsdetails gibt es dann den Bericht im Mudpaws Blog sonst ist alles doppelt gemoppelt. Nur soviel sei gesagt. Ich bin sehr zufrieden mit der Maus. Trotz Scheinträchtigkeit hat sie konzentriert gearbeitet. Fußarbeit ist richtig gut. Standruhe super und auch das Apportieren auf die Line zu hat viel besser geklappt als beim letzten Mal. Scheinbar hat sie begriffen, dass sie ruhig mit ihrer Beute an den anderen vorbeilaufen kann.

Eine wichtige Erkenntnis gabs noch …. beim Joghurt-Thunfisch-Brei aus dem Kong schlabbern von kleinen, aufdringlichen (Gar-) Nelchen gestört werden ….. da hört der Spaß wirklich auf!!! Für einen winzigen Moment zeigt die Fiene-Maus doch ihre Zähne :-0

hmmmmmm yummmy

Das ist wirklich neu… genau wie das Bellen. Yup, die Kleine hat ein Organ…aber Holla!

Ach ja, die Zimtschnecke hat wieder einen Zweibeiner um ihr Pfötchen gewickelt …. die Daniela hatte so ganz winzige, kleine Herzchen in den Augen ….. sie ist aber auch wirklich ein Schnuckelchen ♥

*hach*