Ente gut … Alles gut!

Im Bericht zur Wildgewöhnung hatte ich ja davon erzählt, dass Ente…. „doof“ ist.

Ente, dachte ich, fühlt sich kompakt an, nicht so weich und knautschelig…. außerdem, kennt sie ja die Form vom Dead Fowl Dummy … und das, liebt sie heiß und innig. Aber naja, Menschengedanken sind wohl nicht gleich Hundegedanken. Norbert zog dann unsere Ente einen Schlafanzug (Socken) an und siehe da ….. Ente aufgenommen! Phu, der erste Schritt war geschafft. Zwischen den einzelnen Übungen lag immer genug Zeit, so dass die Hunde wieder runterfahren konnten. Bloß kein Stress lautete die Devise.

Da Norbert uns ja Hausaufgaben mit auf den Weg gegeben hatte, hieß es also wieder das Gästeklo in den Friedhof der Kuscheltiere zu verwandeln. 2 Kaninchen und eine Ente tauten langsam auf um heute zum Einsatz zu kommen.

Ich hatte mich mit Nadine verabredet und kurzfristig hatte sich auch noch Janina angesagt. Da mir ja durchaus bekannt ist, dass Nadine eine, nennen wir es mal vorsichtig „Abneigung“ gegen totes Federvieh hat, habe ich ihr nichts davon erzählt …. das ich Duffy Duck und Bugs Bunny zum Training mitbringe.

Alle Hunde wurden einzeln gearbeitet und danach wieder ins Auto gebracht. Bei den heutigen Temperaturen war das auch gar kein Problem.

Es wurden Markierungen, Vorans an den bekannten Punkt und dann Halfblinds gearbeitet. Fiene hat ihre Sache sehr gut gemacht. Nach den Dummys kamen dann die toten Tiere zum Einsatz. Was soll ich sagen, seht selbst ….

Ich bin sooooooooo stolz. Ich hatte ehrlich gesagt nicht damit gerechnet, dass es heute klappt aber … warum auch immer …. sie hat losgelegt wie ein Profi, als ob sie nix anderes je gemacht hätte. Nun hoffe ich, dass wir das bis zum nächsten Seminartag rüber retten können.

Training mit den Mudpaws

Heute wollten wir (eigentlich) lange und kurze Markierungen üben. Leider machten uns die landwirtschaftlichen Aktivitäten einen Strich durch die Rechnung. Auf frisch gemähten Wiesen auf denen das Graß zum Trocknen liegt es Training eben tabu. Also landeten wir nach einer „Ortskontrollrunde“ im nahegelegenen Wald.

Wir suchten eine Stelle mit einer breiten Schneise, so dass die Flugbahn des Dummys wenigstens zum Teil die Fallstelle immer sichtbar war.

Fiene hat wirklich gut markiert und sich später auch sicher auf die bekannte Stelle „Voran“ schicken lassen. Auch die Fußarbeit war ordentlich. Für das Training der Mudpaws hatte ich mir heute mal eine kleine Überraschung einfallen lassen. Um die Übungen abwechslungsreicher zu gestalten hatte ich das Hundetraings-Kartenspiel von Anke Bogaerts dabei.

Diese Karten sind in unterschiedliche Themen unterteilt

  • Grau = Steadiness Übungen
  • Gelb = Unterordnung
  • Blau = Übungen mit leichtem Stress
  • Rot = Stressvolle Übungen
  • Grün = Einweisen

Je nach Ausbildungsstand des Hundes kann man die Übungen noch gut abwandeln. Außerdem kann man aus dem Training eine Art Spiel machen …. Das lockert das ganze noch etwas mehr auf.

Das Traingskartenspiel von Anke Bogaerts
Das Traingskartenspiel von Anke Bogaerts
Flitze - Fiene

JP / R ~ Vorbereitung (1)

Die Jugendprüfung für Retriever.  Hierbei handelt es sich um eine Anlagenprüfung auf die Eignung und Verwendung im Jagdgebrauch und als Zuchthund. Außerdem dient die JP/R dazu, den Erbwert der Elterntiere zu ermitteln. Je mehr Nachkommen geprüft werden, desto leichter wird die Feststellung des Erbwertes.
Die Hauptaufgabe eines Retrievers bei der Jagd ist die Arbeit nach dem Schuß. Die Richter müssen also die Qualitäten eines Retrievers bewerten, die einen guten Verlorenbringer befähigen und auszeichnen. Sehr gute Nase, Finderwille, Ruhe, Konzentration und Durchhaltevermögen.

Bewertet werden die nachfolgend aufgeführten Fächer:

1. Freie Verlorensuche

2. Wasserfreudigkeit und Verlorensuche  im deckungsreichen Gewässer

3. Spurwille und Sicherheit auf der Schleppspur

4. Standruhe

5. Merken

6. Feststellung der Schussfestigkeit (ohne Benotung)

7. Nasengebrauch

8. Bringen von Nutzwild

9. Führigkeit

10. Arbeitsfreude

Die komplette Prüfungsordnung des DRC ist hier nachzulesen. JP/R-2011

Mit diesen doch sehr theoretischen Vorkenntnissen wagen wir uns an das gemeinsame Abenteuer JP / R. Tag 1 des Vorbereitungskurses:

Abfahrt: 8:50 Uhr

Ankunft: 09:00 Uhr

Wetter: heiter – wolkig, etwas Regen, nicht zu warm

Befinden Mensch: sehr, sehr müde

Befinden Hund: SUPER!

Trainer:                   Norbert Theuerkauf

Teilnehmer:               Petra Berger mit Scirocco’s Angelic Alisha

Manuela mit Golden Worker Discovery Enya

Claudia mit Golden Worker Discovery Virginia

Heike mit Golden Worker Discovery Colin

und …. wir.

Der Tag begann wie der gestrige. Die Teams wurden nacheinander wieder mit dem Wild in Kontakt gebracht. Norbert bemerkte sofort, dass Fiene viel aufgeweckter war. Sie hatte mehr Power… Der Stress der langen Fahrt war abgebaut und sie konnte sich in ihre neue Aufgabe stürzen. Das Kaninchen wurde sofort aufgenommen aber mit der Ente … tja, Ente ……..

Wir verpackten das Federvieh wieder in einer Socke und schwupp, schon gings. Aber wirklich nur mit Schlafanzug 😦

Im Gegensatz zum Vortag hatte ich keinen Platz für Fiene in der Wartezone aufgebaut sondern brachte sie immer wieder in ihren Stoffkennel im Auto. Bei offener Klappe kam sie dort wirklich viel besser zur Ruhe.

Nach dem „Einstimmen“ war die Schleppe an der Reihe. Hier mal ein wirklich großes Dankeschön an Bernd … Du hast wirklich alles gegeben und immer und immer wieder Schleppen gezogen für das „verrückte Weibsvolk“. Diesmal habe ich mich nicht ganz so blöd angestellt und habe meine Süße einfach ihren Job machen lassen. Je weniger ich hinter ihr „auffiel“ desto besser fing sie an sich an die Spur zu saugen. Kaninchen finden und bringen! Da jedes Team zwei Schleppen gearbeitet hat waren hiermit den ganzen Vormittag beschäftigt.

Als nächstes wurde aus der Linie gearbeitet. Von Fienes Standruhe bin ich wirklich überzeugt und auch ihre Markierfähigkeit hat sich deutlich verbessert. Aber auch hier, trotz Geräusch und Wurf hat sie nur eine besockte Ente aufgenommen. Es ist schwer zu erklären, aber diese jungen Hunde zu sehen, mit welchem Eifer und Spaß sie Arbeiten…. ich habe immer das Gefühl wenn ich sie beobachte, dass die Zeit stehen bleibt. Ein glücklicher Moment.

Als letztes wurde die Suche gearbeitet. Bei Fiene war deutlich zu bemerken, dass Wild apportieren noch nicht so viel Spannung auslöst, wie die Dummys. Trotzdem arbeitete sie. Fand beide Kaninchen und auch die Ente. Allerdings hat sie sich neben diese gestellt und mich angeguckt so als wollte sie sagen: „Hey Frauchen, komm hier rüber …. ich hab das Dings gefunden … Du mussts nur holen.“

Es war so ein tolles Wochenende und das Schöne ist … es folgen noch zwei weitere. Jetzt heißt es die Clubzeitung zu durchstöbern um Prüfungstermine zu suchen. Der Countdown läuft.

Von Norbert bekamen wir dann noch Hausaufgaben. Speziell für Claudi und mich hieß es weiter üben, und immer wieder die Ente anbieten und natürlich Schleppentraining für alle.

Bis bald ihr Lieben……