Junghundseminar bei Angelika Theuerkauf

Am 05.10. war es soweit. Morgens um sechs machten Frienchen und ich uns auf den Weg nach Much. Nach einer reibungslosen, staufreien Fahrt waren wir pünktlich am Treffpunkt und das Hallo war groß, als nach und nach alle Teilnehmer eintrudelten. Ohne lange Zeit zu verdaddeln ging s ab ins Gelände. Die Wartezone wurde aufgebaut und der Tagesablauf kurz durchgesprochen. Am Vormittag sollt der Schwerpunkt auf dem Grundgehorsam liegen am Nachmittag dann Dummy.

Zuerst eine rein theoretische Frage: Was ist der Unterschied zwischen Leinenführigkeit und Fußarbeit? Hier die Erklärung…

Ist ein Hund leinenführig, läuft er, an lockerer Leine, neben seinem Menschen her. Er darf die Länge der Leine ausnutzen allerdings ohne zu ziehen!

Bei der Fußarbeit läuft der Hund dicht am Bein des Hundeführers. Seine Schulter ist auf Höhe des Beins des Menschen. Er nimmt jede Richtungsänderung ohne Kommando an und wenn der Hundeführer stoppt setzt sich der Hund sofort.

Soweit die Theorie!!

Es ging los mit …

Übung 1

Angelika hatte Slalomstangen gesteckt und jedes Team sollt an lockerer Leine durch den Slalom laufen…

Übung 2

Jetzt sollte sich jedes Mensch-Hund-Team an einer Stange Aufstellung nehmen.  Nun sollte man an der Reihe vorbeigehen einmal hin und einmal zurück. Auf dem Hinweg bildete der Hundeführer einen natürlichen Block zwischen der Reihe und dem eigenen Hund auf dem Rückweg war der Hund dann dicht an den aufgestellten Teams.

Übung 3

Nun wurde es das erste Mal ernst. Slalom durch die Mensch-Hund-Teams. Bei der ersten Ausführung mit Leine, beim zweiten Durchgang ohne. Mit Leine ging s noch halbwegs gut aber ohne Leine war beim zweiten Team klar…. Fienchen und ich starten nochmal von vorne mit dem ultimativen Leckerchen der Hundeleberwurst in der Tube. Mit dem Schnuller im Schnütchen ging s schwups, schwups an den anderen vorbei. Natürlich haben wir es dann gleich nochmal mit einem „normalen“ versucht und dann hatte ich auch ihre Aufmerksamkeit. Das sind dann eben die Nachteile von Einzeltraining und dem bewussten Verzicht auf Hundeschule. Gruppentraining gibt s halt nicht!

Übung 4

Alle Teams bildeten einem Kreis. Angelika stellte sich in der Mitte auf und nach und nach ging jeder Hundeführer zu ihr. Es wurde sich kurz begrüßt und geschwätzt. Der Hund sollte in dieser Zeit auf seinem Platz sitzen oder liegen bleiben.

Übung 5

Wie Aufgabe 4 nur, dass 3 Hundeführer gleichzeitig in die Mitte gehen.

Aufgabe 6

Wie Aufgabe 4 aber diesmal gingen alle Hundeführer in den Kreis. Eine Freundin von Angelika mit ihrem Labbi Nike war unser „Verleit-Team“. Die beiden drehten eine Runde um uns und danach wurde die Kreisübung beendet.

Aufgabe 7

Die Mensch-Hund-Teams positionierten sich gegenüber und bildeten eine Gasse. Ein Gespann stellte sich am einen Ende der Gasse auf. Der Hund bekam das Kommando „Sitz“ und der Hundeführer entfernte sich durch die Gasse zum anderen Ende. Auf ein Zeichen setzten sich die Teams in Bewegung und wechseln die Seite. Als die Teams die Plätze getauscht hatten ging Angelika noch eine Runde um den wartenden Hund und auf ein Zeichen durfte dieser dann abgerufen werden.

 

Übung 7 / Gasse

 

  • Bei dieser Übung hat man deutlich gesehen, wie durch die Bewegung der Teams und der damit verbundenen Unterbrechung des Blickkontakts zwischen Mensch und Hund Druck aufgebaut wurde.

Die letzte Übung vor der Mittagspause lautete „Anti-Tausch-Training“.

Übung 8

Dummys wurden in einer Reihe ausgelegt. Mit dem angeleinten Hund ging es nun los, beim ersten Dummy kam dann das Kommando „Apport“ (bei uns „fetch it“). Der Hund sollte das Dummy weiter tragen und über die anderen Dummys geführt werden.

  • So, dass ist sie nun. Unsere Baustelle! Ich gebe zu, dass ich all dies noch nie mit Fienchen geübt habe. Weder das lange Halten noch das gezielte Verleiten. Ich wollte im Training in so einem frühen Stadium keinen Druck aufbauen und in der Nähe der Dummys zu oft korrigieren. Unser Schwerpunkt lag bisher immer auf dem schnellen zurückkommen. Daher hat es mich schon einiges an Überzeugungsarbeit gekostet das Fienchen nicht doch tauscht. Das ist unser neue „ZwischendurchaufdemSpaziergangÜbung“

Jetzt hatten sich alle, sowohl Zwei- als auch Vierbeiner eine Pause verdient.

Nachdem die Fellnasen Zeit hatten im Auto zu chillen und etwas „Psychohygiene“ machen konnten hatten sich die Zweibeiner beim Dönermann  des Vertrauens gestärkt. Zurück im Gelände ging es dann ans Eingemachte.

Die ehemaligen Slalomstangen wurden umfunktioniert zu Start- bzw. Fixpunkten. Und als „Vertrauenspunkt“ wurde eine große Strohrolle ausgewählt.

Übung 9

Voran mit Bidlung des Vertrauenswegs. Das Team steht am Startpunkt. Frei bei Fuß geht es zu P1. Der Hund bekommt ein „Sitz“ Kommando und der Hundeführer legt (für den Hund sichtbar) ein Dummy aus. Dann geht es auf direktem Weg zurück zum Startpunkt.

Der Hund wird am Bein in der Grundposition ausgerichtet und mit „Voran“ (bei uns „get out“) auf das Dummy geschickt.

 

Übung 9 / Bildung des Vertrauenswegs

 

Dadurch das der Hund den Weg zusammen mit dem Hundeführer läuft und das Auslegen des Dummys beobachten kann gibt es beim Voran dann keine Zweifel.

Übung 10

Diese Übung beginnt schon in Übung 9. Wärend der Hund mit dem Dummy D1 auf dem Rückweg zum Hundeführer ist legt ein Helfer ein weiters Dummy an P1 aus. Dies konnte der Hund nich beobachten. Dadurch, dass ihm die Stelle jetzt aber schon bekannt ist kann er ohne Probleme erneut auf auf P1 geschickt werden.

Übung 11

Das Team steht an S1 und der Helfer wirft eine Markierung mit Geräusch (BRRRD BBRRD) auf den bereits bekannte Punkt P1. Danach dreht sich das Team und geht frei bei Fuß zu einem neuen Startpunkt (S2) von dort werd der Hund dann mit „Apport“ / „fetch it“ geschickt.

 

Übung 10 / Markierung

 

Übung 11

Wieder beginnt die Übung wenn der Hund mit dem Apportel auf dem Rückweg zum Hundeführer ist. Der Helfer legt wieder auf P1 ein Dummy aus. Das Gespannt geht nach der Abgabe von D1 zurück zu S1 und der Hund wird von dort erneut mit „Voran“ geschickt.

Übung 12

Das Gespann steht an S2. Von dort beobachten sie, wie der Helfer eine Markierung auf P1 wirft. Dann gehts frei bei Fuß zu S1. Dort bekommt der Hund das Kommando zum Apport. Der große Unterschied zwischen dieser und den vorherigen Übung ist das man, anstatt sich vom Apportel zu entfernen auf das Dummy zulaufen. Da kann die Lakritznase schon mal unruhig werden.

 

Übung 12 / Markierung mit Fußarbeit

 

Jetzt gings ans Eingemachte mit

Übung 13

Eine Aufgabe für zwei Teams. T1 und T2 stehen an Startpunkt 1. Von hier können beide Hunde beobachten, wie der Helfer an P1 ein Dummy auslegt.  Dann bewegen sich die Teams zu S4.

 

Übung 13 Schritt 1

 

Von S4 aus können die Teams das Auslegen des Dummys D2 bei S1 beobachten. Dann drehen sich die Gespanne und gehen zu S3.

 

Übung 13 Schritt 2

 

Jetzt arbeitet Team 1 Dummy D2 und Team 2 Dummy D1. Beide Hunde werden mit „Voran“ geschickt.

 

Übung 13 – Endposition vor dem „Voran“

 

Übung 14

Es wurde der Aufbau der Übung 13 wiederholt nur das jedes Team das jeweils andere Dummy zu holen hatte.

Leider haben nicht alle Teams diese letzte Übung geschafft. Nein, nicht weil die Fellnasen abgebaut hätten …. das Unheil nahte in einer großen Herde von Schafen! Da war die Konzentration kurzfristig mal über den Jordan gegangen. Wir mussten umziehen. die Übung wurde abgeschlossen und zum Abschluss haben wir dann noch einen Walk up gemacht.

Ganz langsam ging es in einer Linie die Hunde frei bei Fuß (wer mochte) über die Wiese. Angelika hat ein Dummy vor die Line geworfen und dann den Hundeführer bestimmt der das Dummmy holen soll. Der Hund wurde dann für das ruhige warten bestätigt. Und dann war es zu ende unser erstes Seminar.

Es war klasse. Am beeindruckensten war für mich, dass alle jungen Hunde bis zum Schluß konzentriert gearbeitet haben. Jeder von uns hat wichtige Tips bekommen und Anregungen was zu Hause weiter zu tun ist.

Vielen lieben Dank an alle Teilnehmer und natürlich an Angelika für diesen schönen und lehrreichen Tag.

 

Unterwegs in „unserem“ Revier

Sitz, Platz, Bleib, Left …. alles Kommandos die im stillen Kämmerlein schon sehr zuverlässig funktionieren. Aber was im Wohnzimmer klappt, klappt auf der Straße, im Wald oder sonst einem spannenden Ort noch lange nicht so gut.

In den letzten 14 Tagen waren die Maus und ich fast nur auf unserem Hausberg und der Schafwiese unterwegs. Hier arbeitet die Kleine schon gut und so habe ich sie heute ins Auto gepackt um mit ihr in den nahen Wald zu fahren.

Ich wollte gezielt Leinenführigkeit und Fußarbeit mit ihr machen. Wir haben uns in einen Waldweg geschlagen und dann richtig in den Wald. Zwischen den Bäumen haben wir dann geübt. Immer ein paar Meter in Schlangenlinien um die Bäume rum. Nach jeder kleinen Sequenz wurde sie entweder mit einem Spielchen, Leckerchen oder einem Ballwurf belohnt.

Nach drei Durchgängen mit Leine kamen noch zwei ohne. Zuerst hat Fienchen etwas gebummelt aber dann  liefs echt gut.

Als Abschlußübung bin ich dann mit ihr an meiner linken Seite einen kleinen Abhang runter gegangen. Nach 2-3 Schritten habe ich angehalten, sie sitzt …. und wir warten ….. ich zähle langsam bis 30 …. dann noch ein paar Schritte den Hang runter, Wendung und langsam den Hang wieder hoch. Danach gabs noch ein tolles Renn- und Rangelspiel für eine sehr aufmerksame kleine Fiene-Maus.

Training mit Helfer

Heute habe ich Nadine besucht. Cosma und Fienchen ins Auto gepackt und los gings. Während wir uns noch mit einem kleinen Frühstück stärkten, haben meine beiden Damen im Auto gewartet. Bei offener Klappe konnten sie die Nachbarschaft bei der Gartenarbeit beobachten. Die Begegnung von Maya und Delphin (beide angeleint) war für die Maus erstmal sehr schwierig! Kurz musste ich überlegen,ob ich ihr evtl. Kängurufleisch gefüttert habe so ist sie neben mir hoch und runter gehüpft.

Da war erst Geduld gefragt. Bevor sich Fienchen nicht „benommen“ hat gings halt auch nicht weiter. Nach einigen Sekunden ruhigem Sitzen und ein paar ordentlichen Runden bei lockerer Leine kam das erlösende „und ab“! Und dann gings wirklich ab …. rennen, flitzen, rumkullern …. alles was das Hundeherz mag.

...lieber erst mal hinwerfen ...

Auf dem Weg zu unserer Wiese hat Delphin wieder einmal gezeigt, dass sie zwar die Gesellschaft anderer Hunde mag … das Apportieren aber doch wichtiger ist. Die Maus hat zum wiederholten Male einen toten Maulwurf gefunden und zu meiner großen Freude auch gleich zu mir gebracht. Demnächst muss ich mir echt ein paar Handschuhe und ein Sakrotan-Tuch mitnehmen … ist nicht immer appetitlich sich diese toten Lebewesen in die Hand geben zu lassen.

Nachdem Cosma und Delphin brav gewartet hatten währen Maya gearbeitet hat durfte die Fienemaus zeigen was sie gelernt hat.

Video Heelwork & „Get Out“

Das hat die Kleine wirklich klasse gemacht. Besonders zufrieden bin ich, da sie ganz offensichtlich die richtigen Verknüpfungen gezogen hat. Wir haben bisher ja nie mit Helfer gearbeitet. Delphin konnte also immer zusehen, wie ich den Napf weggetragen und die Leckerchen rein gemacht habe. Heute saß sie die ganze Zeit neben mir und Nadine hat den Rest erledigt. Da Nadine ja auch in der Verlängerung zum Futternapf stehen blieb war sie natürlich auch eine Art Ablenkung für Delphin. Und dann waren wir auch an einem fremden Ort.

Bei den nächsten Übungen zum Voran werde ich Delphin an den „Einweisestab“ gewöhnen. Dann wird der Futternapf an den Stab gestellt und sie dann aus den unterschiedlichsten Winkeln auf das Stäbchen geschickt. Das wird das nächste Teilchen des 10.000 Teile Puzzles sein.

Zum Abschluß durfte natürlich ein bisschen planschen im Matschloch nicht fehlen und auch ein Gruppenfoto von den drei Damen war noch möglich…

Schlammpackungen sollen ja schön machen!
Die drei Grazien
Der Blick ... schmacht!

Huuuuaaaahhhh, bin ich müde! So ein Leben als zukünftiger Jagdhund ist schon manchmal anstrengend. Aber jetzt kann ich ja schlummern…..

Hundemüde