Der Countdown läuft…

… 5 Tage und der Rest von heute…

Heute Nachmittag habe ich noch mit Petra telefoniert und ganz cool behauptet, „Ich bin total locker, verrückt machen tu ich mich erst ab Freitag.“

Tja, komisch! Nach diesem Telefonat fing die Denkmaschine an sich zu drehen. Was kommen beim RTT nochmal für Aufgaben dran? Ich machte mich auf ins „blaue Wohnzimmer“ um mir nochmal WT Aufgaben der vergangenen Workingteste durchzulesen.

Hmmm, ich bin mir nicht sicher, gibt es da Wasser? Was gehört nochmal zu den Basics…. die ja sooooo wichtig sind? Plötzlich hatte ich das Gefühl, dass mich immer beschleicht, wenn es auf eine Prüfung zugeht …. PANIK!!! Sitzpfiff, Suchenpfiff, Wassereinstieg… Wie konnte ich nur auf der Couch liegen? Fiene und ich haben ja wohl jede Menge zu tun!

Ich fuhr mit der Maus an unsere Lieblingsteiche im Wald. Auf dem Weg vom Parkplatz bis zu den Teichen habe ich als erstes 5 Suchendummys in ein Gebiet ca. 6 x 6 Meter geworfen. Fiene konnte dabei zusehen. Dann gingen wir weiter, sie ging ihren „wichtigen Geschäften“ nach und so war ich als erstes an dem „Mini-Teich“. Teich trifft es nicht wirklich, es ist eine größere Pfütze aber mit Schilfbewuchs. Da sie nirgends zu sehen war, warf ich ein Dummy ins Schilf und wartete auf sie. Als sie dann bei mir war fingen wir an zu arbeiten.

Aufgabe 1 (abgewandelte Nord-Cup Aufgabe)

Ich setzte sie am Rand des Mini-Teichs ab und schickte sie mit „High Lost“ in die Suche. Hatte sie es beim Nord Cup für völlig unwahrscheinlich gehalten, dass man Dummys auch auf dem Wasser suchen könnte… Hüpfte sie in den Teich, hob die Nase, ging zielstrebig in den Bewuchs und schnappte das Dummy. Tja Frauchen, da guckste wie de guckst!

Aufgabe 2 (Basics !!)

Der Mini-Teich, ist wirklich klein und so ist es nicht verwunderlich, dass mein nicht soooo wasserbegeisterte Delphin versuche das Wasser zu umlaufen um an eine Markierung zu gelangen. Das sollte sie sich heute abgewöhnen.

Ich warf das Dummy über den Tümpel und schickt sie mit „fetch it“ . Schräg vom Fuß weg… Abbruch! Nein! Komm zurück… nochmal! Zwei Mal hat sie es versucht und dann hatte sie entweder verstanden…oder sich in ihr Schicksal gefügt 😉

Nun galt es ihr das auch für den Rückweg begreiflich zu machen. Sie versuchte mit Dummy im Fang den Teich zu umlaufen … Nein! Ich bracht sie freundlich zurück ohne ihr das Dummy abzunehmen. Ich setzte sie an den Rand des Teichs, ging zurück und rief sie von der anderen Seite ab. Geklappt!  Das gilt es in der Zukunft noch ein wenig zu festigen aber sie hatte sichtlich Spaß. Ich glaube sie geht außen rum … weils einfach schneller geht!

Wir setzten unseren Arbeitsspaziergang fort. Am nächsten Teich gings dann weiter.

Aufgabe 3 (vom Wasserseminar bei Angelika)

Ich stellte mich einige Meter von der Wasserkante entfernt auf. Ich ließ Fiene sitzen, ging ans Ufer und warf zwei Markierungen. Eine lange und eine kurze beide auf einer Linie. Ich schickte sie auf das kurze Mark und danach voran auf das zweite. Hatte sie beim Wasserseminar noch akute Alzheimer was das zweite Dummy betrifft, ging sie diesmal direkt raus. Als sie dann auf dem Rückweg war, warf ich eine Verleitmarkierung. Super! Auch die hat sie erst beobachtet und dann schnell reingeholt.

Weiter zum nächsten, dem größten der Waldteiche.

Aufgabe 4 (schwerer Einstieg)

Eine gut zu sehende Markierung. Wirklich einfach. Aber der Einstieg hatte es in sich. Steil und bewachsen mit Brennesseln und Dornen. Kein Problem.

Jetzt waren wir auf dem Rückweg. Da waren ja noch die ausgelegten Suchendummys.

Aufgabe 5 (Suchenpfiff)

Ich setzte sie im Suchengebiet ab und gab den Suchenpfiff. Etwas verhalten fing sie an zu suchen aber dann legte sie los und hatte die Dummys ruck zuck drinne.

In den Bereichen Wassermarkierungen und Suche hat sie wirklich eine gute Entwicklung gemacht. Wir hatten heute unseren Spaß und ich freue mich schon auf die nächsten Tage… wissend, dass meine Nerven immer ein wenig mehr gespannt sein werden.

Walk the line

sicher bedeutet diese Zeile in dem Song von Johnny Cash etwas anderes als das, was ich im Training darunter verstehe aber…

In regelmäßigen Abständen lese ich (immer wieder) die Ausbildungsbücher von Norma Zvolsky. Heute stach mir wieder ein Satz ins Auge: „Einweisen ist Fleißarbeit!“

Stimmt, wann haben wir zum letzten Mal das Geradeausrennen geübt? Hmmmm, ich wollte aber auch weiter an unserer Fußarbeit, dem Drehen am Fuß und dem schnellen Hinsetzen beim Stehenbleiben arbeiten. Wie verbindet man diese beiden Punkte? Man sucht sich ein relativ schwieriges Gelände und läuft los.

Wir haben heute Vertrauenswege angelegt. Durch den Wald, über einen kleinen Bach, über Todholz. Schön im „frei bei Fuß“ gings durchs Gehölz. Sie guckte beim Auslegen der Dummys zu und dann schickt ich sie später voran.

Mal legte ich nur ein Dummy aus, dann wieder drei. Bei mehreren Dummys vergrößerte ich beim zweiten Schicken den Abstand oder ich schickte sie „back“ oder auch mal seitwärts.

So liefen wir gut 25 Minuten durchs Gelände. Immer neue Anlaufpunkte mit neuen Schwierigkeiten. Für mich war das größte Problem, nicht auf die Nase zu fallen. Bei einem Voran musste Fiene dann einen kleinen aber steilen Abhang raufstürmen aber das hat wirklich super geklappt.

Vielleicht sollte ich erwähnen, das wir dort beim nächsten Mudpaws Training auch wieder hinfahren 🙂

Zwischendurch hatte sie dann mal einen Anfall von „ohh, soll ich nochmal zu der Stelle laufen, da bieg ich hier lieber ab und schnüffel mal rum!“ Sofort hatte ich Angelikas warnende Worte im Ohr: „Sie ist jetzt alt genug das man das einfordern kann / muss!“ Sie bekam einen kleinen Anschiss und danach sofort die Möglichkeit die Aufgabe zu lösen und siehe da…. Madam kann voran gehen wie der geölte Blitz!!!

Natürlich wurde sie danach ausgiebig gelobt und belohnt und sie durfte ein bisschen im Bach planschen. Doch nach ein paar Minuten ging unser Weg weiter durch den Wald.

Ich bin sehr zufrieden. Nach einigen Minuten war sie schön in der Konzentration und somit konnte ich mich auf darauf besinnen, nicht soviel mit dem Hund zu „kommunizieren“. Wieder schoss mir Angelikas Stimme durch den Kopf…. „Nach oben sehen, und ruhig mal lächeln, das macht einen guten Eindruck!“ Ehrlich, ich komme mir schon ein bisschen blöd vor wenn ich (alleine) im Wald auf einen Baum zu laufe, diesen anlächel und mir vorstelle es sei ein Richter! Aber pssst, dass sag ich nur hier, schließlich sind wir ja hier unter uns 😉

Abschließend kann ich sagen, dass Fiene beide Bedeutungen von „Walk the line“ doch heute erfüllte hat

1. Sie ist gerade Wege gelaufen (lining)

2. Sie war gehorsam / hat sich an Regeln gehalten

… und jetzt … schläft sie …. wie ein Goldklümpchen … Hat sie sich verdient!

Videobeweis

Es hat mir keine Ruhe gelassen! Wie weit war die Markierung? Wie gut konnte man sie sehen? Also bin ich nochmal, bewaffnet mit Kamera und Stativ, zu unserem Trainingsgelände von gestern gefahren um das Mark nochmal zu arbeiten.

Als ich das gefilmte Material bearbeitet hatte ich wirklich selbst Schwierigkeiten den Moment zu erwischen in welchem das Dummy fliegt. Aber ihr könnt es ja nun selbst anschauen…