Mit Spannung von einigen Lesern erwartet 😉 …. der „Übergangsbericht“ von Samstag auf Sonntag. Tja, was soll ich sagen…. Eine Woche vor dem Seminarwochenende wollte ich wieder ein Zimmer in der Vierbuchermühle reservieren. Haben sie wieder eine größere Feier in ihrem Haus… wollte ich fragen.. aber dazu bin ich nicht gekommen. Eine freundliche Stimme vom Band erklärte mir dass Betriebsferien seien und ich guckte blöd den Telefonhörer an!
Wieder neu suchen. Denn trotz der unruhigen Nacht die ich dort hatte, war die Unterkunft echt in Ordnung. Egal, es half ja nix. Ich warf den Laptop an, schnallte mir ein Brett unter und begann zu surfen um dann hier zu stranden.
Das Hotel wird auf der Homepage wie folgt beschrieben:
Im romantischen Ottersbacher Tal gelegen, seit 1817 ein weithin bekannter Gasthof im Fachwerkstil.
Durch mehrere Familiengenerationen wurde die Tradition des Hauses gewahrt und die Gebäude nach und nach zu einem modernen zeitgemäßen Hotel mit Restaurant, Kegelbahn und 2 Sälen umgebaut.
Hotel - Restaurant Steffens
Ein Anruf bei Frau Vorrath und das Zimmer war gebucht. Zeitsprung ……….
Der erste Seminartag war also zu ende und ich wollte nur noch die Fiene pieseln lassen, ne Kleinigkeit essen, duschen und dann schlafen! Genau so und in dieser Reihenfolge. Das Navi zeigte knapp 20 Km zum Hotel an und so gurkte ich los. Ehrlich gesagt, zwischendurch hatte ich leise Zweifel dort anzukommen. Die Straßen durch den Wald wurden immer schmaler, eine Umleitung, noch ne Abzweigung, Straße… naja, war das noch Straße? Egal, die Kilometeranzeige auf dem Navi ging stetig runter und „Huiii, Sie sind da!“
Sehr beschaulich, um nicht zu sagen …. Hier sagen sich Fuchs und Hase „Gute Nacht!“ Ich glaube dieser Ortsteil von Eitorf besteht aus ca. 15 Häusern einer Hauptsrasse von der einige kleine Nebenstraßen abzweigen das Hotel, ein Speiselokal und ein Busunternehmen. Das wars! Ich fuhr auf den Parkplatz und schon wurde die Eingangstür zum Lokal geöffnet. „Hallo, sie sind bestimmt Frau Finke.“ „Äh, ja… kommen sie rein!“ Ich muss schon sagen ganz kurz hatte ich Visionen von netten Hotelbesitzern, die arglose Reisende mit super Konditionen in ihr Haus locken um dann….hier draußen … am Ar.. der Welt…. Ach, papperlapap! Ich wurde freundlich begrüßt, dass Zimmer wurde mir gezeigt und dann wurde ich gefragt, was ich denn essen wolle und wann! Die Wirtschaft sei heute nur für Hausgäste geöffnet (ach du Schreck, geschlossene Gesellschaft????) und da würden sie sich nach mir richten 🙂
Ich bestellte so für in ner halben Stunde einen Toast Hawai und ging mit Fiene noch ne Runde. Danach ließ ich es mir schmecken. Kurze Zeit später kam Frau Vorrath und ihr Enkel und leisteten mir etwas Gesellschaft. Wie das unter Hundeleuten so ist…. Man hat immer was zu schwätzen.
Bald schon gab mir mein Feierabendradlerchen aber doch den Rest, der an einer komatösen Bettschwere noch gefehlt hatte. Müde verabschiedete ich mich, bestellte noch mein Frühstück und schlumpfte in mein Zimmer. Heiß geduscht fiel ich ins Bett und kurze Zeit später in tiefen Schlaf. Dadadad ~ Hips dont lie ~ AAAHHHHHHHH …. Was war das! In die total Stille mischte sich dieser (ich muss ihn unbedingt mal ändern!!) Klingelton Mein Schatz rief mich an, er war mit einem Kollegen auf einem Dorfevent mit Livemusik. Nach einem telefonischen Gute-Nacht-Schmatzer konnte ich wieder ins Reich der Träume abdriften und dort blieb ich bis um kurz nach 6:00 der Wecker mich wieder wachrüttelte. Guten Morgen Welt wie geht es dir? …… Mir ist zum heulen sprach die Welt und hatte ihre Himmelsschleusen geöffnet! Es regnete. Nein, es schüttete! Aber dazu mehr im Bericht von Tag 2.
Heute wollten wir (eigentlich) lange und kurze Markierungen üben. Leider machten uns die landwirtschaftlichen Aktivitäten einen Strich durch die Rechnung. Auf frisch gemähten Wiesen auf denen das Graß zum Trocknen liegt es Training eben tabu. Also landeten wir nach einer „Ortskontrollrunde“ im nahegelegenen Wald.
Wir suchten eine Stelle mit einer breiten Schneise, so dass die Flugbahn des Dummys wenigstens zum Teil die Fallstelle immer sichtbar war.
Fiene hat wirklich gut markiert und sich später auch sicher auf die bekannte Stelle „Voran“ schicken lassen. Auch die Fußarbeit war ordentlich. Für das Training der Mudpaws hatte ich mir heute mal eine kleine Überraschung einfallen lassen. Um die Übungen abwechslungsreicher zu gestalten hatte ich das Hundetraings-Kartenspiel von Anke Bogaerts dabei.
Diese Karten sind in unterschiedliche Themen unterteilt
Grau = Steadiness Übungen
Gelb = Unterordnung
Blau = Übungen mit leichtem Stress
Rot = Stressvolle Übungen
Grün = Einweisen
Je nach Ausbildungsstand des Hundes kann man die Übungen noch gut abwandeln. Außerdem kann man aus dem Training eine Art Spiel machen …. Das lockert das ganze noch etwas mehr auf.
Das Traingskartenspiel von Anke BogaertsFlitze - Fiene
Der erste Seminartag lag hinter uns und ich wollte einfach nur noch „Ruhe“. Eine Runde drehen, Hund Hund sein lassen, noch was Essen, vielleicht ein Radler (oder zwei) und dann schlafen.
Für diesen Zweck hatte ich ein Hotelzimmer im „Haus am Mühlenberg“ der Vierbuchermühle reserviert. Abseits vom Geschehen, im Wald … da hast du deine Ruhe… dachte ich mir. Hier ein Auszug aus dem Werbetext im Flyer
5 km von Waldbröl entfernt, in einer der schönsten Gegenden des Oberbergischen Landes, liegt die Vierbuchermühle inmitten von weitläufigen Wäldern in einem idyllischen, kleinen Tal. Abseits von Verkehr und Alltag finden sie hier Ruhe und Erholung, die zum Auftanken im Urlaub unbedingt nötig sind.
So weit, so gut! Als ich ankam fand ich genau das vor. Ruhe, ein paar Angler… Ich checkt ein, entdeckte den urigen Gastraum und freute mich schon auf mein „Feierabend-Radlerchen“. Vorher bin ich ne Runde mit Fiene gegangen, hab sie gefüttert und dann sind wir beiden losgezogen.
Ich bestellte mir einen Salat mit Pute und Baguette und ein Radler. Mit dieser Bestellung erntete ich den Spruch „Ich bin Schankwirt und kein Barkeeper“ … von dem Mann hinter dem Tresen. Allerdings mit einem Augenzwinkern und einem breiten Grinsen im Gesicht.
Ich bekam einen wirklich riiiieeesigen Salat und während ich diesen so mümmelte kamen immer wieder sehr chic gekleidete Menschen mit Geschenken unter dem Arm an mir vorbeigelaufen. Da ich von keiner Festivität etwas mitbekam, machte ich mir auch überhaupt keinen Kopp, was das für mich bedeuten könnte. Inzwischen war ich bei der Hälfte des Salats angekommen, Fienchen hatte vom Wirt schon das dritte Leckerchen abgestaubt „Die kann s ja vertragen!“ und es strömten immer mehr Cocktailkleidchen und Krawattenträger an mir vorbei. Inzwischen stauten sich die Massen schon bis an den Tresen und ich bekam mit, dass es sich wohl um eine Silberhochzeit handelt.
Immer noch weckte dies alles keinen Argwohn in meinem müden Gehirn!
Den Salat hatte ich aufgegessen, ich bestellte beim Barkeeper ein letztes Radler und als ich dieses vernichtet hatte, machte ich mich auf den Weg in mein Schlafgemach. Fienchen rollte sich auf ihrem Vedbet zusammen und ich lag kaum unter der Decke, da war ich auch schon weggeratzt. Ach, diese Ruhe,…… diese STILLE. Was, Stille …. Ich wusste gar nicht, das Stille soooooo laut ist. Die Festgesellschaft hatte die Nahrungsaufnahme wohl beendet, die Alkoholaufnahme gesteigert und feierte nun gutartig enthemmt mit lauter Musik.
23:00 Uhr kein Problem, man ist ja nicht so…… Noch mal das TV angemacht und wieder eingeschlummert.
24:00 Uhr naja, wer weiß wie wir mal drauf sind 25 Jahre müssen schließlich gefeiert werden.
01:00 Uhr Life ist Life, nana na nana …. rabadadabda Life….. gäääääh…. Fuck, wir sind erst bei den 80ern, das kann ja heiter werden
01:30 Uhr ZZ Top „Got me under pressure“ ….
02:00 Uhr Du hast mich 1000 Mal belogen…. So, das reicht! Davon bekomme ich Ohrenkrebs!!!
03:00 Uhr Dra di net um…. Sie haben mich geschafft. Ich werde runtergehen und mich in Gummistiefeln unter die Festgesellschaft mischen und einfach mitfeiert. Jetzt ist s eh schon wurscht.
03:45 Uhr Stille!!!!! Vereinzelt stolpern noch einige Volleulen durch das Hotel und suchen ihr Zimmer. Ich schlafe wieder ein.
06:45 Uhr das Handy klingelt. Wecken …. Ich falle in meine Klamotten, schnappe mir die ausgeschlafene Fiene und gehe ein schöne Runde durch den Wald. Wir kommen am Wildgehege vorbei. Es ist leicht am Regnen.
Zurück im Hotel springe ich unter die Dusche und versuche zu verhindern, dass mein Gesichtsausdruck meinen tatsächlichen Gemütszustand wiederspiegelt. Ohne Erfolg.
Ich gehe zum Frühstück und werde fürstlich versorgt. Trotz mehrerer Kaffee fühle ich mich, als ob mich der Sonderzug nach Pankow überrollt hätte. Und dann ist die Zeit auch schon wieder gekommen um aus zu checken und nach Waldböl zu düsen. Treffpunkt Araltankstelle.
Dort angekommen, steige ich aus dem Auto und werde mit den Worten begrüßt „Wie siehst Du denn aus, hast Du durchgemacht?“
Ne, nach Wildgewöhnung hatte ich halt noch … ne wilde Nacht! Aber abgesehen davon, dass ich kaum ein Auge zugemacht habe, war das Hotel echt super. Preislich voll in Ordnung und das Essen war klasse. Bevor ich das nächste Mal buche frage ich aber ob zufällig wieder eine Feier ansteht 😉